Aktualisiert: 28.12.2020 - 18:01

Totholz, Sturm, Pilze Gefahren im Wald: Darauf sollten Sie beim Spazierengehen achten!

Von der Redaktion

Bei einem Waldspaziergang kann man so richtig die Seele baumeln lassen. Seien Sie dennoch nicht unachtsam, denn im Wald können einige Gefahren auf Sie lauern!

Foto: gettyimages.de/NurPhoto

Bei einem Waldspaziergang kann man so richtig die Seele baumeln lassen. Seien Sie dennoch nicht unachtsam, denn im Wald können einige Gefahren auf Sie lauern!

Vor der Hexe im Lebkuchenhaus oder dem großen, bösen Wolf brauchen Sie sich im Wald nicht zu fürchten. Dennoch kann der sorglose Spaziergang schnell zu einer Bedrohung werden. Diesen 8 Gefahren sollten Sie sich bewusst sein!

Vor allem während des Lockdowns gehen viele Leute gerne im Wald spazieren. Unberührte Natur und frische Luft entspannen die Seele und Bewegung tut dem Körper gut. So ein Ausflug in den Wald ist unbestritten eine hervorragende Möglichkeit, um dem Alltagsstress zu entfliehen und tief durchzuatmen. Doch Vorsicht: Diese Gefahren drohen gerade im Wald!

Gefahren im Wald: Besonders hohes Risiko im Winter

Achten Sie auf Schnee und Eis!

Wenn der Schnee die Zweige der Tannen bedeckt und alles in einem glitzernden weiß erstrahlen lässt, ist der Wald besonders herrlich. Pulvriger und frischer Schnee stellt nur selten eine Gefahr da, doch seien Sie besonders vorsichtig bei Nassschnee und Eishang!

Nassschnee ist bereits halb geschmolzener Schnee, der schwer auf schlanken und bruchgefährdeten Ästen liegt. Eishang entsteht durch gefrierenden Regen oder durch abgewechselndes Tauen und Gefrieren von Schnee.

Besonders kleine Bäume halten dem Gewicht des Schnees nicht stand. Die dünnen Äste biegen sich nach unten und der Baum kann jederzeit mit einem lauten Knall brechen.

Informieren Sie sich vor dem Spaziergang also über die derzeitige Wetterlage und betreten Sie den Wald nicht bei sich biegenden Ästen!

Neue Gefahr durch den Klimawandel: Dürre und Totholz

Die Trockenheit der letzten Jahre hat sich auch im Wald bemerkbar gemacht. Durch Trockenheit, Sonnenbrand und Schädlinge sind die Bäume weniger robust oder sie sind zum Teil ganz tot. Das hat zur Folge, dass geschwächte Stämme auch unabhängig von einem starken Sturm abbrechen und zu Boden fallen.

Förster und Waldbesitzer tun alles, um diese Gefahr in Erholungsgebieten zu vermeiden, indem sichtlich geschädigte Bäume gefällt werden.

Ein angemessener Totholz-Anteil im Wald wird jedoch meist erhalten, da es für vielen Organismen wie Pilzen, Moosen, Farnen, Insekten, Spinnen und Mollusken die wichtige Lebensgrundlage bildet.

Bei Sturm und Gewitter sofort den Wald verlassen!

Nur eine harmlose leichte Brise? Von wegen! Bereits bei mäßigem Wind können Äste und Zapfen herunterfallen. Wenn diese einen Spazierenden treffen, kann das schwere Verletzungen zur Folge haben oder sogar tödlich enden.

Bei einem Sturm, können nicht nur Äste sondern gleich ganze Bäume umfallen oder brechen. Wer denkt, dass man weglaufen könne, wenn man es Knacken hört liegt falsch: Das Brechen eines Baumes macht sich nicht vorher bemerkbar und kann sehr rasch passieren.

Selbst Waldhütten oder Autos bieten in diesem Fall keinen sicheren Aufenthaltsort, da ein Baum mehrere Tonnen wiegt und somit jedes Dach einfach plattmachen würde.

Haben Sie schon einmal den Spruch "Eichen sollst du weichen – Buchen sollst du suchen" gehört? Diese Bauernweisheit rührt daher, dass grobrindige Bäume wie die Eiche oder Kiefer Regenwasser langsamer ableiten und damit sichtbar fatalere Blitzschäden davon tragen. Buchen haben eine glatte Rinde an der das Wasser schnell abfließt – Blitzschäden sind dementsprechend seltener zu sehen. Aufgrund ihrer Höhe sind Bäume dennoch potentielle Blitzableiter, unter denen es schnell gefährlich wird. Dieser Spruch garantiert also auf keinen Fall Sicherheit.

Verlassen Sie den Wald dementsprechend zügig, sobald die erste Gewitterwolke aufzieht!

Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinner lösen toxische Reaktionen aus

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, welcher sich aufgrund der Klimaveränderungen immer stärker in Deutschland ausbreitet. Die Weibchen legen im Herbst bis zu 200 Eier an ein- bis dreijährigen Zweigen, gerne an der Südseite der Bäume im obersten Kronenbereich.

