Aktualisiert: 11.12.2020 - 14:37

Hier steht alles still Lockdown statt Lockerungen: Diese Bundesländer planen schärfere Corona-Regeln. Eine Übersicht.

Shopping-Marathon und gesellige Treffen am Glühweinstand? Nicht mehr lange: Die meisten Bundesländer planen schärfere Corona-Regeln. Ein neuer harter Lockdown scheint unausweichlich...

Foto: Getty Images / Sean Gallup

Shopping-Marathon und gesellige Treffen am Glühweinstand? Nicht mehr lange: Die meisten Bundesländer planen schärfere Corona-Regeln. Ein neuer harter Lockdown scheint unausweichlich...

Da die Infektions- und Todeszahlen nach wie vor hoch sind, scheint ein neuer Lockdown unausweichlich. Diese Länder planen eine Verschärfung der Regeln.

Mittlerweile müssen wir uns eingestehen: Der Lockdown Light reicht nicht. Zwar steigen die Corona-Zahlen nicht mehr unkontrolliert, doch die Zahlen der Neuinfektionen und Todesfälle sind nach wie vor viel zu hoch. Ein neuer, harter Shutdown, also das komplette Herunterfahren des öffentlichen Lebens, scheint unausweichlich. Zwar waren ursprünglich Lockerungen der Beschränkungen über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel angekündigt, jetzt sieht es allerdings nicht so aus, als ob diese tatsächlich eintreten werden. Stattdessen ist wohl mit einem neuen Lockdown zu rechnen, der während oder kurz nach Weihnachten beginnt und bis mindestens zum 10. Januar andauert. In den meisten Bundesländern gibt es bereits Pläne für schärfere Corona-Regeln.

Fernunterricht, Geschäftsschließungen, Ausgangsbeschränkungen: Bundesländer verschärfen Corona-Regeln

Baden-Württemberg: Wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann heute in einer Pressekonferenz bestätigte, werden in Baden-Württemberg strenge Ausgangsbeschränkungen eingeführt. Diese gelten bereits am Samstag, den 12. Dezember. Tagsüber von 5 bis 20 Uhr ist das Verlassen der eigenen Wohnung nur noch mit triftigem Grund erlaubt. Dazu zählt das Einkaufen, Treffen mit bis zu 5 Personen aus 2 Haushalten, Partner oder Verwandten in gerader Linie oder Sport und Spaziergänge. Die Aktivitäten an der frischen Luft dürfen ausschließlich alleine, mit einer weiteren Person oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts durchgeführt werden.

Nachts von 20 bis 5 Uhr ist das Verlassen der eigenen Wohnung nicht erlaubt. Dies ist nur in Ausnahmefällen gestattet, beispielsweise für den Weg zur Arbeit, in Notfällen oder wenn medizinische Leistungen in Anspruch genommen werden müssen.

Es gilt ein Verbot des Ausschanks und des Verkaufs von Alkohol an Orten mit erhöhtem Publikumsverkehr. Der Einzelhandel, Schulen und Kitas bleiben geöffnet und auch die Lockerungen zu Weihnachten bleiben vorerst bestehen. Letzteres kann sich aber auch noch ändern. Auch der Lockdown nach Weihnachten scheint sicher zu sein.

Bayern: Ministerpräsident Markus Söder befürwortet einen bundesweiten Lockdown bis mindestens 10. Januar. Er fordert bundesweit Ausgangsbeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren in Hotspots, Geschäftsschließungen, Betriebsferien und verlängerte Schulferien. Bereits letzte Woche wurde für Bayern der Katastrophenfall ausgerufen, die Lockerungen der Corona-Regeln gelten nur vom 23. bis zum 26. Dezember. Mehr über die Verschärfung der Corona-Regeln in Bayern lesen Sie hier.

Berlin: Schon jetzt geht es in der Hauptstadt streng zu: Die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen, die ursprünglich in ganz Deutschland während der Feiertage verhängt werden sollten, gelten hier nicht. Nach wie vor dürfen sich nur 5 Personen aus 2 verschiedenen Haushalten treffen. Doch das soll noch nicht alles gewesen sein: Berlin plant einen harten Lockdown mit deutlichen Einschränkungen für den Einzelhandel und die Schulen. Vermutlich soll es auch verlängere Schulferien oder Digitalunterricht geben. Wann der Lockdown beginnen soll, steht noch nicht fest, aber andauern wird er vermutlich bis zum 10. Januar.

Brandenburg: In Brandenburg sollen die Corona-Maßnahmen zwar nach wie vor gelockert werden, es ist jedoch im Gespräch, den Lockerungszeitraum vom 23. bis zum 27. Dezember zu verkürzen. Noch strengere Maßnahmen sollen für Corona-Hotspots gelten: Hier soll es Wechselunterricht sowie ein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen geben.

Bremen: In Bremen hält man sich an die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen. Am 21. und 22. Dezember gilt keine Schulpflicht, das bedeutet, den Erziehungsberechtigen obliegt die Entscheidung, ob ihre Kinder an den beiden Tagen in die Schule gehen sollen.

