Aktualisiert: 26.11.2020 - 16:55

Geplantes Verbot Zirkus ohne Elefanten, Bären und Co? Das könnte bald Realität werden

Elefanten im Zirkus? Das ist vermutlich schon bald Vergangenheit. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner fordert ein Wildtier-Verbot für Zirkusse.

Foto: iStock.com/Andrea Izzotti

Elefanten im Zirkus? Das ist vermutlich schon bald Vergangenheit. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner fordert ein Wildtier-Verbot für Zirkusse.

Die Haltung und Beschäftigung von Tieren in Zirkussen ist nicht tiergerecht. Aus diesem Grund fordert Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Verbot.

Na, erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Zirkus-Besuch, damals, als Sie noch ein Kind waren? Bei dem Gedanken daran kommen bestimmt Nostalgie-Gefühle auf: Das verheißungsvoll gedimmte Licht, das freudig-erregte Murmeln der Zuschauer, die mysteriösen Tricks des Zauberers und – natürlich! – die Tiere! Elefanten, Affen, Bären, all diese faszinierenden Wesen, die Sie bisher nur aus Büchern und Filmen kannten, waren plötzlich ganz nah…

Auch, wenn wir gern in Kindheitserinnerungen schwelgen, wissen wir heute natürlich, dass weder die Haltung, noch die Zurschaustellung im Zirkus tiergerecht sein kann. "Die Zeit hat sich geändert" – so drückt es Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) aus. Sie plant ein Zirkus-Verbot für Wildtiere.

Wildtier-Verbot für Zirkusse

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, möchte mehr Tierschutz in Zirkussen durchsetzen. Zu diesem Zweck hat sie einen Verordnungsentwurf erarbeitet, der die Haltung und das Auftreten von Wildtieren in Wanderzirkussen verbietet.

Der Ministerin zufolge "leiden sie gerade in Wanderzirkussen unter dem ständigen Reisen, den oft nicht artgerechten Bedingungen vor Ort". Die artgerechte Haltung von Wildtieren sei nicht mit dem Zirkusbetrieb, seinen ständig wechselnden Orten und den beengten Gehegen und Auslaufmöglichkeiten vereinbar, als Resultat stünden die Tiere unter Stress. Für Julia Klöckner steht deshalb fest: "Wildtiere gehören nicht in die Manege."

Diese Tiere sind bald nicht mehr im Zirkus zu sehen

Das Wildtier-Verbot für Wanderzirkusse soll für Giraffen, Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Primaten und Großbären gelten. Diese dürfen nicht mehr neu angeschafft werden. Anders sieht es hingegen bei Großkatzen, also zum Beispiel Löwen und Tiger, aus. Nach Meinung von Experten kann ein Verbot dieser derzeit nicht rechtmäßig durchgesetzt werden. Der Grund dafür ist, dass noch nicht wissenschaftlich belegt ist, dass die Haltung und Zurschaustellung ihnen in dem gleichen Maße schadet wie den anderen Wildtieren.

Tierschützer kritisieren, dass das Verbot von Wildtieren nicht für Löwen und Tiger gelten soll. Sie fordern, alle Wildtiere zu verbieten – und in der Tat könnte das schon bald der Fall sein: Es ist ein weiteres Ziel der Ministerin, "das jetzt vorgelegte Verbot auf andere Wildtierarten auszuweiten".

Erstmals gibt es Regeln für die Haltung der Tiere

Zwar hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bereits in der Vergangenheit verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den Tierschutz in Zirkussen zu verbessern, beispielsweise durch die Überarbeitung von Leitlinien und das Erlassen von Verordnungen. Bisher galten jedoch keine spezifischen Anforderungen an die Haltung von Wildtieren. In der neuen Verordnung sind erstmals Themen wie die Unterbringung in geeigneten Haltungseinrichtungen, die Beschränkung der Beförderungsdauer oder die Trainingsbedingungen der Tiere geregelt.

Bereits im Sommer 2019 gab der Circus Roncalli bekannt, in Zukunft Zirkustiere durch Hologramme ersetzen zu wollen. Eine kuriose Idee hingegen hatte der Circus Krone: Dieser bot Löwenkot zum Verkauf an. Wirklich rührend ist auch die Geschichte von den beiden Zirkuselefanten, die sich nach 22 Jahren wiedersahen…

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