Aktualisiert: 27.12.2020 - 21:53

Im Schadensfall 8 wichtige Schritte, damit die Hausratversicherung zahlt

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Bei einem Wasserschaden sollten wichtige Dinge schnell gesichert werden. Doch Sie sollten sich auch zeitnah beim Versicherer melden.

Foto: Getty Images / PM Images

Bei einem Wasserschaden sollten wichtige Dinge schnell gesichert werden. Doch Sie sollten sich auch zeitnah beim Versicherer melden.

Egal ob bei Einbruch oder Wasserschaden: Eine Hausratversicherung ist essentiell. Doch damit sie auch zahlt, sollten Sie acht Schritte beachten.

Haben Sie in Ihrer Wohnung einen Einbruch oder Wasserschaden bemerkt, ist die Aufregung erstmal groß. Es ist allemal eine unschöne Situation: Hab und Gut ist kaputt oder gestohlen – räumt man jetzt auf oder ruft man doch erst die Polizei? Gerade jetzt sollte man einen kühlen Kopf bewahren.

Denn in solchen Fällen kommt die Hausratversicherung ins Spiel. Und damit man Schäden ordnungsgemäß erstattet bekommt, müssen Sie einige Dinge unbedingt beachten, damit auch wirklich gezahlt wird. "Finanztest" hat die entscheidenden Schritte zusammengefasst.

Hausratversicherung: 8 wichtige Schritte für den Schadensfall

Schritt 1: Schäden so minimal wie möglich halten

Wenn Sie Schäden festgestellt haben, sollte zuallererst Schadensbegrenzung betrieben werden. Damit soll laut "Finanztest" gewährleistet werden, dass das Ausmaß der Zerstörung nicht noch vergrößert wird, zum Beispiel durch Witterung. Gibt es zum Beispiel Schäden am Dach oder eine Stelle, durch die Wasser ins Haus eindringt, müssen diese Bereiche zumindest notdürftig abgedeckt werden.

Wasserschaden in Wohnung und Haus: Welche Versicherung zahlt was? Auch wichtig: Das müssen Sie bei Sturmschäden am Haus für die Versicherung wissen!

Ein durch Einbrecher durchbrochenes Fenster oder eine aufgestoßene Tür muss ebenfalls abgedichtet werden, damit kein zweiter Einbrecher sein Glück versucht. Schutz vor Einbrechern: Diesen Alltagsfehler sollten Sie unbedingt vermeiden.

Wichtige Dokumente und Möbel sichern

Verschaffen Sie sich außerdem einen Überblick über wichtige Dinge, die gestohlen wurden. Bei einem Wasserschaden sollten zum Beispiel Möbel aus der Gefahrenzone gebracht werden, damit sie nicht schimmeln. Gestohlene Giro- und Kreditkarten sollten gesperrt, Urkunden und Sparbücher gesichert werden. Hier erfahren Sie, welche Unterlagen Sie unbedingt aufbewahren sollten.

Schritt 2: Schäden wenig verändern

Zwar sollen Sie Mobiliar und andere wichtige Gegenstände in Sicherheit bringen, allerdings sollten die Sachen per se und die Schadstelle nicht verändert werden. Das ist wichtig, damit sich Sachverständige einen Überblick über die Situation machen können und eine Rückerstattung fließen kann. Deshalb sollten Sie alle Schäden detailliert fotografieren, um im Zweifel Beweise zu haben.

Schritt 3: Beim Versicherer und der Polizei melden

Hier sollten Sie keine Zeit verlieren und umgehend Polizei und Versicherungsunternehmen verständigen. Ein frühes Eintreffen der Polizei ist vor allem nach dem Entdecken eines Einbruchs wichtig, um noch nach Täterspuren zu suchen und Zeugen zu befragen. Ein Anruf bei der Versicherung ist ebenfalls wichtig, um das weitere Procedere schnell in Angriff zu nehmen. Sie können auch eine E-Mail schreiben, diese sollte vor allem beinhalten, um was für einen Schaden es sich handelt, wann und wo er eingetreten ist.

Unnötige Versicherungen: Diese Policen kann man sich sparen. Und lesen Sie hier, wie Sie Versicherungen richtig kündigen.

