Aktualisiert: 16.12.2020 - 20:17

Wer hätte das gedacht? Paris muss 90.000 Euro zahlen – wegen der Frauenquote!

Paris muss ein saftiges Bußgeld berappen. Der Grund dafür: Zu viele Frauen in Führungspositionen. Bürgermeisterin Anne Hidalgo freut sich insgeheim über die Abstrafung der übererfüllten Frauenquote.

Foto: imago images/PanoramiC

Paris muss ein saftiges Bußgeld berappen. Der Grund dafür: Zu viele Frauen in Führungspositionen. Bürgermeisterin Anne Hidalgo freut sich insgeheim über die Abstrafung der übererfüllten Frauenquote.

Die Frauenquote beschert Paris ein saftiges Bußgeld. Doch der Grund dafür ist ein anderer als der, den Sie vielleicht annehmen…

Paris muss ein saftiges Bußgeld zahlen: 90.000 Euro muss die französische Hauptstadt berappen. Der Vorwurf, der der Stadt zur Last gelegt wird: Zu viele Frauen in Führungspositionen. Wie bitte? Ein Bußgeld wegen Übererfüllung der Frauenquote? Ja, wirklich! Das Ministerium für öffentliche Verwaltung sieht Männer bei den Neuanstellungen diskriminiert: Lediglich 31 Prozent der neuen leitenden Stellen wurden männlich besetzt.

Zu viele Frauen in Führungspositionen: Paris muss Bußgeld zahlen

Wie die Zeit berichtete, hatte Paris vor 2 Jahren 16 neue Führungsposten ausgeschrieben. 11 davon wurden an Frauen vergeben, 5 an Männer. Das ergibt eine Frauenquote von 69 Prozent, während Männer lediglich mit 31 Prozent vertreten sind. Das Ministerium für öffentliche Verwaltung strafte diese Verteilung mit einem Bußgeld in Höhe von 90.000 Euro ab. Der Grund dafür: Laut einer Vorschrift müssen mindestens 40 Prozent der Stellen mit Angehörigen eines Geschlechts besetzt werden. Das gilt für Frauen – aber eben auch für Männer.

Anne Hidalgo von der Sozialistischen Partei, die seit 2014 als erste Frau Bürgermeisterin von Paris ist, bezeichnete die Entscheidung des Ministeriums als "absurd". Insgeheim empfinde sie "Freude" über das Bußgeld. Sie plant, den Scheck persönlich zu überreichen – gemeinsam mit ihren Kolleginnen.

Absurd? Warum das denn?

Anne Hidalgos Unmut über die Entscheidung des Ministeriums entspringt dabei keineswegs dem heimlichen Wunsch nach weiblicher Bevorzugung unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung. Stattdessen erklärt die Bürgermeisterin ihre Meinung folgendermaßen: "Um eines Tages die Parität zu erreichen, müssen wir das Tempo beschleunigen und sichergehen, dass mehr Frauen als Männer ernannt werden".

In der Vergangenheit wurden wichtige Posten überwiegend an Männer vergeben – aus diesem Grund ist die Frauenquote heute ja überhaupt notwendig. Das Ziel ist, eines Tages die zahlenmäßige Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Dies geht natürlich schneller, je mehr Posten an Frauen vergeben werden. Die Entscheidung des Ministeriums für öffentliche Verwaltung kritisiert Anne Hidalgo deshalb als "unverantwortlich und gefährlich".

Das sieht Anne Hidalgos – männlicher – Stellvertreter für den Bereich Personalwesen übrigens genauso. Gegenüber der französischen Tageszeitung Le Monde sagte er: "Es ist paradox, uns für etwas zur Verantwortung zu ziehen, das es möglich macht, unseren Rückstand aufzuholen."

Nicht nur in Frankreich gibt es starke Frauen. In Deutschland fordern Frauen unter dem Hashtag #IchWill eine Frauenquote für Vorstände.

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