Aktualisiert: 28.03.2021 - 10:44

Sprachwandel Mütend und Co: DIESE neuen Wörter brachte uns Corona!

Die Kinder müssen betreut und die finaziellen Corona-Hilfen herangeschafft werden. Seit über einem Jahr leben wir mit Corona. Das macht müde. Nun kommen diese ständigen Unklarheiten in der Regierung bezüglich des Umgangs mit Corona dazu. Das macht viele langsam wütend. Und müde und wütend mixt sich eben zu mütend.

Foto: Getty Images/sarahwolfephotography

Die Kinder müssen betreut und die finaziellen Corona-Hilfen herangeschafft werden. Seit über einem Jahr leben wir mit Corona. Das macht müde. Nun kommen diese ständigen Unklarheiten in der Regierung bezüglich des Umgangs mit Corona dazu. Das macht viele langsam wütend. Und müde und wütend mixt sich eben zu mütend.

Durch die Corona-Pandemie sind zahlreiche neue Wörter entstanden. Ein Begriff, der gerade die Runde macht, beschreibt das derzeitige Gefühl im ganzen Land exakt: mütend.

Seit 2020 plagt uns die Corona-Pandemie. Das Virus verändert seitdem unser Leben, aber auch auf unsere Sprache nahm die weltweite Krise Einfluss. Viele neue Wörter sind im Zusammenhang mit Corona entstanden, über die sogar schon die ausländische Presse berichtete. Nun ist gerade ein neues Wort hinzugekommen, dass das derzeit in der Gesellschaft herrschende Gefühl wohl nicht treffender ausdrücken könnte: mütend.

Was das neue Corona-Wort "mütend" bedeutet

Update vom 28. März: Haben auch Sie in letzter Zeit öfter den Begriff mütend gehört oder in den Medien gelesen? Es ist ein Wort, das wohl das Gefühl, das derzeit in der Gesellschaft vorherrscht, treffend beschreibt. Doch was bedeutet es eigentlich genau? Wie sueddeutsche.de berichtete, hat es die Ärztin Carola Holzner, eher bekannt als "Doc Caro" auf Facebook aufgebracht.

Es ist eine Zusammensetzung aus "Müde" und "Wütend", und genau das sind die Deutschen wohl zurzeit. Sie sind müde von über einem Jahr Corona-Pandemie und Lockdowns, in denen sie ihren geliebten Freizeitbeschäftigungen nicht nachgehen konnten und in denen sie ihre Familie und Freunde nicht treffen durften.

Doch nun hat sich auch noch Wut hinzugesellt. Sie sind wütend über die Maßnahmen, die noch immer undurchdacht erscheinen, über dieses Hin und her bei Lockerungen und Verschärfungen und nun zu guter Letzt noch wegen des Dramas um die plötzlich eingeführten Ruhetage, die es dann doch nicht gab. Und wütend, weil nicht auf das gehört wird, was Experten seit Wochen raten.

Doch mütend ist nur ein einziges Wort, das Corona hervorgebracht hat. Im Moment ist das besonders in aller Munde, weil es gerade das Kollektivgefühl hierzulande treffend beschreibt. Aber sehen Sie mal, was die Pandemie uns noch an vielen neuartigen Bezeichnungen gebracht hat.

Ursprünglicher Artikel vom 8. Dezember 2020:

Corona hat uns DIESE neuen Wörter gebracht

Reden Sie mittlerweile auch nur noch von Covidioten, Coronaangst und Maskentrotteln? Dann haben Sie sich den Corona-Sprachgebrauch, der sich seit 2020 etabliert, wohl schon angeignet. Manche unserer Corona-Wortneuschöpfungen erklären sich von selbst, andere benötigen wohl noch eine kurze Erklärung. Einige dieser neuen Corona-Begriffe, die das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache zusammengesammelt hat, möchten wir Ihnen vorstellen.

Spannend sind mittlerweile nicht mehr nur unsere schier unzähligen Begriffe zur Corona-Pandemie, sondern die Tatsache, dass sich jetzt sogar schon die ausländische Presse für unsere kreativen Neologismen interessiert. Diese Woche berichteten sogar britische Medien, genauer The Guardian, über dieses Phänomen.

