Aktualisiert: 17.12.2020 - 08:36

Parfümerie rudert zurück Douglas-Filialen bleiben nun doch geschlossen – Unternehmen beugt sich nach massiver Kritik

Douglas empfing im Lockdown weiterhin Kunden, weil das Unternehmen die Schließung mit einem Trick umging. Für viele war dieses Vorgehen überhaupt nicht in Ordnung. Nun schließen die Filialen doch noch.

Foto: imago images / Ralph Peters

Douglas empfing im Lockdown weiterhin Kunden, weil das Unternehmen die Schließung mit einem Trick umging. Für viele war dieses Vorgehen überhaupt nicht in Ordnung. Nun schließen die Filialen doch noch.

Nur noch Geschäfte mit Produkten für den täglichen Bedarf dürfen während des gestarteten Shutdowns öffnen. Douglas blieb durch einen Trick ebenfalls offen und erntete heftige Kritik. Nun schließt das Unternehmen doch noch die Filialen.

Douglas hatte mithilfe eines Tricks versucht, sich dem Lockdown zu widersetzen. Die Kritik, die darauf folgte, war massiv. Nun hat sich das Unternehmen doch noch dazu entschieden, ebenfalls wie alle Einzelhändler, die keine Waren des täglichen Bedarfs anbieten, zu schließen.

Unternehmen Douglas schließt nun doch die Filialen

Tja, so schnell kann es manchmal gehen. Eben erst berichteten wir noch darüber, dass Douglas sich mit einer Trickserei vor dem Lockdown drückt, nun hat das Unternehmen schon klein beigegben. Laut spiegel.de hat sich die Parfümerie jetzt doch dazu entschlossen, die Filialen während des Shutdowns dichtzumachen.

"Für Viele war die Entscheidung, einige Filialen mit Drogeriesortimenten offenzuhalten, nicht nachvollziehbar", verkündete Douglas-Chefin Tina Müller auf Twitter, einhergehend mit der Entscheidung, die Filialen zu schließen. Zudem folgte eine Bitte um Verzeihung. "Wir bitten alle um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet oder vor den Kopf gestoßen haben", hieß es auf der Plattform weiter.

Ursprünglicher Artikel vom 17.12. 7 Uhr: Als was würden Sie den Laden Douglas bezeichnen? Sicher als Parfümerie, oder? Doch plötzlich will der Händler das nicht mehr sein. Douglas bezeichnet sich mit Start des Lockdowns einfach anders – ein Trick, damit weiterhin die Filialen geöffnet bleiben können. Moralisch nicht ganz rein, oder?

Eine Frage der Moral? Douglas wendet Trick an, um Läden im Lockdown offen zu halten

Damit die Filialen der Kette auch während des harten Lockdowns für die Kunden offen bleiben können und das Weihnachtsgeschäft weitergehen kann, behauptet Douglas nun einfach, eine Drogerie statt eine Parmfümerie zu sein, wie die Welt berichtete. Denn Drogerien bieten Produkte des täglichen Bedarfs an und bleiben derzeit offen, Pafümerien müssen aber schließen – wie alle Einzelhändler, die ein solches Sortiment nicht haben. Aber mit diesem Trick kommt das Unternehmen nicht so einfach durch. Kritik an diesem Vorgehen wurde bereits laut.

Damit Douglas offen bleiben und als Drogerie gelten kann, wird von Seiten des Unternehmens argumentiert, dass sich Körperpflegeprodukte wie Shampoos, Seifen und Cremes im Angebot befinden. Eine Unternehmens-Sprecherin berichtete der Welt über das Drogeriesortiment. Zudem erklärte sie, dass die Filialen aus dem "Premium- und Luxussegment" aber nicht geöffnet seien.

Douglas-Chefin Tina Müller schrieb jedoch vor dem 15. Dezember noch auf Twitter "Wir stehen hinter den Beschlüssen zur Eindämmung der Pandemie [...]". Doch dann kam es zu den Geschäftsöffnungen.

Für dieses Vergehen musste das Unternehmen nun bereits im Netz viele negative Kommentare ertragen. Einige Menschen finden dieses Verhalten "unsolidarisch", die Rede von Boykott kommt auf. Doch auch Gegenstimmen, die zustimmen, dass Douglas einer Drogerie ähnelt, gibt es. Auch der Fachbereichsleiter Handel in Hessen, Bernhard Schiederig, kritisierte Douglas' Tat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Das Vorgehen von Douglas ist im stärksten Maße anrüchig", sagte er.

Internes Schreiben ruft zur Täuschung auf

Doch die Kritik im Netz ist nicht das einzige Problem, das Douglas in die Bredouille bringt. Vielmehr ist es ein internes Schreiben, das dem Unternehmen nun Schwierigkeiten bereitet. In diesem soll die hessische Geschäftsführung die Angestellten dazu auffordern, bewusst zu täuschen, sollte sich seine Echtheit bestätigen. Der Deutschen Presse-Agentur wurde dieses Schreiben von der Gewerkschaft Ver.di Hessen vorgelegt.

Wie Bild als erstes schrieb, wurden die Mitarbeiter dazu angehalten, die Filialen so aufzuräumen, dass im Eingangsbereich die Drogerieartikel gut präsentiert werden. Die Artikel, die weniger nach Drogerieprodukten aussehen, sollten verschwinden. Zudem sollten die Angestellten bei Kontrollen immer erklären, eine Drogerie zu sein.

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