Hamburg: In Hamburg ist der Verkauf von Glühwein und anderen alkoholischen Getränken, die zum unmittelbaren Verzehr bestimmt sind, bis Anfang Januar verboten. Es wird diskutiert, ob die Corona-Maßnahmen über Weihnachten und Silvester wirklich gelockert werden können.

Hessen: Hessen plant nächtliche Ausgangssperren in Corona-Hotspots. Diese sollen bereits ab Freitag gelten und Landkreise oder kreisfreie Städte mit einer dauerhaften 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen betreffen. Einwohner der betroffenen Gebiete dürfen ihre Wohnung dann von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens nicht verlassen. Die neuen Einschränkungen sollen zunächst bis zum 10. Januar gelten. Am 16. Dezember soll entschieden werden, ob es Lockerungen über die Weihnachtszeit geben wird.

Mecklenburg-Vorpommern: In Mecklenburg-Vorpommern soll ein Verbot für alkoholische Getränke in der Öffentlichkeit erlassen werden. Weiterhin sollen die Besuche in Alten- und Pflegeheim eingeschränkt werden. Vom 4. bis zum 8. Januar erhalten Schüler ab der 7. Klasse Distanzunterricht, in Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von 50 oder mehr gilt der Distanzunterricht bereits ab Montag. Außerdem sollen ab Weihnachten alle Geschäfte schließen, mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften.

Niedersachsen: Die niedersächsische Landesregierung hat die Lockerungen der Corona-Regeln über Weihnachten und Silvester bereits weitgehend wieder zurückgezogen. Sie gelten nun lediglich vom 24. bis zum 26. Dezember – außerdem gelten unterschiedliche Regeln für Familienmitglieder und Freunde: Während im Familienkreis bis zu 10 Personen zusammenkommen dürfen, liegt die Grenze bei Freunden bei 5 Personen. Schüler werden außerdem vom 14. bis zum 18. Dezember von der Präsenzpflicht im Unterricht befreit, notwendig ist nur eine Nachricht der Erziehungsberechtigten an die Schulen. Die Regierung überlegt außerdem, alle Geschäfte, die nicht Teil der Grundversorgung sind, zwischen Weihnachten und Neujahr zu schließen – eventuell auch länger.

Nordrhein-Westfalen: In Sachen Schule trifft Nordrhein-Westfalen eine ungewöhnliche Entscheidung: Der Schulbeginn soll bereits ab 7 Uhr morgens möglich sein, damit Schulen Gruppenbildung besser entgegenwirken und dadurch das Infektionsrisiko senken können. Ansonsten gelten die vom Bund und den Ländern gemeinsam beschlossenen Maßnahmen. Ministerpräsident Armin Laschet ist auch offen für einen harten Lockdown nach Weihnachten.

Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz plant, die Beschränkungen direkt nach den Feiertagen wieder zu verschärfen. Weiterhin soll es keine Corona-Lockerungen an Silvester geben. Es gilt außerdem ein mehrstufiger Aktionsplan mit Warnstufen, der von der 7-Tage-Inzidenz abhängig ist.

Saarland: Im Saarland sollen die Lockerungen der Corona-Regeln nur zwischen dem 23. und 27. Dezember gelten. Außerdem soll es über Weihnachten und Silvester ein Alkoholverbot an belebten Plätzen und Straßen geben.

Sachsen: Ab Montag befindet sich Sachsen im Lockdown. Das bedeutet: Schulen, Kindergärten und die meisten Läden werden geschlossen. Nur Geschäfte, die der Grundversorgung dienen, sollen geöffnet bleiben. Der Lockdown soll bis zum 10. Januar gelten. Vom 23. bis 27. Dezember soll es jedoch Lockerungen geben: 10 Familienmitglieder aus verschiedenen Haushalten dürfen dann zusammenkommen. Auch Hotels dürfen in dieser Zeit öffnen. Sie dürfen aber nur Gäste aufnehmen, die Familienmitglieder besuchen.

Sachsen-Anhalt: Für Sachsen-Anhalt ist bisher lediglich bekannt, dass es dort keine Lockerung der Corona-Regeln an Silvester geben wird.

Schleswig-Holstein: In Schleswig-Holstein soll es bis zum 10. Januar keine Lockerungen der Corona-Regeln geben. Die Bürger sind dazu aufgerufen, die Kontaktbeschränkungen einzuhalten. Es wird ein Verbot für den Alkoholausschank in der Öffentlichkeit erlassen werden. Auch Ministerpräsident Daniel Günther zeigt sich offen gegenüber einem harten Lockdown.

Thüringen: Ab dem 19. Dezember sollen die meisten Geschäfte schließen, davon ausgenommen sind Geschäfte, die die Grundversorgung gewährleisten. Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse sollen außerdem Distanzunterricht erhalten. Dies gilt vorerst am 21. und 22. Dezember und zwischen dem 4. und 10. Januar.

Quelle: tagesschau.de, swr.de

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