Aktualisiert: 03.12.2020 - 22:03

Mehr als ein Drittel gestorben So viel Tierleid: Zoll entdeckt in Puppen eingenähte Reptilien

Diese Baumschleiche war unter den bedauernswerten Reptilien, die der Zoll am Flughafen Köln/Bonn entdeckt hat – eingenäht in Puppen. Unfassbar!

Foto: Museum Koenig

Diese Baumschleiche war unter den bedauernswerten Reptilien, die der Zoll am Flughafen Köln/Bonn entdeckt hat – eingenäht in Puppen. Unfassbar!

Grenzenloser Irrsinn, was der Zoll am Flughafen Köln/Bonn gefunden hat: 26 Tiere, eingenäht in Puppen. Diesen unfassbaren illegalen Transport haben einige der Reptilien nicht überlebt.

Wer macht so etwas? Wer kann Lebewesen so etwas antun? Beim Schmuggel über Landesgrenzen kommt es leider immer wieder zu widerwärtigen Funden, vor allem im Zusammenhang mit exotischen Tieren. Am Flughafen Köln/Bonn hat der Zoll jetzt in Puppen eingenähte Reptilien entdeckt – für einige von ihnen war das das Todesurteil.

Zoll entdeckt in Puppen eingenähte Reptilien – einige sind tot

Es waren Pakete aus Mexiko – mit landestypischen Süßigkeiten, Souvenirs und Spielsachen, adressiert an deutsche Privatempfänger. Ob die Zöllner, die die Pakete überprüft haben, schon einen siebten Sinn für Schmuggelware haben? Fakt ist, dass sie die Pakete öffneten und ihnen dann bereits ein spezieller Geruch entgegengeweht sei, wie Jens Ahland, Sprecher des Hauptzollamts Köln, dem Nachrichtensender n-tv gegenüber sagte.

Bei der genauen Sichtung dauerte es dann vermutlich nicht lange, bis die Zoll-MitarbeiterInnen auf die insgesamt 26 Reptilien stießen, die in kleine Stoffpuppen eingenäht waren. Die Belüftung darin, erschwert durch die Kiste und den langen Zeitraum, war nicht annähernd ausreichend, so dass zehn der maximal 40 Zentimeter großen Reptilien den unfassbaren Transport nicht überlebten.

26 artengeschützte Tiere wurden geschmuggelt

Um die genauen Arten bestimmen und die geschundenen, noch lebenden Tiere aufpeppeln und pflegen zu können, wurden die Reptilien ins Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK), dem Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere, nach Bonn gebracht.

Dort konnte festgestellt werden, dass es sich bei dem Schmuggel um 26 artengeschützte Dosenschildkröten, Baumschleichen, Alligatoreidechsen und Krötenechsen aus Mexiko handelte. "Bei unseren Luftfrachtkontrollen müssen wir ja grundsätzlich mit allem rechnen, aber lebende und zudem artengeschützte Tiere zu finden, ist schon erschreckend", so Jens Ahland.

Das droht den Tätern jetzt

Einige der geschmuggelten Tierarten fallen unter die Vorschriften des internationalen Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Das heißt: Mexiko und Deutschland hätten diese Transporte genehmigen müssen.

Die mexikanischen Behörden wurden bereits informiert: Weil die Einfuhren nicht genehmigt waren, drohen den dafür Verantwortlichen jetzt Bußgeldverfahren nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Bei der Bemessung wird die grausame Art und Weise des Transports eine Rolle spielen.

Und was passiert mit den Tieren? Wenn die Behörden einverstanden sind, kommen die Tiere, die gesund genug sind, zur Wiederauswilderung zurück nach Mexiko. So wird es für einige wenigstens ein halbwegs glimpfliches Ende nehmen. Und die Täter bekommen hoffentlich eine richtig hohe Geldstrafe aufgedrückt – das ist das Mindeste!

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Vorsicht, Betrugsmasche, wenn der Zoll Sie in einer E-Mail dazu auffordert, eine Zahlung zu leisten! Mehr Informationen rund um Rechtsangelegenheiten finden Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Rund um Tiere in Not informieren wir Sie auch – zum Beispiel, wie ein abgemagerter Elefant auf Sri Lanka Paraden laufen musste – jetzt ist er tot. Oder wie mies das Geschäft mit illegalem Welpenhandel ist.

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