Aktualisiert: 14.12.2020 - 08:43

Gestern wurde beraten Am Mittwoch geht Deutschland in den harten Lockdown!

Angela Merkel zum Bund-Länder-Beschluss vor Weihnachten

Angela Merkel zum Bund-Länder-Beschluss vor Weihnachten

Angela Merkel zum Bund-Länder-Beschluss zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf der Pressekonferenz vom 13. Dezember 2020.

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Am Mittwoch wird das öffentliche Leben in Deutschland wieder heruntergefahren. Die Einschränkungen sind teils strenger als je zuvor…

Während der letzten Wochen hatte sich die unliebsame Wahrheit immer stärker abgezeichnet: Der Lockdown Light reicht nicht aus, damit sich die Corona-Zahlen auf einem Niveau einpendeln, mit dem unser Gesundheitssystem umgehen kann. Immer mehr Bundesländer kündigten deshalb kürzlich an, die Lockerungen, die ursprünglich über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr gelten sollten, zurückzunehmen. Am gestrigen Sonntag beriet die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Jetzt steht fest: Deutschland geht erneut in den harten Lockdown – und dieser beginnt schon am Mittwoch.

Ab Mittwoch: Harter Lockdown in ganz Deutschland

Viele hatten darauf gehofft, dass der neue Lockdown erst nach Weihnachten beginnen würde – quasi als "Ausgleich" zu den Zusammenkünften an den Feiertagen. Doch die Corona-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Am Freitag erreichte Deutschland den bisherigen Höchstwert an Corona-Todesfällen, beinahe 600 Menschen starben. Aus diesem Grund beginnt der neue Lockdown bereits Mitte nächster Woche.

Gestern berieten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten. Laut Medienberichten, unter anderem vom Spiegel, standen die wichtigsten Regeländerungen bereits vor der Konferenz fest. Das Nachrichtenportal berief sich auf einen Entwurf des Kanzleramts, laut dem das öffentliche Leben ab Mittwoch auf ein Minimum heruntergefahren werden sollte. Mittlerweile sind aber auch die letzten Details des neuen Lockdowns abschließend geklärt...

Neuer Lockdown: Diese Regeln gelten

Auf diese Regeln müssen Sie sich ab Mittwoch einstellen. Die neuen Maßnahmen sollen vorerst bis zum 10. Januar gelten.

  • Alle Geschäfte sollen schließen, außer jene, die Teil der Grundversorgung sind. Das betrifft Lebensmittel-Geschäfte, Getränkemärkte, Reformhäuser und Wochenmärkte genau wie Abhol- und Lieferdienste, Drogeriemärkte, Apotheken, Tankstellen etc.
  • Auch körpernahe Dienstleister wie Friseure oder Kosmetiker müssen schließen. Offen bleiben notwendige Stellen wie Physiotherapie oder Fußpflege.
  • Schulen und Kitas sollen geschlossen bleiben. Schüler sollen stattdessen via Distanzunterricht lernen. Für Eltern, die nicht die Möglichkeit haben, ihre Kinder zu betreuen, soll die Möglichkeit einer Notfallbetreuung bestehen. Sie sollen außerdem zusätzliche Möglichkeiten haben, bezahlten Urlaub nehmen zu können.
  • Nach wie vor gelten die Corona-Kontaktbeschränkungen. Das bedeutet: Es dürfen maximal 5 Personen aus 2 verschiedenen Haushalten zusammenkommen. Vom 24. bis zum 26. Dezember werden die Beschränkungen gelockert: Nun dürfen sich 5 Personen aus mehr als 2 Haushalten treffen, Kinder unter 14 Jahren zählen nicht. Hier gibt es allerdings eine empfindliche Einschränkung: Die Personen sollen zum "engsten Familienkreis" gehören. Das trifft auf Ehegatten oder sonstige Lebenspartner sowie direkte Verwandte und deren Haushaltsangehörige zu. Eine Woche vor dem Zusammenkommen sollen Menschen so gut wie möglich eine "Schutzwoche" einhalten, d.h. ihre Kontakte reduzieren und sich in freiwillige Isolation begeben.
  • An Silvester und Neujahr soll ein bundesweites Versammlungsverbot gelten. Der Verkauf von Feuerwerk wird grundsätzlich verboten, weiterhin soll es ein Feuerwerksverbot auf öffentlichen Plätzen geben. Diese werden von den Kommunen festgelegt. Das "Böllern" wird zwar nicht grundsätzlich verboten, man appelliert jedoch an die Bürger, dies zu unterlassen.
  • Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit soll vom 16. Dezember bis zum 10. Januar verboten sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Eine allgemeine Ausgangsbeschränkung oder gar Ausgangssperre, wie sie in vielen anderen Ländern bereits verhängt wurde, wurde hingegen nicht beschlossen. Es obliegt jedoch den einzelnen Ländern, eine solche einzuführen, wenn die Corona-Zahlen zu hoch sind.

Mehr Neuigkeiten und Informationen über das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Bereits in den letzten Wochen hatten viele Bundesländer bekanntgegeben, keine Lockerungen zulassen zu wollen und stattdessen schärfere Corona-Regeln zu planen. Auch die Kanzlerin zeigte, wie sehr ihr die Krise zu schaffen macht: Im Bundestag hielt Angela Merkel eine emotionale Corona-Rede.

Ebenfalls interessant: Ein Erfahrungsbericht: So läuft der Corona-Test im Krankenhaus ab.

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