Von April bis Anfang Mai schlüpfen die Raupen und sie finden sich zu den namensgebenden "Prozessionen" zur Nahrungssuche zusammen. Mit bis zu 30 Tieren nebeneinander können sie 10 Meter lange Prozessionen bilden.

Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln sie mit Widerhaken versehene Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopei, welche für Menschen und Tiere sehr gefährlich werden können.

Die Brennhaare brechen leicht ab, verbreiten sich über die Luft und bleiben an Schuhen und Kleidung haften. Bei einer Berührung mit den eindringenden Brennhaaren kann es zu einer toxischen Reaktion kommen, welche sich durch einer Reizung der Oberhaut und Schleimhäute äußert.

Wenn man die Haare einatmet, kann das Bronchitis bis hin zu Asthma zur Folge haben. Begleiterscheinungen wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung können ebenfalls auftreten.

Die Gemeinde und Forstverwaltung bekämpft die Gefahr durch Absaugen oder Abflämmen der Nester. Dennoch sollte man die befallenen Eichen meiden und nicht mit den Nestern in Berührung kommen.

Mehr Infos: Gefährliche Raupe: Der Eichenprozessionsspinner ist zurück!

Achten Sie beim Sammeln auf tödliche Doppelgänger!

Im Wald sprießen die frischen Pilze und wilden Kräuter – da ist die Verlockung groß etwas zu pflücken und seinen Speiseplan kreativ zu erweitern. Doch genauso wie essbare Pflanzen und Pilze im Wald, gibt es Giftige.

Wenn man etwas Bärlauch für ein leckeres Pesto sammeln möchte, können Unerfahrene schnell mal an die giftigen Blätter des Maiglöckchens oder des Aronstabs gelangen. Weiße und grüne Knollenblätterpilze sehen dem klassischen Champignon verblüffend ähnlich – beide sind jedoch absolut tödlich giftig.

Essen sie also nur gesammelte Pilze und Kräuter, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass Sie sich auskennen und mögliche Doppelgänger unterscheiden können.

Gefährlicher Parasit: Fuchbandwurm

Vorsicht ist allerdings nicht nur bei Kräutern und Pilzen geboten: Auch von Beeren und anderen Früchten sollten Sie lieber die Finger lassen – insbesondere, wenn diese in Bodennähe wachsen.

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, welcher im Dünndarm des Fuchses lebt. Dieser scheidet die mikroskopisch kleinen Wurmeier zusammen mit dem Kot aus, von wo aus er über die Nahrung verbreiten.

Wenn ein Mensch befallen wird, schlüpfen die Larven im Darm aus ihren Eiern und wandern während ihrer Entwicklung weiter durch den Körper. Der Erreger befällt dann unbemerkt die Leber, selten auch die Lungen oder das Gehirn. Die Larven wachsen sehr langsam und zerstören tumorartig das Organ. Zwischen der Infektion und den ersten Symptomen können über zehn Jahre liegen.

Pro Jahr werden dem Robert Koch-Institut in Berlin circa 40 Erkrankungsfälle gemeldet. Expert*innen schätzen jedoch, dass jährlich etwa dreimal so viele Leute erkranken.

Faulgas in Sümpfen, Mooren und Morasten

In Baden-Württemberg sind ein Mann und eine Frau in einem Tümpel leblos aufgefunden worden. Sie hatten keine sichtbaren Verletzungen, weswegen gemutmaßt wird, dass das Paar an plötzlich freigesetztem Faulgas verstorben ist.

Dieses entsteht häufig in stehenden Gewässern, wo unter Luftabschluss natürliche Prozesse der Fäulnis stattfinden. Das Gas besteht hauptsächlich aus Methan, Schwefelwasserstoff, Ammoniak und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen, die beim Einatmen im Schlimmsten tödlich sein können.

Kein Klettergerüst: Gestapelte Holzstämme

Kinder klettern gerne auf den am Waldrand aufgestapelten Holzstämmen herum. Eltern sollten dies jedoch direkt unterbinden, da die Stämme in der Regel nicht abgesichert sind und deshalb ins Rollen geraten können. Kinder können zwischen ihnen eingeklemmt und schwer verletzt werden.

Wenn man unachtsam ist, kann der idyllische Waldspaziergang schnell gefährlich werden. Das heißt allerdings nicht, dass Sie sich Zuhause einsperren und vor der Natur fürchten müssen. Seien Sie jedoch nicht leichtsinnig und beobachten Sie stets Ihre Umgebung.

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Bei so einem romantischen Waldspaziergang kann einen schnell die Lust packen: Sex in der freien Natur – so klappt das Liebesspiel auch in der kalten Jahreszeit.

In der Natur kann man so allerhand Tiere beobachten: Vögel, Füchse, Insekten,...Doch für manche davon muss man erst gar nicht in einen Wald gehen – viele Leute finden einen Igel bei sich im Garten. So lassen Sie ihn zum Unterschlupf werden!

Nach einem ausgiebigen Spaziergang im Winter gibt es doch nichts schöneres, als sich in einem wohltuenden Bad wieder aufzuwärmen. Bei so vielen verschiedenen Badezusätzen, die im Angebot sind, ist für jede Duftvorliebe etwas dabei:

Familie und Leben

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