Aktualisiert: 30.12.2020 - 18:57

Mehr Netto vom Brutto Was sich 2021 ändert – und wie Sie dabei richtig Geld sparen

Von der Redaktion

2021 haben Sie durch einige Anpassungen womöglich mehr Geld in der Tasche.

Foto: Getty Images/the_burtons

2021 haben Sie durch einige Anpassungen womöglich mehr Geld in der Tasche.

Zum Jahreswechsel stehen einige Änderungen an, die auch die Finanzen betreffen. Wie Sie 2021 mehr Netto vom Brutto behalten, lesen Sie hier.

Je nach Höhe des Einkommens fällt ein großer Teil für die Steuer an. Doch von Jahr zu Jahr variieren die Abgaben. Und so wird sich auch 2021 für Steuerzahler wieder einiges ändern. Die gute Nachricht: Im kommenden Jahr lässt sich eine Menge Geld sparen.

Wir sagen, was sich 2021 alles ändert und wie Sie mehr Netto vom Brutto rausschlagen können. Außerdem erfahren Sie, in welchen Bereichen es aber wohl auch etwas teurer werden könnte.

Änderungen 2021: So behalten Sie mehr Netto vom Brutto

Verbraucher haben 2020 durch die Corona-Krise bereits von einer reduzierten Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent für Waren des täglichen Bedarfs profitiert. Diese Regelung gilt aber nur noch bis zum 31. Dezember. Ab Januar 2021 steigt die Mehrwertsteuer dann wieder auf das Ausgangsniveau an.

Dennoch gibt es in Sachen Steuer Grund zur Freude. Denn 2021 gibt es erhebliche Steuerentlastungen, die je nach Einkommenshöhe und Steuerklasse besonders groß ausfallen. Experten haben berechnet, dass zum Beispiel alleinstehende Alleinverdiener ohne Kinder bis zu 1000 Euro mehr auf dem Konto haben könnten. Hier sind 7 Tipps, wie Sie richtig Steuern sparen können!

Umfangreiche Steuerentlastungen kommen 2021

Soli wird abgeschafft

Grund dafür ist unter anderem der Solidaritätszuschlag. Diesen müssen nur noch Arbeitnehmer in bestimmten Einkommensklassen zahlen, manche nur noch anteilig und für etwa 90 Prozent, die den Soli heute noch zahlen, entfällt dieser sogar ganz. Ab Januar fällt Arbeitnehmer, die ein Einkommen bis 61.717 Euro zu versteuern haben, kein Solidaritätszuschlag mehr an.

Grundfreibetrag steigt

Ein weiterer Punkt ist die Erhöhung des Grundfreibetrages. Auch dadurch bleibt 2021 mehr Netto vom Brutto. Die Grenze, bei der überhaupt keine Einkommenssteuer anfällt, steigt 2021 für Ledige um 336 Euro auf 9744 Euro. Um 672 Euro auf insgesamt 19.488 Euro steigt der Grundfreibetrag für Verheiratete. Auch der Kinderfreibetrag wird um mehr als 500 Euro auf 8388 Euro angehoben. Der Betreuungsfreibetrag steigt ebenfalls, genauso wie der sogenannte Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.

Mehr Kindergeld

Apropos Kinder: Auch Familien können für 2021 mehr Netto vom Brutto einplanen. Denn es gibt mehr Kindergeld und einen höheren Kinderzuschlag für Familien mit geringem Einkommen. Für das erste und zweite Kind gibt es monatlich 219 Euro vom Staat. Für ein drittes Kind winken 225 und für das vierte sogar 250 Euro. Hier erfahren Sie noch mehr über die Kindergeld-Erhöhung ab Januar!

Höhere Pendlerpauschale

Freuen dürfen sich auch alle, die trotz Homeoffice und Corona weiterhin zur Arbeit gefahren sind – denn die Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt, steigt. Ab dem 21. Kilometer für den Weg zur Arbeit dürfen statt 30 Cent bei der Steuererklärung 2021 35 Cent abgesetzt werden. Dabei ist es ganz egal, ob Sie mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Fahrrad fahren. Auch gewisse Pauschalbeträge schießen 2021 in die Höhe. Für Menschen mit Behinderungen werden diese erhöht, ebenso für Ehrenamtler. Doch auch für die, die zu Hause geblieben sind, gibt es Grund zur Freude: Steuern sparen dank Homeoffice: So viel ist 2020 drin!

Mindestlohn, Wohngeld und Hartz IV steigen

Und auch beim gesetzlichen Mindestlohn gibt es gute Nachrichten. Dieser steigt im Januar auf 9,50 Euro pro Stunde, ab Juli kommen weitere zehn Cent dazu. Und auch der Lohn für Auszubildende im ersten Jahr steigt an auf mindestens 550 Euro.

