25.11.2020 - 14:27

Wichtiger Aktionstag Heute ist Orange Day! Was das bedeutet…

Schon gewusst? Heute ist Orange Day – der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Foto: imago images/PanoramiC

Schon gewusst? Heute ist Orange Day – der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Am 25. November ist Orange Day. Im Rahmen dieses Aktionstages wird auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht und für die Bekämpfung dieser demonstriert.

Heute, am 25. November, ist Orange Day. An diesem Tag gedenken wir aber nicht etwa der im Winter besonders beliebten, orangefarbenen Mandarine. Auch mit den Niederlanden hat der Tag nichts zu tun. Stattdessen ist der Orange Day der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen: ein internationaler Gedenk- und Aktionstag, an dem auf Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen aufmerksam gemacht und für deren Bekämpfung demonstriert wird.

Orange Day: Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Ob Sextourismus, Beschneidung oder häusliche Gewalt: Gewalt gegen Frauen hat zahlreiche hässliche Gesichter. Am 25. November weisen Menschenrechtsorganisationen wie Terre des Femmes auf diese hin und demonstrieren für die Einhaltung von Frauenrechten. Wer glaubt, dass ein solcher Aktionstag im Jahr 2020 nicht mehr notwendig ist, täuscht sich. Zwar gibt es in einigen Bereichen Besserungen: Beispielsweise gehen laut UNICEF die Fälle weiblicher Genitalverstümmelung stark zurück.

Andere Formen der Gewalt gegen Frauen werden hingegen schlimmer. Laut Tagesschau steigen die Fälle häuslicher Gewalt seit 2015 an. Wie der Focus berichtet, starben vergangenes Jahr in Deutschland 149 Menschen durch häusliche Gewalt – 113 davon waren Frauen. Terre des Femmes zufolge wurden 2019 deutschlandweit unglaubliche 141.792 Gewalttaten in Partnerschaften erfasst, 81 Prozent davon waren gegen Frauen gerichtet. (Die Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor, laut Bundesfamilienministerium wird es diese erst Ende des Jahres geben.)

Damit ist häusliche Gewalt der Organisation zufolge die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen – sogar häufiger als Verkehrsunfälle und Krebs zusammen! Jede vierte Frau in Deutschland war oder ist laut der Organisation Opfer häuslicher Gewalt. Das eigene Zuhause ist für Frauen statistisch gesehen der gefährlichste Ort.

Was die Corona-Krise für Frauenrechte bedeutet

Wie für beinahe alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens bedeutet die Corona-Pandemie auch für Frauenrechte nichts Gutes. Die häusliche Isolation führt dazu, dass man gewalttätigen Partnern schwer aus dem Weg gehen kann – und in der angespannten Stimmung ist es umso wahrscheinlicher, dass gewalttätige Personen die Beherrschung verlieren.

Wie Terre des Femmes berichtet, ist die häusliche Gewalt seit Beginn der Krise stark angestiegen, Frauenhäuser und weitere Anlaufstellen für Betroffene häuslicher Gewalt melden, dass ihre Angebote weitaus stärker in Anspruch genommen werden als vor der Pandemie. Ganz zu schweigen davon, dass es in Sachen Gleichberechtigung generell in vielerlei Hinsicht zu einem Rückschritt kommt, beispielsweise, wenn bei geschlossenen Schulen automatisch davon ausgegangen wird, dass die Mutter ihre Arbeit aufgibt, um das Homeschooling der gemeinsamen Kinder zu organisieren.

Die Pandemie frisst die Aufmerksamkeit

In anderen Ländern beschneidet die Corona-Krise Frauenrechte sogar noch stärker. So lenkt die Krise häufig die öffentliche Aufmerksamkeit von anderen wichtigen Frauenrechtsthemen ab, beispielsweise der weiblichen Genitalverstümmelung. Werden wegen der Corona-Krise Schulen geschlossen, besteht in Ländern, in denen der Schulbildung von Frauen generell wenig Bedeutung beigemessen wird, außerdem das Risiko, dass die Mädchen, einmal zuhause geblieben, den Schulbesuch auch später nicht wiederaufnehmen.

Bereits zu Beginn der Corona-Krise wurde mehr häusliche Gewalt gegen Frauen befürchtet. Heute wissen wir leider: Diese Befürchtungen waren begründet.

Um bei häuslicher Gewalt Hilfe suchen zu können oder Betroffenen zu helfen, sollten Sie diesen Geheim-Code kennen – so lösen bedrohte Frauen in Apotheken den Notruf aus. Auch dieses Handzeichen für Betroffene von häuslicher Gewalt sollten Sie unbedingt kennen. Erfahren Sie auch, warum gerade Gynäkologen bei häuslicher Gewalt helfen können.

Übrigens: Auch verbale Gewalt ist Gewalt. Die Initiative "Unhate Women" prangert Hass-Reden gegen Frauen an.

Geschichten von starken Frauen finden Sie auf unserer Themenseite.

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