Aktualisiert: 04.01.2021 - 19:45

Eine Frage der Gesundheit oder unnötige Sorge Restwasser im Wasserkocher: Weggießen oder nochmal nutzen?

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Ist das abgestandene Wasser aus dem Wasserkocher noch trinkbar oder lauern dort unnötige Keime? Wir verraten es Ihnen.

Foto: imago images / Panthermedia

Ist das abgestandene Wasser aus dem Wasserkocher noch trinkbar oder lauern dort unnötige Keime? Wir verraten es Ihnen.

Wie oft erhitzen wir einfach zuviel Wasser: Eigentlich bei fast jeder Tasse Tee oder Kaffee möchte man meinen. Was ist mit dem Restwasser im Kocher: Darf man das noch trinken?

Kennen Sie das auch? In der Regel bleibt nach dem Eingießen des Teewassers noch etwas im Wasserkocher zurück, weil man sich doch wieder verschätzt hat. Aber wie ist das eigentlich, kann man das übriggebliebene Wasser im Wasserkocher nochmal nutzen oder sollte man das lieber nicht tun, falls sich dort durch das stehende Wasser Keime gebildet haben?

Restwasser im Wasserkocher: Weggießen oder nochmal nutzen?

Interessant: Eine Umfrage des SGS Instituts Fresenius hat ergeben, dass ca. 53 Prozent der Deutschen das Wasser aus dem Wasserkocher vom Vortag wegkippen, ganze 47 Prozent nutzen es tatsächlich weiter.

Der Grund für das Wegwerfen des Restwassers liegt bei den meisten in der Angst vor Keimen. Diese Verbraucher hätten Angst, dass sich im abgestandenen Wasser gesundheitsschädigende Bakterien gebildet haben. Andere sorgten sich, es könnten sich Schadstoffe vom Gerät gelöst und das Wasser kontaminiert haben. Auch der Geschmack des "älteren Wassers" wird als Beweggrund fürs Wegschütten angegeben.

Die Umfrage ergab außerdem, dass vor allem jüngere Menschen und Frauen das Restwasser weiterverwendeten, Männer und ältere Studienteilnehmer dagegen lieber frisches Wasser benutzten.

Ist das Weiterverwenden des Restwassers nun gesundheitsschädlich?

Nein, sagt das Institut Fresenius. Wenn der Wasserkocher das GS-Gütesiegel trägt, sei nicht davon auszugehen, dass sich Stoffe wie Bisphenol A und Nickel aus dem Gerät lösten. Denn: Bei der Prüfung und Siegelvergabe würde nicht nur die Elektronik des Küchengeräts kontrolliert, sondern dieses auch auf die Unbedenklichkeit seiner Materialien.

Verbraucher bräuchten laut dem Institut auch keine Sorge vor Keimen zu haben, da diese durch das neuerliche Aufkochen abgetötet würden.

Wissenschaftliche Belege gibt es keine zur Frage des vermeintlich veränderten Wassergeschmacks von wiederverwertetem Wasser. Das sei vor allem eine persönliche Empfindung oder Vorstellungen des damaligen Tauchsieders oder Teekessels. Heutzutage seinen die Produkte sehr elaboriert und nicht anfällig für Geschmacksbeeinträchtigungen.

Hersteller raten von Restwassernutzung ab, warum?

Viele Wasserkocher-Hersteller sehen das anders und empfehlen das Restwasser nicht nochmals zu verwenden. Bei langem Stehen im Gerät könnten sich von diesem Rückstände wie Nickel lösen, die zu allergischen Reaktionen führen könnten. Diese Problematik konnten die Experten von Stiftung Warentest allerdings nicht bestätigen.

Unproblematisch sieht das auch die bayerische Verbraucherzentrale, nur bei Menschen mit einem extrem schwachen Immunsystem, bei Schwangeren und Säuglingen sollte man das Restwassser gegen frisches Wasser austauschen.

Weggießen muss man es deswegen aber noch lange nicht. Restwasser eignet sich prima zum Blumengießen oder um Bügeln, da es durch das Abkochen bereits weicher als Frischwasser ist.

Anders sieht es bei einem von innen beschädigten Wasserkocher aus, sei es dass sich eine Beschichtung löst oder porös wird. In diesem Fall könnten tatsächlich giftige Schadstoffe ins Wasser gelangen. Dann ist das Gerät komplett auszutauschen.

Tipp: Reinigen Sie Ihren Wasserkocher regelmäßig mit sanften Mitteln und untersuchen Sie seinen Zustand.

Interessant: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersuchte vor einigen Jahren Metalle aus Küchengeräten. Das Ergebnis: Wasserkocher setzten nur minimale Mengen davon frei und zwar deutlich unter den Grenzwerten. Bei Kaffeemaschinen war das Ergebnis nicht ganz so beruhigend, denn die setzten vor allem nach dem Entkalken Blei frei.

Regelmäßig entkalken, und zwar mit Hausmitteln

Beim Kochen von Wasser nimmt die Konzentration der im Wasser gelösten Mineralstoffe Calcium und Magnesium ab. Diese sinken als Kalkbelag zu Boden und setzen sich an der Maschine ab. Sie sind zwar für den Verbraucher unproblematisch, damit der Wasserkocher aber richtig funktioniert, nicht verkalkt und Sie beim Teetrinken nicht lauter Kalkkrümel auf der Zunge haben, sollten Sie Ihr Gerät regelmäßig entkalken. Und zwar mit Hausmitteln, der Umwelt aber auch Ihnen selbst zuliebe.

Besonders Wasserkocher mit einer offenen Heizspirale müssen entkalt werden, da sich dort gern etwas festsetzt. Geben Sie einfach eine Kappe oder ein kleines Gläschen Essigessenz in den Wasserkocher, den Sie dann bis zum Maximum-Strich mit Wasser auffüllen. Bringen Sie das Wasser zum Kochen und gießen Sie es anschließend in die Spüle. Wiederholen Sie diesen Schritt. Beim letzten, also dritten Aufkochen, verwenden Sie nur noch klares Wasser.

Ähnlich klappt das mit Zitronensäure: Einfach einen gestrichenen Teelöffel in einem Liter Wasser auflösen, das Gemisch im Wasserkocher zum Kochen bringen, wegschütten und anschließend noch ein, zweimal mit normalem Wasser aufkochen.

Quellen: t-online, geo.de, eigene Recherche

Ein Wasserkocher ist aus keiner Küche wegzudenken. Sei es um die Wärmflasche zu befüllen sowie Kaffee oder Tee aufzubrühen. Aber wussten Sie wie viele Menschen DIESE Fehler beim Kaffeekochen machen? Typische Fehler gibt es sogar beim Teekochen – da kann sogar Salmonellengefahr bestehen!

Sie sind absoluter Kaffeefan? Dann freut es Sie bestimmt zu lesen, ob das auch zu Hause so richtig professionell geht.

Das können Sie tun, wenn der Wasserdruck zu niedrig ist

Mehr spannende Testberichte finden Sie auf unserer Themenseite Stiftung Warentest.

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