Aktualisiert: 07.01.2021 - 20:19

Gewerbliche Wohnungs-Nutzung Muss ich Homeoffice vom Vermieter genehmigen lassen?

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Arbeiten im Homeoffice ist mittlerweile Normalität. Doch ist es auch rechtlich erlaubt?

Foto: Getty Images/Tom Werner

Arbeiten im Homeoffice ist mittlerweile Normalität. Doch ist es auch rechtlich erlaubt?

Ist die Arbeit im Homeoffice rechtlich überhaupt erlaubt? Wann Sie den Vermieter fragen und ein Gewerbe anmelden müssen, lesen Sie hier.

Sind Sie zurzeit auch im Homeoffice? Durch die Corona-Krise sind viele Menschen beruflich an den Schreibtisch in den eigenen vier Wänden gebunden. An sich eine gute Sache, wenn man Arbeit auch von zuhause erledigen kann. Doch ist es auf lange Sicht auch rechtlich in Ordnung?

Es gibt immer wieder Fälle, die vor Gericht landen, weil man zuhause einer Beschäftigung nachgeht, die nicht für die Wohnung vorgesehen ist. Ob Sie Homeoffice in den eigenen vier Wänden machen dürfen und wann Sie den Vermieter um Erlaubnis fragen sollte, erfahren Sie hier. Außerdem klären wir, welche gewerblichen Tätigkeiten in der eigenen Wohnung erlaubt sind.

Homeoffice vs. Gewerbe: Wann der Vermieter genehmigen muss

Rechtlich ist es so: Eine Mietwohnung ist eigentlich nur zum Wohnen gedacht und für gewerbliche Tätigkeiten muss der Vermieter einverstanden sein. Alle, die derzeit im Homeoffice arbeiten, können trotzdem erst einmal aufatmen. Denn bei reinen Bürotätigkeiten in der eigenen Wohnung sollte der Vermieter nichts einzuwenden haben.

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Allerdings gibt es auch hier einige Tücken. Es kommt bei der Frage, ob ein Gewerbe angemeldet werden muss, nämlich auf die Außenwirkung an. Grundsätzlich gilt nämlich: Wenn für Mitbewohner im Haus die berufliche Tätigkeit hör- und sichtbar ist, kann der Vermieter die gewerbliche Nutzung der Wohnung untersagen.

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Lautes Telefonieren ist problematisch

Ein Beispiel: Telefonieren Sie während der Arbeitszeit in der Mietwohnung laut oder schreien gar herum, könnte das die Nachbarn stören. Der Bundesgerichtshof hat im Falle von Musikunterricht (Az. VII ZR 213/12) beispielsweise entschieden, dass der Vermieter hier die gewerbliche Nutzung in den eigenen vier Wänden auch untersagen kann.

Ähnlich wäre es, wenn regelmäßig Kunden in der Wohnung ein und aus gingen und die Nachbarn davon Wind bekämen. Auch beruflich bedingte Warenlieferungen könnten Nachbarn schnell auf die Nerven gehen.

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Zur Sicherheit den Vermieter fragen

Arbeiten Sie im Homeoffice also weitgehend leise und empfangen keine Kunden, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Achten Sie nur darauf, dass die Wohnung durch die Arbeit nicht zu sehr abgenutzt wird. Haben Sie trotzdem Bedenken und wollen auf Nummer sicher gehen, dann holen Sie sich am besten eine schriftliche Erlaubnis vom Vermieter ein, dass Sie Ihrer Arbeit auch in den eigenen vier Wänden nachgehen dürfen.

Aufgepasst: Wer die Wohnung ohne Erlaubnis des Vermieters stark gewerblich nutzt, riskiert eine Abmahnung und im schlimmsten Fall die Kündigung.

Weitere Fragen rund um gewerbliche Nutzung und Homeoffice beantworten wir auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

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