Aktualisiert: 29.12.2020 - 17:01

Bezahlen ohne Risiko 8 Irrtümer über das Girokonto: Wir stellen bekannte Konto-Mythen richtig!

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Das kann Ihr Girokonto wirklich: Wir klären hartnäckige Mythen über das Girokonto auf!

Foto: GettyImages/Prasert Krainukul

Das kann Ihr Girokonto wirklich: Wir klären hartnäckige Mythen über das Girokonto auf!

Nur Bares ist Wahres? Girokontos gelten als teuer und die kontaktlosen Bezahlvorgänge werden oft als unsicher eingestuft. Wir räumen auf mit den wilden Mythen um die kleine Plastikkarte.

Nahezu jeder Erwachsene besitzt ein Konto, auf dem monatlich Geld ein- und ausgeht. Ein Leben ohne Girokonto ist unverzichtbar für jeden, der am wirtschaftlichen Leben teilhaben will. Schließlich werden Gehalt, Rente oder Unterhalt in der Regel nicht bar ausgezahlt. Banken und Sparkassen in Deutschland führen rund 105 Millionen Konten. Und dennoch ranken sich um das Girokonto eine Menge Unwahrheiten und Halbwissen. Wir stellen die Irrtümer richtig!

1. Die passende Bezahlkarte zum Girokonto heißt EC-Karte.

Nein. Die Karte, mit der Sie im Geschäft bezahlen oder am Automaten Geld abheben, heißt Girokarte. Im Jahr 2007 wurde die EC-Karte von der Girokarte abgelöst. Das Aussehen der Karte hat sich im Vergleich zur alten EC-Karte quasi nicht verändert, gerade deshalb lebt die EC-Karte im allgemeinen Sprachgebrauch weiter. Ein weiteres Synonym für die Girokarte ist der Begriff "Debitkarte", der oft von Banken verwendet wird.

2. Es gibt keine kostenlosen Girokonten mehr.

Doch, die gibt es: Nicht alle Banken verlangen für die Nutzung der Girokarte und Überweisungen Geld. Dabei kommt es darauf an, welches Girokontenmodell Sie haben. Bei einigen Konten können pro Überweisung Gebühren von 0,02 bis 0,50 Euro anfallen. So ein Konto empfiehlt sich jedoch nur, wenn Sie monatlich nur wenige Überweisungen tätigen.

Wir zeigen Ihnen kostenlose Girokonten, bei denen keine versteckten Gebühren anfallen.

3. Von der Girokarte können Betrüger Geld abbuchen.

Nein, ganz so einfach ist das zum Glück nicht. Der goldene Chip auf der Girokarte ermöglicht das kontaktlose Bezahlen mithilfe von NFC-Technik. Am Bezahlterminal Ihres Lieblingsladens funkt der Chip über höchsten vier Zentimeter und übermittelt keine persönlichen Daten wie Adresse oder Name des Karteninhabers. Nur spezielle Geräte können die Signale empfangen und entschlüsseln. Selbst wenn Betrüger diese Geräte besitzen und Ihnen über längeren Zeitraum sehr nahekommen, würden diese also keine wertvollen Daten über Sie und Ihr Girokonto erhalten.

Die Bezahlung mit Bargeld hat ein höheres Risiko, denn Sie könnten das Geld verlieren oder Sie werden bestohlen. Anders ist das bei einer verlorenen Girokarte: Dabei könnte der Dieb für höchstens 150 Euro bezahlen, wenn die Karte nicht bereits vorher vom Inhaber gesperrt wird.

4. Bargeld gibt es nur am Automaten der eigenen Bank kostenfrei.

Nein, nicht nur. Wer Bargeld mit einer Girokarte abheben will, bekommt es am Automaten der eigenen Bank auf jeden Fall kostenlos. Aber auch andere Automaten können für Abbuchungen gebührenfrei sein. Wir empfehlen Ihnen, sich bei Ihrer jeweiligen Bank zu informieren.

