Aktualisiert: 31.12.2020 - 19:22

Ihre Rechten und Pflichten Muss man die Polizei zu Hause reinlassen, wenn sie klingelt?

Von der Redaktion

Wenn die Polizei an Ihrer Haustür klingelt, müssen Sie sie nicht unter jeden Umständen hineinbitten.

Foto: Getty Images 7 Thomas Bauer / EyeEm

Wenn die Polizei an Ihrer Haustür klingelt, müssen Sie sie nicht unter jeden Umständen hineinbitten.

Es läutet an der Tür – und da steht die Polizei! Doch muss man die Beamten überhaupt in seine eigenen vier Wände lassen? Wir klären Sie auf.

Deutschland ist im Lockdown und hat die Anti-Corona-Regeln verschärft. Weiterhin gilt aber, dass man sich – mit einigen Ausnahmen an den Weihnachtsfeiertagen – maximal mit fünf Personen aus zwei Haushalten treffen darf. Was passiert eigentlich, wenn das vereinzelt kontrolliert wird?

Gibt es Anlass, dass die Corona-Regeln nicht eingehalten werden, kann schon mal die Polizei ausrücken. Doch ist man verpflichtet, die Polizei zu Hause reinzulassen, wenn sie klingelt?

Polizei klingelt zu Hause: Muss man sie überhaupt reinlassen?

Ob man die Polizei in die eigenen Wohnräume lässt, kommt auf die jeweilige Situation an. Und die schreibt das Bundespolizeigesetz, § 45 vor. Gibt es einen Durchsuchungsbeschluss oder Haftbefehl, müssen Sie Polizisten reinlassen. Ist dies nicht der Fall, haben diese nicht das Recht, die Wohnung zu betreten – außer, Sie erlauben es.

Hier klären wir noch einmal im Detail, ob die Polizei in Privatwohnungen Corona-Kontrollen vornehmen darf. Außerdem: Corona-Verstoß: Kindergeburtstag mit 100 Gästen von Polizei aufgelöst! Und: Eine 6-Jährige lobt Polizei mit einem rührenden Brief für ihren Corona-Einsatz.

Dann ist der Eintritt auch ohne Beschluss nötig. Die Polizei darf sich aber auch dann nur in Räumlichkeiten aufhalten, die von Ihnen, also Eigentümer bzw. Mieter, freigegeben werden. Das bedeutet in diesem Fall auch, dass die Polizei nicht ohne Weiteres zum Beispiel Schränke öffnen und durchsuchen darf.

Bei Gefahr in Verzug dürfen Polizisten reinkommen

Ihr Wort hat in diesem Fall also Gewicht. Sie können Polizisten den Eintritt in den Wohnraum verwehren, ohne dass Sie dabei gegen das Gesetz verstoßen. Ein Beispiel: Polizisten suchen eigentlich Ihren Nachbarn auf, doch dieser öffnet nicht die Haustür des Mietshauses. Daraufhin klingeln sie bei Ihnen. Es ist jetzt Ihre Entscheidung, ob Sie öffnen und die Polizisten hereinbitten oder nicht.

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Doch es gibt Möglichkeiten, wie sich Polizisten trotzdem Zutritt verschaffen können. Und zwar dann, wenn Gefahr in Verzug ist. Wenn die Polizei den Verdacht hat, dass es zu einer Gefahrensituation oder einem Verbrechen in der Wohnung bzw. im Haus kommt oder jemand in Not sein könnte, darf die Polizei den Wohnraum auch ohne Beschluss betreten. Denn genau dieser richterliche Beschluss könnte in solchen Fällen zu lange dauern, während Personen in Gefahr seien oder Beweismittel verändert oder vernichtet werden könnten.

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Aufbrechen von Türen ist erlaubt

Sie sollten der Polizei dann umgehend die Tür öffnen. Ansonsten ist sie befugt, sich Zugang zur Wohnung beziehungsweise zum Haus zu verschaffen – notfalls auch durch das Aufbrechen der Tür. Immerhin: Hat sich die Polizei getäuscht und der Verdacht auf eine gefährliche Situation sich nicht erhärtet, werden die Kosten für den Schaden an der Tür vom Staat übernommen.

Die Polizei hat also nicht ohne Grund das Recht, in Ihren Wohnraum einzutreten. Sollte sie das nächste Mal klingeln, wägen Sie ab, ob es besser ist, die Tür geschlossen zu halten oder die Beamten doch höflich hineinzubitten.

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