Aktualisiert: 16.02.2021 - 12:55

Steuererleichterung Sie haben 2020 von zu Hause aus gearbeitet? So sparen Sie Steuern!

Sie mussten während der Corona-Pandemie ins Homeoffice umziehen? Dann können Sie für 2020 Steuern sparen! Ein eigenes Arbeitszimmer muss dafür nicht vorhanden sein.

Foto: Getty Images / Kiyoshi Hijiki

Sie mussten während der Corona-Pandemie ins Homeoffice umziehen? Dann können Sie für 2020 Steuern sparen! Ein eigenes Arbeitszimmer muss dafür nicht vorhanden sein.

Sie waren während der Pandemie dazu gezwungen, ihre Arbeit im Homeoffice statt im Büro zu verrichten? Dann können Sie bei der nächsten Steuererklärung sparen!

Das Coronavirus hat unseren Alltag in vielerlei Hinsicht verändert: Neben Kontaktbeschränkungen und Einschränkungen bei der Freizeitgestaltung hat die Pandemie auch die Art und Weise, wie wir arbeiten, geprägt. Die Präsenzkultur in Unternehmen scheint der Vergangenheit anzugehören, die Arbeit im Homeoffice, früher eher eine Ausnahme, ist der Regelfall geworden. Dabei war die Umgewöhnung nicht für alle angenehm: Familienlärm statt produktiven Austauschs, Küchentisch statt Schreibtisch, kleiner Laptop statt großer Bildschirme… Von Extrakosten für Strom und Heizung ganz zu schweigen. Doch für alle, die im letzten Jahr von zu Hause aus gearbeitet haben, gibt es jetzt gute Nachrichten: Egal ob Sie ein eigenes Arbeitszimmer haben oder nicht – wenn Sie 2020 im Homeoffice waren, können Sie Steuern sparen!

Homeoffice und Arbeitszimmer: So sparen Sie 2020 Steuern

Wie die Tagesschau berichtete, hat der Bundestag beschlossen, Arbeitnehmern, die vom Homeoffice aus arbeiten mussten, Steuererleichterungen zu gewähren. Bis zu 5 Euro pro Tag sollen steuerlich absetzbar sein. Insgesamt können Sie die Arbeit vom Homeoffice aus für einen Zeitraum von 120 Tagen geltend machen. Das bedeutet, dass Sie dank Homeoffice für das Jahr 2020 insgesamt bis zu 600 Euro an Steuern sparen können!

Homeoffice-Pauschale ist Teil der Werbungskosten

Ein kleiner Wermutstropfen bei der neuen Steuererleichterung: Die Homeoffice-Pauschale zählt zu den Werbungskosten, genau wie weitere berufsrelevante Kosten, beispielsweise Arbeitskleidung, ein selbst angeschaffter Bürostuhl oder Fachliteratur. Für Werbungskosten werden allen Steuerzahlern pauschal 1.000 Euro angerechnet. Eine wirkliche Ersparnis haben Sie also nur, wenn Ihre Werbungskosten höher als 1.000 Euro sind.

Tragen Sie die Homeoffice-Pauschale einfach in der Anlage N bei den "Weiteren Werbungskosten" ein. Wenn Sie selbstständig sind, müssen Sie sie die Homeoffice-Ausgaben hingegen als Betriebskosten deklarieren. Nachweisen müssen Sie Ihren Umzug ins Homeoffice dem Finanzamt gegenüber übrigens nicht. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, ist es dennoch ratsam, sich eine Bestätigung Ihres Arbeitsgebers geben zu lassen.

Diese Maßnahme soll übrigens nicht nur für 2020, sondern auch für das Jahr 2021 gelten. Man geht davon aus, dass die Pandemie danach soweit beherrschbar sein wird, dass die Arbeitnehmer in ihre Büros zurückkehren können.

Eigenes Arbeitszimmer? Dann sparen Sie noch mehr

Wenn Sie zu Hause sogar ein eigenes Arbeitszimmer haben, d.h. ein Zimmer, das Sie beinahe ausschließlich zum Arbeiten nutzen, können Sie sogar noch mehr Steuern sparen. Sie können sich in diesem Fall nämlich nicht nur auf die Homeoffice-Pauschale berufen, sondern die kompletten Kosten, die Ihnen durch Ihr Arbeitszimmer entstehen, von der Steuer absetzen. Dazu gehören zum Beispiel Wohnkosten wie Miete, Strom und Nebenkosten, die anhand der anteiligen Größe des Arbeitszimmers an der Gesamtwohnung berechnet werden. Aber auch die Kosten für bestimmte, notwendige Einrichtungsgegenstände sind absetzbar.

Wenn Ihr Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit darstellt, können Sie die anteiligen Kosten dafür unbegrenzt abziehen. "stern.de" nennt als Beispiel dafür die Nutzung des Zimmers an drei Tagen pro Woche, während an zwei Tagen im Büro gearbeitet wird. Wird das Arbeitszimmer nur ergänzend genutzt, können Sie die Kosten von bis maximal 1250 Euro steuerlich absetzen.

Vorsicht: Ein Arbeitszimmer gilt nur dann als solches, wenn Sie es zu mindestens 90 Prozent ausschließlich beruflich nutzen. So können beispielsweise Möbel, die eine private Nutzung vermuten lassen, der kompletten Anrechnung im Weg stehen.

Weitere Steuererleichterungen in der Krise

Aufgrund der Mehrbelastung durch die Corona-Krise kam es im Jahr 2020 zur Auszahlung einiger "besonderer" Summen. So erhielten beispielsweise Pfleger Bonuszahlungen, Arbeitgeber konnten Arbeitnehmern Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld geben. Diese Zahlungen sind steuerfrei und sollen es nun, bis zu einer Höhe von 1.500 Euro, bis Juni 2021 auch bleiben.

Auch Personen, die ein Ehrenamt ausüben, werden steuerlich entlastet. So steigt die steuerfreie Übungsleiterpauschale 2021 von 2.400 Euro auf 3.000 Euro jährlich. Eine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten bleibt in Zukunft bis zu einer Höhe von 840 Euro im Jahr steuerfrei. Bisher waren es 720 Euro.

Weitere Informationen und Tipps zu Rechtsangelegenheiten, Steuern und Co gibt es auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Hier finden Sie weitere 7 Tipps, wie Sie 2020 richtig Steuern sparen können. Kaum hat man sich einen Überblick über die Steuererklärung verschafft, will auch schon die nächste Angelegenheit organisiert werden: der Jahresurlaub! Hier erfahren Sie, ob Sie trotz Corona Ihren Resturlaub nehmen müssen.

Wussten Sie, dass sich nur jede fünfte Frau um ihre Finanzen kümmert? Ein fataler Fehler! Hier geht es zum ersten Teil unserer Serie über Frauen und Finanzen: So verbessern Sie Ihre Finanzen! 1.: Überblick verschaffen.

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