Hier finden Sie den passenden Geldautomaten für kostenloses Geldabheben.

5. Jeder darf sein Girokonto ohne Einschränkungen überziehen.

Nein, einen Anspruch auf Überziehung des Kontos, den sogenannten Dispokredit, gibt es leider nicht. Die Banken räumen ihren Kunden die Möglichkeit freiwillig ein. Voraussetzungen sind in der Regel Volljährigkeit, ein deutscher Wohnsitz und ein regelmäßiges Einkommen wie Gehalt, Rente oder Unterhalt. In den meisten Fällen umfasst der Dispokredit bis zu drei Monatsgehälter.

6. Die Schufa weiß alles, was auf dem Girokonto passiert.

Nein, nicht ganz richtig. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (kurz: Schufa) speichert nur bestimmte Merkmale. Sie erhält Daten von über 9.500 Vertragspartner, wozu neben Banken auch Versandhändler und Energieversorger zählen. Die Banken und Sparkassen übermitteln jede Kontoeröffnung an die Schufa, aber nicht das dazugehörige Kontoguthaben. Wie weit jemand im Dispo ist und welchen Beruf der Kontoinhaber ausübt, kann die Schufa ebenfalls nicht einsehen.

7. Eine Überweisung kann sechs Wochen lang storniert werden.

Nein, anders als beim Lastschriftverfahren geht das nicht. Wenn sich bei einer Überweisung ein Fehler einschleicht, etwa ein Zahlendreher bei der Kontonummer des Empfängers, können Sie nur auf die Unterstützung Ihrer Bank hoffen. Diese kann die Bank des falschen Empfängers kontaktieren und im besten Fall das Geld zurücküberweisen. Eine Garantie gibt es für diese Methode aber nicht.

Durch neuste Sicherheitstechnik passieren diese Fehler heute nicht mehr oft. Tippen Sie etwa beim Online-Banking eine falsche IBAN ein, kann die Nummer meist keinem Konto zugeordnet werden. Es erscheint eine Fehlermeldung und Sie können die Nummer korrigieren. Nur in einigen Fällen kann die falsche Kontonummer einem anderen Kunden gehören. Dann sollten Sie, wie oben beschrieben, Ihre Bank kontaktieren.

8. Online-Banking und Mobile Banking ist sehr unsicher.

Ja und nein, eine absolute Sicherheit gibt es beim Online-Banking oder bei Überweisung per App nicht, aber die gibt es auch nicht beim Lastschrift-Papier. Nach dem heutigen Stand der Technik verwenden alle Banken sehr sichere Technik für Online-Bezahl-Prozesse. Die größte Gefahrenquelle ist der Kontoinhaber selbst. Betrüger versuchen immer wieder die Bankkunden zu manipulieren, sodass sie ihre Kontodaten freiwillig herausgeben.

So können Sie sich vor Betrügern schützen: Klicken Sie auf keine Links in Ihren Mails, deren Absender Sie nicht kennen, öffnen Sie auch keine unbekannten Anhänge. Seien Sie misstrauisch, wenn Sie in einer E-Mail oder am Telefon aufgefordert werden, Ihre Bankdaten, Passwörter oder vertrauliche Informationen zu übermitteln. Außerdem sollten Sie die Webseite Ihrer Bank immer selbstständig im Internet aufrufen. Hier finden Sie noch mehr Tipps, wie Sie sich vor den Betrugsmaschen der fiesen Kriminellen schützen können.

Wir zeigen Ihnen, wozu Sie die Schufa-Auskunft nutzen können: Was passiert eigentlich beim Bonitätscheck? Außerdem klären wir, warum Sie alte Kontoauszüge dringend aufbewahren sollten! Was Sie tun können, wenn Sie Ihre Bankkarte verloren haben und andere spannende Ratgeber bei Rechtsfragen finden Sie auf unserer Themenseite.

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