  • Abstandsbier: Das Feierabendbierchen muss auch zu Corona-Zeiten sein. Natürlich soll es die gesellige Trinkrunde nur mit dem nötigen physischen Abstand geben. Hält man diesen ein und stößt mit einem Bierchen an, genehmigt man sich zu aktuellen Zeiten ein Abstandsbier.
  • AHA-Regel: Bei dieser Wortneuschöpfung handelt es sich natürlich nicht um ein neues Gesetz, demzufolge Sie bei einem schlagartigen Erkennen eines zuvor gesuchten Sinnzusammenhanges immer den Ausruf "aha" zum Besten geben müssen. Vielmehr hat uns die Covid-19-Pandemie diese nötige Regel aufgezwungen und meint das Gebot, Abstand zu halten, die Hygieneregeln zu befolgen und die Alltagsmaske zu tragen.
  • Balkonkonzert: Noch vor einem Jahr hätte ein Balkonkonzert wohl wenig Sinn gemacht, ging man doch in große Hallen mit Tausenden von Menschen, um einem musikalischen Erlebnis beizuwohnen. Doch ein Balkonkonzert ist heutzutage eine gute Möglichkeit, den Alltag zusammen mit anderen Menschen durch Gesang und ein paar Klänge ein wenig schöner werden zu lassen, wenn die Zeiten gerade fordern, dass man besser zu Hause bleibt.
  • Coronafrisur: Dieses Wort fiel vor allem in den letzten Wochen. Durch den Lockdown seit dem 16. Dezember und der Schließung der Friseursalons hatte Deutschland definitiv nicht mehr die Haare schön. Beispielsweise wurden die Haare unprofessionell selbst geschnitten oder man ließ sie einfach wachsen. Bei dem einen oder anderen kam da ein unschöner Haaransatz zum Vorschein. Was auch immer da auf den Köpfen der Deutschen zu sehen war, einen verunstalteten Haarschnitt nennt man dieser Tage Coronafrisur.
  • Coronaticker: Ohne den Coronaticker wären wir wohl dieses Jahr aufgeschmissen gewesen. Dieses Nachrichtenformat informierte uns stets über wichtige neue Meldungen zur Corona-Krise, etwa als die Maskenpflicht eingeführt wurde oder uns der Lockdown ereilte.
  • Distanzunterricht: Unterricht fand bei uns immer so statt, dass sich Lehrende und Lernende in der Schule direkt begegnet sind. Da zeitweise die Schulen geschlossen waren, musste der Lernstoff über digitale Medien vermittelt werden. So kam es zu Unterricht aus der Ferne, bei dem sich Schüler und Lehrer nur virtuell begegnen.
  • Ein-Freund-Regel: Es gab den Vorschlag, dass unsere Kleinen nur einen Freund über eine gewisse Zeit lang treffen. So sollten Kontakte reduziert werden.
  • Fußgruß: Ja, seit dem Jahr 2020 sagt man sich nicht mehr mit den Händen hallo. Die Füße kommen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zum Einsatz, wenn man sich begrüßen möchte.
  • Geisterspiel: Da Fußball-Events von jubelnden Zuschauern geprägt waren, konnte sich wohl niemand vorstellen, dass einmal Geisterspiele, also Fußballspiele ohne Publikum live vor Ort in den Rängen, einmal zur Realität werden.
  • Hamsteritis: So nervig! Während der Corona-Pandemie glaubten so manche Menschen, bald nichts mehr in Läden einkaufen zu können, und hatten die Neigung, Waren zu hamstern. Sie hatten die Hamsteritis und sich vor allem einen groooßen Vorrat an Klopapier angelegt.
  • Inzidenzwert: Eine wichtige Angabe, um zu sehen, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt. Dieser Wert gibt die Neuinfektionen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes an.
  • Jahrgang Corona: Gemeint sind alle Schul-, Studiums- und Ausbildungsabsolventen, die während der Krise ihren Abschluss machten und möglicherweise einen schlechteren Anfang im Berufsleben haben.
