15.12.2020 - 12:01

Corona – oder doch nicht? Tod eines AfD-Politikers zieht Verschwörungstheorien nach sich

Von der Redaktion

Eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin im November. An dieser hatte auch der AfD-Stadtrat Harald Hänisch teilgenommen. Sein Tod sorgte im Internet für Gerüchte: War es Corona – oder doch etwas anderes?

Foto: imago images/photothek

Eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin im November. An dieser hatte auch der AfD-Stadtrat Harald Hänisch teilgenommen. Sein Tod sorgte im Internet für Gerüchte: War es Corona – oder doch etwas anderes?

Nachdem er an einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen teilgenommen hatte, ist ein AfD-Stadtrat verstorben. Im Internet sucht man nach Erklärungen…

So richtig schmecken die Corona-Sicherheitsmaßnahmen der Bundesregierung vermutlich niemandem. Kontaktbeschränkungen, Schließungen von Restaurants, Geschäften und anderen Einrichtungen sowie der Verzicht auf Großveranstaltungen und sonstige Freizeitaktivitäten schränken unseren Alltag empfindlich ein. Und doch halten sich die meisten an die Regeln – schließlich ist klar, dass das Virus so lange in Schwach gehalten werden muss, bis flächendeckend geimpft werden kann.

Leider sind nicht alle so vernünftig: Corona-Skeptiker und Leugner haben in der Vergangenheit bei zahlreichen Demonstrationen gezeigt, was sie von den Sicherheitsmaßnahmen halten. Ganz vorne mit dabei: Aktivisten der "Querdenker"-Fraktion und Mitglieder der AfD. Jetzt ist ein AfD-Politiker, der an einer Corona-Demonstration teilgenommen hatte, gestorben. In der Gerüchte-Küche der Verschwörungstheoretiker brodelt es bereits…

Corona – oder doch etwas anderes? Gerüchte nach Tod von AfD-Politiker

Noch vor einem Monat hatte Harald Hänisch, AfD-Stadtrat aus Böhlen (Landkreis Leipzig), gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen bei einer von den Querdenkern initiierten Großdemonstration in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestiert. Das belegt ein Foto, das die AfD-Fraktion Böhlen auf ihrer Facebook-Seite gepostet hatte: Es zeigt Harald Hänisch gemeinsam mit zwei anderen Demonstranten – Maske? Abstand? Fehlanzeige.

Am Samstag ist der Politiker aus Sachsen verstorben. So viel zu den Fakten. Alles Weitere ist – bisher? – reine Spekulation. Doch diese hat es in sich… Noch am Samstag titelte die Bild-Zeitung: "AfD-Stadtrat nach Corona-Erkrankung gestorben". Nach Informationen der Zeitung war Harald Hänisch so schwer an Corona erkrankt, dass er beatmet werden musste. Die Bild berichtete auch, dass sich Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt nicht zur Todesursache äußern wollte – angeblich hatten die Stadträte "Stillschweigen" darüber vereinbart.

Wie der Focus berichtete, schweigt auch die Familie des Verstorbenen über den Grund des Todes, verweist darauf, dass dies "Privatsache" sei – durchaus verständlich, schließlich ist der Todesfall gerade einmal drei Tage her.

Das Umfeld schweigt, das Internet spekuliert

Wer einen Blick in die Kommentarspalten der Medien, die über den Tod von Harald Böhnisch berichtet haben, wirft, findet ein breites Spektrum an Reaktionen vor. Während einige auf denkbar unangemessene Weise reagieren, nämlich mit Lachsmileys und Kommentaren wie "Karma", sprechen andere ihr Beileid aus: Selbst, wenn Sie mit dem Verstorbenen und seinem Verhalten nicht sympathisieren, sei immerhin dennoch "ein Mensch gestorben", und "den Tod wünscht man niemandem".

Und dann sind da auch noch die Kommentare, die vermuten lassen, dass einige die Erklärung des Todes durch eine Erkrankung oder gar Corona nicht so ganz glauben wollen. So kommentiert ein Nutzer: "Ich war auch dort ohne Abstand und Maulkorb und ich lebe noch und bin auch noch gesund. Was habe ich nur falsch gemacht? Fragen über Fragen." Ein anderer schreibt: "Wer es glaubt. Ich trage auch niemals Maulkorb... Und siehe da, ich lebe noch. Vielleicht auch deshalb. Die Maulkorbträger bekommen schwerste Lungenkrankheiten."

Ob die Urheber solcher Kommentare eine andere Erklärung für den Tod des Politikers haben? Und wenn ja, welche? Fälle aus der Vergangenheit zeigen, welchen Verlauf die Spekulationen um den Tod Harald Hänischs nehmen könnten…

Zweifler weisen auf Häufung von Todesfällen hin

In der Vergangenheit hatten einschlägige Seiten impliziert, dass es beim Tod diverser Persönlichkeiten, die die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung kritisiert hatten, nicht mit rechten Dingen zugegangen war. So findet sich auf einer Facebook-Seite im Rahmen eines Corona-kritischen Statements beispielsweise folgende Aussage: "Mehrere Politiker und Funktionäre, die sich lautstark und entschieden dem Regierungskurs entgegengestellt haben, starben in den vergangenen Wochen spontan und unerwartet." Als Beispiele werden der SPD-Politiker Thomas Oppermann, der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft Mario Ohoven und Franz Klein, der Chef des Hamburger Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, genannt.

Werden derartige Erklärungen gerade auch für den Tod Harald Hänischs gesucht? Damit muss wohl gerechnet werden. Eine andere Facebook-Seite prophezeit bereits: "Es wird nicht lang dauern, bis Märtyrer-Verschwörungen über seinen Tod aufkommen, wie 'Wurde er gezielt ermordet, weil er zu viel wusste?'"

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