01.12.2020 - 08:55

Hat es sich ausgeschnitten? Muss Deutschlands größte Friseurkette ein Drittel aller Salons schließen?

Klier, die größte deutsche Friseurkette, muss Insolvenz anmelden. Bedeutet das die Schließung zahlreicher Filialen?

Foto: imago images/7aktuell

Klier, die größte deutsche Friseurkette, muss Insolvenz anmelden. Bedeutet das die Schließung zahlreicher Filialen?

Klier ist die größte deutsche Friseurkette: In 1.350 Filialen schneidet das Unternehmen Haare. Jetzt gibt es allerdings schlechte Nachrichten…

Klier ist die größte Friseurkette Deutschlands. 1.350 Filialen betreibt das Unternehmen – die meisten davon befinden sich in Deutschland, doch auch in Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei unterhält Klier Zweigstellen. Auch die Ketten styleboxx, Hairworld sowie Cut & Color gehören zur Klier-Gruppe. Gestern wurde bekannt, dass Klier insolvent ist: Vermutlich muss Deutschlands größte Friseurkette ein Drittel seiner Salons schließen – das sind rund 450 Filialen.

Insolvenz: Muss Klier seine Salons schließen?

Im Frühjahr 2020 hatte das Unternehmen ein Schutzschirmverfahren beantragt. Der Grund dafür war – wie könnte es anders sein – die Corona-Krise. Während des ersten Lockdowns mussten Friseursalons gezwungenermaßen schließen. Wie die Bild-Zeitung berichtete, wird heute Mittag entschieden, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird.

Für den Fall, dass Klier tatsächlich seine Salons schließen muss, würden circa 15 bis 20 Prozent der Stellen wegfallen. Die Streichungen betreffen alle Ketten, die zur Klier-Gruppe gehören. Eventuell gibt es aber doch noch Hoffnung: Auf eine Anfrage von t-online sagte ein Klier-Sprecher, dass alle jetzt genannten Zahlen "Spekulationen" seien, da es "noch viele Gespräche und Verhandlungen über einzelne Standorte" gebe.

Diesmal bleiben Friseure geöffnet

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Zwangsschließungen haben viele Unternehmen schwer getroffen. Während Friseursalons während des zweiten Lockdowns geöffnet bleiben dürfen, laufen Gastronomiebetriebe erneut auf Minimalbetrieb. Experten rechnen damit, dass zahlreiche Unternehmen Insolvenz anmelden werden. Das betrifft vor allem kleine Betriebe und Geschäfte, das Beispiel Klier zeigt jedoch, dass auch große Ketten nicht vor den Folgen der Corona-Krise verschont bleiben.

Wenigstens einen positiven Effekt – wenn man das so sagen darf – hatte die Krise: Viele Kunden haben ein ganz neues Gefühl der Wertschätzung für das Friseurhandwerk entwickelt. Wie der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks schreibt, war die "Resonanz auf die Wiedereröffnung sehr positiv", Kunden hätten erzählt, "wie sehr sie sich wieder auf Ihren nächsten Friseurbesuch freuen".

Friseure dürfen während des zweiten Lockdowns geöffnet bleiben – andere hatten bei den neuen Corona-Regeln der Bundesregierung nicht so viel Glück. Lesen Sie hier, was die neuen Corona-Regeln für den Handel bedeuten.

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