Aktualisiert: 28.12.2020 - 18:37

Wir sagen, wie es richtig geht Worauf Sie beim Spenden unbedingt achten sollten

Von der Redaktion

Wer anderen helfen möchte, kann an Organisationen Geld spenden. Doch nicht alle sind seriös.

Foto: Getty Images/manusapon kasosod

Wer anderen helfen möchte, kann an Organisationen Geld spenden. Doch nicht alle sind seriös.

Rund um Weihnachten nimmt die Spendenbereitschaft zu – und ist dank diverser Finanzspritzen der Verwandtschaft auch darüber hinaus oft noch ein Thema. Doch wie spendet man richtig? Woran Sie seriöse Organisationen erkennen, lesen Sie hier.

In der Vorweihnachtszeit wird vielen Menschen bewusst, wie gut es ihnen geht. Deshalb entscheiden sie sich, anderen zu helfen in Form von Spenden. Menschen in Notsituationen zu unterstützen, ist eine ehrenvolle Sache. Genauso wie das Spenden für benachteiligte Kinder und Gesundheit, den Umweltschutz oder Tiere.

Leider gibt es aber auch immer wieder Betrüger, die die Spendenbereitschaft ausnutzen wollen. Deshalb sollten Sie besonders wachsam sein, wenn Sie nach seriösen Organisationen suchen. Wie Sie richtig spenden und worauf man dabei unbedingt achten sollte, erfahren Sie hier.

Richtig spenden: Beherzigen Sie diese Tipps

Dass Betrüger auf Spendengelder zielen, kommt in Anbetracht der hohen Summen nicht von ungefähr: Alleine im Jahr 2019 kamen laut des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) in Deutschland 10,5 Milliarden Euro an Spenden zusammen. Studien zufolge hat sich die große Spendenbereitschaft auch trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie nicht verändert. Spenden statt schenken: Wie wäre es dieses Jahr mit einem sinnvollen Geschenk zu Weihnachten?

Besonders beliebt sind laut "test.de" Spenden für den Tierschutz und die Kindernothilfe. Als Organisationen, die häufig Ziel von Spendengeldern werden, wurden vor allem "Ärzte ohne Grenzen" und "SOS Kinderdorf" beziehungsweise "Kinderdörfer weltweit" genannt.

Doch wie findet man für sich die richtige Spendenorganisation? Und welche Kriterien sollte diese erfüllen?

Die wichtigsten Spenden-Tipps

1. Spendensiegel

Auf der sicheren Seite währt sich, wer auf Spendensiegel achtet. Hat die Organisation ein Spendensiegel etwa vom DZI erhalten, sind Sie auf der sicheren Seite. Diese Siegel werden nach bestimmten Kriterien vergeben. Es wird zum Beispiel geprüft, wie die Spenden genutzt werden und wie hoch der Anteil an Verwaltungs- und Werbekosten ist. Bei vielen Organisationen fällt deshalb ein Großteil der eingegangenen Gelder schon für diese Dinge an, die nicht direkt dem eigentlichen Hilfszweck dienen.

Allerdings gibt es auch Organisationen ohne ein Siegel, die trotzdem seriös arbeiten können. Auf der Homepage des DZI können Sie einsehen, warum das Siegel nicht vergeben wurde und ob Sie trotzdem dorthin mit gutem Gewissen spenden können.

Bitte beachten Sie: Ein offizielles Spendensiegel der Europäischen Union oder aber der Bundesrepublik Deutschland gibt es nicht. Wer transparent spenden will, sollte wissen: Etwaige "Europäische Spendensiegel" wirken auf den ersten Blick seriös, sind aber nicht geprüft und arbeiten intransparent.

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2. Auftreten der Organisation

Besonders im Tierschutz gibt es zahlreiche Organisationen, die sich um Tiere in Not kümmern wollen. Doch nicht alle sind seriös. Manche verteilen viel Werbematerial und setzen potenzielle Spender moralisch unter Druck, indem sie zum Beispiel grausame Bilder zeigen oder mit bettelndem Ton Geld sammeln.

Bestimmte Organisationen der Nothilfe oder des Kinderschutzes haben ein ähnliches Vorgehen. Sie sammeln zum Beispiel auf öffentlichen Plätzen mit einer Spendenbüchse Geld und sprechen potenzielle Spender oft direkt und konfrontativ an. Gerade das Sammeln von Spenden mit einer Büchse ist oft schon zulässig, wenn man einfach nur ein Verein ist – und keine Spendenorganisation.

Seriöse Optik weist nicht auf Seriösität hin

Letztlich entscheidet ihr Herz, welcher Organisation Sie Geld zukommen lassen wollen. Doch schauen Sie sich vorher an, wie sie öffentlich auftritt, zum Beispiel auf der Homepage. Wie sieht das Werbematerial aus? Gibt es aufwendige, meist nicht notwendige Werbegeschenke? Machen Sie sich einen Eindruck, mit welchen Mitteln die Organisation um Spenden wirbt. Und machen Sie sich bewusst: Eine seriös wirkende Website bedeutet nicht automatisch, dass die Organisation seriös ist.

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3. Transparenz

Wie bereits erklärt, fallen in den meisten Fällen Kosten für die Verwaltung und Werbung an. In welchem Verhältnis dies der Fall ist, zeigt ein Blick auf den Jahresbericht. Hier sollte transparent ausgewiesen werden, welche Summen wohin geflossen sind und wofür genau die Spendengelder eingesetzt wurden.

Blick ins Impressum lohnt sich

Schauen Sie am besten auch mal ins Impressum auf der Homepage. Dort kann man einsehen, wer genau hinter der Organisation steckt, wer sie vertritt und wo der Sitz ist. Außerdem sollte eine Kontaktadresse angegeben sein, damit Spender auch die Möglichkeit zur direkten Nachfrage haben.

4. Nicht zu kleinteilig spenden

Hier noch ein Tipp für die Aufteilung Ihrer Spende. Diese sollten Sie nicht zu sehr splitten: Wenn Sie geringe Summen Geld an viele Organisationen geben, fallen im Schnitt höhere Werbe- und Verwaltungskosten an. Bis zu einer Höhe von 150 Euro sollten Sie die Spende nicht aufteilen, sondern möglichst nur einer Organisation zukommen lassen – so fließt viel Geld in die direkte Hilfe!

Und wenn mal was schiefgelaufen ist? Schauen Sie in unseren Ratgeber Recht.

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