Aktualisiert: 04.01.2021 - 17:35

Broiler und Co Welche DDR-Wörter sind uns auch heute noch ein Begriff?

In der DDR nannte man einiges anders. Manche Begriffe davon sind heute noch leicht zu verstehen.

Foto: imago images / Stefan Zeitz

In der DDR nannte man einiges anders. Manche Begriffe davon sind heute noch leicht zu verstehen.

Mit der Wende ist es lang her. Mit den Begriffen, die zu dieser Zeit in den gesamten deutschen Sprachgebrauch überschwappten auch? Welche gibt es noch? Sicher mehr, als Sie denken!

Klar, Deutsch wurde auf beiden Seiten der Mauer, im Osten wie im Westen, geredet. Jedoch unterschied sich dieses Deutsch in einigen Begriffen. Während viele Wörter heutzutage wieder vollkommen verschwunden sind und sich im Zuge der Wiedervereinigung nicht bundesweit etablieren konnten, gibt es aber ein paar DDR-Ausdrücke, die uns auch heute noch hier und da immer wieder mal unterkommen und die wir gut vestehen.

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DDR-Begriffe, die wir heute noch kennen!

In der DDR hatte die deutsche Sprache einen gewissen Touch, indem sie mit Worten gespickt war, die für einen Wessi nicht geläufig waren. Einige dieser Begriffe tauchen nun so viele Jahre nach dem Mauerfall und dem Untergang der Deutschen Demokratischen Republik auch in unserer heutigen Sprache immer noch auf. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie doch einfach mal unsere folgende Liste an:

  • Soljanka: Wer sonst nicht mit der Suppe mit sauer eingelegtem Gemüse und Fleisch oder auch Fisch in Berührung kommt, trifft auf diese Leckerei spätestens auf dem Weihnachtsmarkt. Dort wird sie oft angeboten. In der DDR wurde diese Suppe, für die Reste verwendet werden, auch gern gegessen. Die DDR ist passé, die warme Köstlichkeit ist geblieben... nun ja, sie ist eben einfach eine Spezialität der osteuropäischen Küche und keine reine Erfindung der DDR.
  • Broiler: Wir bleiben im Bereich des Essens. Wenn Sie auf dem Wochenmarkt nach einem Broiler fragen, werden Sie garantiert noch das bekommen, was Ihnen vorschwebt: ein Brathähnchen. Ob die Kinder, Enkel und Urenkel wissen, was mit diesem typischen DDR-Wort gemeint ist, wagen wir zu bezweifeln.
  • Datsche: Statt dieses russischen Wortes, das erst Einzug in die Alltagssprache der DDR erhalten hat und dann in den gesamten deutschen Sprachgebrauch überging, kann man auch Wochenendhäuschen sagen. Denn es bezeichnet einen Garten/ein Grundstück mit einer kleinen Laube, ähnlich einem Schrebergarten.
  • Kaufhalle: Unsere Lebensmittel erwerben wir 2021 natürlich im Supermarkt. Aber wenn jemand etwas altmodisch Kaufhalle sagt, wissen wir auch gleich was gemeint ist. Bei dem Wort Konsum wird es allerdings etwas schwieriger, aber viele Leute kennen auch diesen DDR-Begriff noch ziemlich gut.
  • Plaste und Elaste: Mit Ersterem wurde Hartplastik, mit Letzterem wurden weiche Kunststoffe bezeichnet. Es sind wohl keine Wörter, die sich im Duden nachschlagen lassen, aber vor allem Plaste ist dem heutigen Plastik so ähnlich, daher ist dieser typische DDR-Begriff klar verständlich und wird in der Umgangssprache gern mal als Synonym für eben diesen verwendet.

Gleiche Wortbedeutung in Ost und West, aber in der DDR klang's schöner!

  • Sekundärrohstoffe: In der DDR gab es Begriffe, die die gleiche Bedeutung hatten wie die westlichen Pendants. Sie sollten nur etwas beschönigend wirken. So auch Sekundärrohstoffe, was nichts anderes meint als Altstoffe.
  • Feierabendheim: Hier handelt es sich um den gleichen Fall wie eben beschrieben. Der Ausdruck Seniorenheim sollte etwas positiver daherkommen und so sagte man in der DDR besser Feierabendheim – und klar, mit Feierabend verbindet wohl jeder etwas Gutes. Der Begriff gibt uns zwar in unserer heutigen Sprache Rätsel auf, aber mit etwas Nachdenken kommt wohl jeder darauf, was mit Feierabendheim gemeint sein könnte.
  • Dreiraumwohnung: Gleiches Spiel auch hier. Die 2 1/2-Zimmerwohnung wurde einfach mal sprachlich etwas größer gemogelt. Man kann sich die kleine Hütte auch einfach mal größer reden. Aber gut, bei dem Begriff geben wir zu, er ist etwas für Kenner. Vermutlich nehmen die meisten Menschen heute an, dass es sich um eine 3-Zimmerwohnung handeln würde, käme der Begriff Dreiraumwohnung auf.
  • Kosmonaut: Das DDR-Wort klingt nun wirklich absolut ähnlich wie das Gegenstück aus dem Westen. Ob Astronaut oder Kosmonaut, mal nutzt man das, mal das. Die Bedeutung erkennt ja eh jedes Kind.
  • "Das fetzt!": Heute würde man wohl eher sagen "Das ist mega" oder "Das ist Hammer". Nun ja, aber auf einer Party – oder sagte man vielleicht Fete? – meinte man mit diesem Ausspruch damals wohl, dass es absolut rockt oder was man auch immer zu einer guten Stimmung, die Spaß bringt, sagen will.

Quellen: wisst-ihr-noch.de, bpb.de, nachgemacht.blogspot.com

Im Jahr 2021 verwenden wir ein paar übriggebliebene DDR-Formulierungen. Daran wird sich wohl keiner stören. Aber wenn wir diese 10 Dinge, die früher gang und gäbe waren, heute aber strikt verboten sind, wieder aufleben lassen würden, dann gäbe es extreme Probleme.

Bei Broiler und Soljanka bekommen Sie gleich Lust auf Speisen aus dem damaligen Osten? Dann bereiten Sie sich doch solche Leckereien einfach mal selbst zuhause zu. Besuchen Sie am besten dafür unsere Themenseite DDR-Rezepte.

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