  • Kassenumhausung: Hätte sich noch vor wenigen Jahren die Kassierin/der Kassierer im Supermarkt hinter Plexiglasscheiben versteckt, hätten Sie wohl gedacht, dass sie/er wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Heute können wir verstehen, dass diese Vorrichtung zum Schutz unserer Corona-Helden dient.
  • Lockdown light: Beim zweiten Mal, als uns der Shutdown auferlegt wurde, waren wir froh, dass es nur einen Lockdown light gab. Das bedeutet, wir freuten uns, dass nicht alle wirtschaftlichen Bereiche gleichermaßen lahmgelegt wurden, sondern dass die Geschäfte offen blieben.
  • Maskenmuffel: Sie gehen uns tierisch auf die Nerven: Menschen, die den Schutz ihrer Mitmenschen nicht für nötig halten und keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen beziehungsweise sie nicht vorschriftsgemäß aufsetzen.
  • Novemberhilfe: Bei so langen Lockdowns, wie wir sie hatten bzw. immer noch haben, benötigen Unternehmen finanzielle Hilfe vom Staat. Das, was sie an Geld bekamen, berechnete sich aus den Einnahmen vom November vorherigen Jahres.
  • Online-Konferenz: Viele Firmen haben dieses Jahr das Homeoffice für sich entdeckt. Ein Treffen per Videokonferenz gehört wohl jetzt zum Arbeitsalltag vieler Angestellter.
  • Pandemiebedingt: Wenn etwas aufgrund der Corona-Krise anders ist als zuvor, dann sprechen wir oft von "pandemiebedingt". Beispielsweise wurden Großveranstaltungen pandemiebedingt dieses Jahr abgesagt.
  • Quarantänebrecher: Jemand, der die Maßnahme nicht einhält, zu Hause zu bleiben, um andere nicht mit dem Coronavirus anzustecken.
  • Risikogebiet: Eine Region, in der es viele Corona-Fälle gibt und in der deswegen ein besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht.
  • Sofortbußgeld: Verstößt man gegen die Corona-Vorschriften, kam es in manchen Fällen zu direkten Zahlungsaufforderungen, dem Sofortbußgeld.
  • Telefonische Krankschreibung: Musste man sonst zum Arzt, um sich krankschreiben zu lassen, ging das in der Corona-Krise zeitweise per Telefon. Ein Anruf – und der gelbe Schein flatterte ins Haus.
  • Todesküsschen: Ein Kuss auf die Wange ist eigentlich eine schöne Begrüßung oder ein Zeichen von Zuneigung. In Corona-Zeiten kann eine solche Berührung mit den Lippen auf der Wange einer anderen Person das Corona-Infektions- und Sterberisiko erhöhen. Daher wird dem Wort Kuss der Begriff Tod vorangesetzt und so sprechen wir nun von einem Todeküsschen.
  • Überbrückungshilfe: Auch Studierende erhielten in der Corona-Pandemie finanzielle Unterstützung, die sich Überbrückungshilfe nennt.
  • Vor-Corona-Welt: Manch einer nennt sie wohl auch "die gute alte Zeit", gemeint ist im Allgemeinen die Zeit, bevor das Virus ausgebrochen ist und die Welt eingenommen hat.
  • Warn-App: Mit der Corona-Warn-App, die man sich auf sein Smartphone laden kann, sollte die Ansteckung mit Covid-19 eingedämmt werden. Durch Probleme in der Anwendung war diese App mehrfach umstritten.
  • Zwei-Haushalte-Regelung: Die Verordnung, die besagte, dass sich nur Personen aus zwei verschiedenen Haushalten treffen dürfen. Damit sollten Kontakte reduziert werden.

Hier finden Sie die weiteren Wörter rund um die Corona-Krise.

Quellen: owid.de, swr3.de, theguardian.com, facebook.de, sueddeutsche.de

Zum Coronavirus gibt es weitaus mehr zu berichten als nur die Begriffe, die sich in den Jahren 2020/21 entwickelt haben. Für alle wichtigen Neuigkeiten nutzen Sie unsere Themenseite zum Coronavirus.

Manche der neuen Corona-Begriffe finden Sie kurios? Dann lesen Sie erst einmal diese 10 witzigsten Beweise, die zeigen, dass die deutsche Sprache verrückt ist.

Übrigens: Vermeiden Sie besser diese Formulierungen, um nicht doof zu wirken.

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