Aktualisiert: 29.12.2020 - 20:59

Fast Food vor 2.000 Jahren Überraschender Fund: Forschende haben antiken Imbiss in Pompeji ausgegraben

Von Franziska Wohlfarth

Wer hätte gedacht, dass die Bewohner der antiken Stadt Pompeji sich auch ab und an Fast Food gegönnt haben? Ein Fund beweist dies nun.

Foto: Luigi Spina/Parco Archeologico di Pompei/AP/dpa

Wer hätte gedacht, dass die Bewohner der antiken Stadt Pompeji sich auch ab und an Fast Food gegönnt haben? Ein Fund beweist dies nun.

Nach dem Ausbruch des Vesuv im Jahre 79 nach Christus wurde die italienische Stadt Pompeji unter Asche begraben und konserviert. Nun haben Archäolog*innen dort eine verblüffende Entdeckung gemacht: Anscheinend haben sich die Bewohner*innen von Pompeji auch ab und an Fast Food genehmigt. Ein sehr gut erhaltener Imbiss gibt uns Einblick in die Essgewohnheiten der Antike.

Der Ausbruch des Vesuv am 24. August 79 nach Christus kam für die Bewohner*innen der italienischen Stadt Pompeji überraschend und endete für viele tödlich. Die zwei aufeinanderfolgenden Eruptionen des Vulkans töteten etwa 2.000 Menschen und verschütteten die Stadt.

Was damals eine Tragödie war, ist heute ein Segen für die Forschung: Durch die Asche wurden die Überreste der Stadt konserviert und in einem außergewöhnlich gutem Zustand erhalten. Pompeji ermöglicht uns einen spektakulären Einblick in den Alltag der italienischen Antike und die Funde überraschen immer wieder aufs Neue: Archäolog*innen haben kürzlich ein über 2.000 Jahre altes Straßenrestaurant samt "Speisekarte" entdeckt.

Verblüffende Ausgrabung in Pompeji: Ein Imbiss aus der Antike

Das gut erhaltene "Thermopolium" lädt zu Mahlzeiten zum Mitnehmen ein. Im L-förmigen Steintresen sind Tonkrüge eingelassen, in denen das Essen durch ein Feuer darunter warm gehalten wurde.

Forscher*innen haben interdisziplinär zusammengearbeitet und waren im Einsatz, um die konservierten Essenreste zu untersuchen und dadurch auf die kulinarischen Vorlieben der Antike zu schließen. Gefunden haben sie Hühnchen- und Entenknochen sowie Spuren von Schwein, Fisch, Schnecke und Ziege.

Sehr gut erhaltene Malereien weisen auf das Speiseangebot hin

Auf die Essgewohnheiten lässt auch die verblüffend gut erhaltene Bemalung der Theke schließen: Zu sehen sind Motive mit Tieren – ein Hahn, zwei Stockenten, Schafe und Ziegen. Das zentrale, etwas größere Bild zeigt die Meeresnymphe Nereide auf dem Rücken eines Seepferdes. Man vermutet, dass dies das Logo des Imbiss' war. Die bunten Farben sind unversehrt, fast wie frisch gemalt.

Auch ein Scherzkeks hat sich an dem Tresen zu schaffen gemacht: "Nicias schamloser Scheißer“ ist wörtlich übersetzt neben einem der Gemälde in Latein eingeritzt. Nicias könnte eventuell der Imbissbesitzer gewesen sein.

Skelett-Fund hinter dem Tresen: Vielleicht der Besitzer?

Tatsächlich waren Streetfood-Restaurants wie dieses keine Seltenheit: Allein in Pompeji gab es 80 von ihnen, an jeder zweiten Straßenecke eines. Was diesen Fund jedoch so besonders macht, sind die unversehrten Überreste aus denen sich historisch viel schließen lässt.

Hinter dem Tresen fand man außerdem das Skelett eines Mannes, welcher etwa um die 50 Jahre alt war, als er von den heißen Vulkandämpfen getötet wurde. Möglicherweise der Besitzer oder ein hungriger Bewohner, der sich auf der Flucht noch einen Snack genehmigt hatte.

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Man hätte in dem antiken Imbiss wohl eher Pizza als Schnecken erwartet. Denn schließlich ist es DAS Nationalgericht schlechthin. Doch wurde die erste Pizza eigentlich wirklich in Italien gebacken?

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