Vorsicht vor dem Vorwurf Versicherungsbetrug

Schritt 4: Liste anfertigen für die Polizei und den Versicherer

Jetzt geht es ans Eingemachte. Sie müssen jeweils eine Liste anfertigen für die Polizei (vor allem bei Einbruch) und den Versicherer mit den Dingen, die beschädigt oder gestohlen wurden. Für die Polizei reicht eine einfache Aufzählung der Sachen. Diese sollten Sie so schnell wie möglich zusammenstellen und zur Wache bringen.

Schritt 5: Liste anfertigen für den Versicherer

Aufwendiger wird die Liste für den Versicherer. Darin müssen Sie ebenfalls alle gestohlenen und beschädigten Sachen aufführen, allerdings zusätzlich den Wert beziehungsweise den Kaufpreis und das Kaufdatum angeben. Das sollten Sie im besten Fall mit Quittungen oder Fotos belegen. Für diese Liste sollten Sie nicht länger als zwei Wochen Zeit benötigen, sonst könnte der Versicherer Ihnen im schlimmsten Fall die Entschädigungsleistung kürzen.

Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass beide Listen dieselben Gegenstände enthalten. Finden sich auf der Liste für die Hausratversicherung plötzlich weitere Dinge, die erstattet werden sollen, könnte das schnell unter Versicherungsbetrug fallen.

Schritt 6: Prüfung zulassen

Um sich ein Bild des Schadens zu machen, setzen Versicherer oft Gutachter ein, die die Lage vor Ort erkunden. Diese wollen sicherstellen, dass die Versicherten bei ihren Angaben die Wahrheit sagen und Schäden nicht zusätzlich aufgebauscht haben, um eine höhere Entschädigung zu erhalten.

Bleiben Sie immer bei der Wahrheit und lassen Sie die Prüfung durch Sachverständige unbedingt zu. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch ehrlich angeben, wenn es bei gestohlenen oder beschädigten Gegenständen Vorschäden gegeben haben sollte. Im Zweifel können Versicherer dies nachträglich herausfinden, was Ihnen bei falschen Angaben eine Menge Ärger verschaffen würde.

Wichtige Dinge vom Versicherer schriftlich geben lassen

Klären Sie mit dem Gutachter auch zwingend ab, ob Sie schon während der Schadensprüfung schon reparieren oder renovieren dürfen – am besten mit schriftlicher Zusicherung. Lassen Sie sich außerdem eine Kopie des endgültigen Gutachtens aushändigen.

Eine Hausratversicherung sollte immer abgeschlossen werden. Welche Versicherungen sonst noch wichtig sind, lesen Sie hier.

Schritt 7: Belege und Zeugen besorgen

Es kann sein, dass das Versicherungsunternehmen zusätzliche Kaufbelege verlangt, damit entstandener Schaden über die Hausratversicherung ersetzt wird. Schauen Sie, ob Sie – falls Sie diese nicht liefern können – Alternativen finden für den Nachweis von zum Beispiel gestohlenen Gegenständen. Fotos von Familienfeiern, auf denen Schmuck, Möbel oder Elektronik sichtbar sind, können helfen. Aber auch Verwandte oder Freunde können als Zeugen Auskunft geben. Rechnungsbelege über Reparaturen sind auch eine gute Beweis-Möglichkeit.

Schritt 8: Abschlagszahlung einfordern

Versicherungen lassen sich gerade bei größeren Summen viel Zeit, um die Entschädigung auszuzahlen. Zwischen vier und sechs Wochen dauert dies in der Regel. Nach spätestens vier Wochen sollten Sie sich mit der Versicherung in Verbindung setzen und zumindest eine vorübergehende Abschlagszahlung fordern – also den Mindestbetrag, den die Versicherung voraussichtlich zahlen muss. Korrespondieren Sie mit der Versicherung am besten schriftlich, zum Beispiel per E-Mail, um später im Falle eines Rechtsstreits belegen zu können, dass Sie aktiv geworden sind.

Halten Sie sich an diese Schritte, um die Entschädigungsleistung der Hausratversicherung zu erhalten. Dann kann auch im Schadensfall nichts schief gehen!

Weitere hilfreiche Artikel – auch zum Thema Versicherungen – finden Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

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