Auch das Wohngeld wird erhöht. Sie können mit monatlich etwa 15 Euro mehr rechnen, pro weiterem Haushaltsmitglied kommen noch mal 3,60 Euro dazu. Ebenso steigen die Hartz-IV-Regelsätze. Beispiel: Ein alleinstehender Erwachsener erhält künftig 446 Euro und damit 14 Euro mehr im Monat. Hartz IV ab 2021: Lesen Sie hier mehr zur Erhöhung der Regelsätze.

Einführung der Grundrente

2021 ist auch das Jahr der Grundrente. Lange ließ sie auf sich warten und die Politik war sich uneins darüber, ob eine Bedürftigkeitsprüfung notwendig dafür ist. Ist sie nicht! Um die Rente aufzubessern, bekommen ehemalige Arbeitnehmer, die mindestens 33 Jahre in die gesetzliche Rente eingezahlt haben, einen Zuschlag. Vor allem Frauen fallen unter die neue Regelung und profitieren davon.

Was 2021 teurer wird

Höhere Krankenkassenbeiträge

Leider werden aber in manchen Bereichen die Kosten steigen, zum Beispiel die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen. Wie viel genau, hängt von der jeweiligen Kasse ab. Der vom Bundesgesundheitsministerium festgelegte Richtwert erhöht sich ab Januar aber um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent. Nicht nur die Krankenversicherung ist wichtig: Welche Versicherungen Sie unbedingt abschließen sollten, lesen Sie hier.

Beiträge für Kfz-Steuer steigen

Und auch Autofahrer müssen mit höheren Abgaben rechnen. Die Kfz-Steuer wird steigen, und zwar vor allem für wenig umweltfreundliche Autos mit hohem CO2-Ausstoß und hohem Spritverbrauch. Für viele Autofahrer werden auch die Beiträge zur Kfz-Haftpflicht in die Höhe schießen, da zahlreiche Fahrzeuge in andere Typklassen eingestuft werden. Hier erfahren Sie im Detail, wie die Erhöhung der Kfz-Steuer 2021 für Sie aussieht.

Was sich 2021 noch alles ändert

Personalausweis wird teurer

Und auch sonst ändert sich 2021 eine Menge für Verbraucher. Wer zum Beispiel einen neuen Personalausweis beantragen will, muss tiefer in die Tasche greifen. Statt 28,80 Euro werden ab Januar satte 37 Euro fällig. Günstiger wird es lediglich für jüngere Antragsteller, deren Ausweis nicht wie üblich zehn, sondern nur sechs Jahre gültig ist. Sie zahlen künftig 22,80 Euro.

Neue Regel für Kreditkartenzahlung

Eine neue Regelung gibt es auch für das Zahlen mit der Kreditkarte. Wer mit der Kreditkarte ab dem 15. Januar etwas für 250 Euro oder mehr bezahlen will, der muss mit zwei unabhängigen Faktoren die Zahlung abschließen, zum Beispiel einem Passwort und einer TAN-Nummer. Damit soll der Bezahlvorgang sicherer werden. Ab dem 15. Februar gilt die neue Regelung für Zahlungen ab 150 Euro. Exakt einen Monat später soll die "Zwei-Faktor-Authentifizierung" bei jeder Kreditkartenzahlung unabhängig von der Höhe greifen. Lesen Sie hier, was der E-Euro kann – und wann er kommen soll.

Gesundheitswesen wird digitaler

Und auch im Gesundheitswesen ändert sich einiges im kommenden Jahr. Vieles soll digitaler und damit effizienter werden. So soll es zukünftig eine elektronische Patientenakte geben, die Ihnen Ihre Krankenkasse anbieten muss. Sie entscheiden aber darüber, ob Sie diese nutzen wollen und welche Daten darin gespeichert werden sollen.

Gleiches gilt auch für die sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz AU. Wurde man vom Arzt krankgeschrieben, hat man feinen Durchdruck, den sogenannten "gelben Schein" erhalten, den man an die Krankenkasse schicken musste. Dieser wird ab Januar abgeschafft. Die Arztpraxis übermittelt alle Daten künftig digital an die Krankenkasse.

Kein "Baby-TV" mehr

Werdende Eltern müssen ab 2021 auch mit einigen Einschränkungen rechnen. Sogenannte 3D- und 4D-Ultraschalluntersuchungen dürfen nur noch durchgeführt werden, wenn sie medizinisch notwendig sind, zum Beispiel bei Risikoschwangerschaften. In den vergangenen Jahren nutzten Schwangere und ihre Partner diesen Ultraschall, um "Baby-TV" zu gucken und um sich ein Bild vom Nachwuchs zu machen. Damit die Strahlenbelastung für das ungeborene Kind nicht zu hoch ist, wurde nun diese verschärfte Regel eingeführt. Der klassische 2D-Ultraschall ist davon nicht betroffen.

Wie Sie nicht nur im Jahr 2021 Geld zur Seite legen können, erfahren Sie auf unserer Themenseite Spartipps. Zudem finden Sie Spannendes in unserem Ratgeber Recht.

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