Aktualisiert: 25.11.2020 - 17:53

Wegen Corona nicht machbar? Gottesdienst an Weihnachten: Was Kirchen sich einfallen lassen

Sind Gottesdienste an Weihnachten trotz Corona möglich? Ja – mit diesen Ideen der Kirchen schon...

Foto: iStock.com/MarinMtk

Sind Gottesdienste an Weihnachten trotz Corona möglich? Ja – mit diesen Ideen der Kirchen schon...

Der Gottesdienstbesuch an Weihnachten gehört für viele zum Fest dazu. Wird es wegen Corona dieses Jahr überhaupt möglich sein? Was Kirchen sich dafür einfallen lassen.

Ob besonders gläubig oder nicht: Der Gottesdienst gehört auch in Corona-Zeiten an Weihnachten, insbesondere an Heiligabend, für viele zum Fest wie der Christbaum und die Geschenke. Doch im Corona-Jahr gestaltet sich das schwierig – da muss die Kirche sich schon etwas einfallen lassen. Und das tut sie: Das sind die Ideen.

Gottesdienst trotz Corona an Weihnachten: Wie Kirchen das möglich machen wollen

Mehrere Gottesdienste hintereinander: Statt einer Christvesper wird es in vielen Kirchen dieses Jahr mehrere hintereinander geben, um möglichst vielen Gläubigen den Weihnachtsgottesdienst ermöglichen zu können. In größeren Städten soll zudem auch auf Kirchen ausgewichen werden, die normalerweise keinen Weihnachtsgottesdienst im Angebot haben. Schauen Sie online bei Ihrer Kirchengemeinde nach, häufig stehen die Zeiten und alternativen Orte schon fest.

Tickets und Eintrittskarten: Es erinnert ein wenig an einen Konzertbesuch, doch die Ausgabe von Tickets für die begehrten Plätze in den Weihnachtsgottesdiensten sind der Corona-Krise geschuldet. Am sinnvollsten ist hierbei die häufig auch angewandte Online-Vergabe, um Warteschlangen im Vorfeld zu vermeiden. Einige Gemeinden wollen Eintrittskarten dennoch ausgeben – wann und wo, ist auf den Webseiten zu erfahren. Auch für Online-Tickets gilt: Machen Sie sich schnell schlau, zum Teil hat die Vergabe schon begonnen!

Gottesdienst auf dem Bildschirm: Es ist zwar nicht wirklich vergleichbar, aber in der Not vielleicht nicht die schlechteste Alternative: den Weihnachtsgottesdienst im TV bzw. auf Youtube oder ähnlichen Plattformen anzusehen. So bietet etwa der Berliner Dom an Heiligabend am Nachmittag eine Vesper an, die der Sender "bibel.tv" überträgt. Viele weitere Kirchen in Deutschland werden es ihm gleichtun.

Kirchen anderer Konfessionen nutzen: Warum etwa in katholisch geprägten Gebieten nicht auf evangelische Gotteshäuser zurückgreifen? Ein Sprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart befürchtet, dass es in ländlichen Gebieten sogar mit mehreren Gottesdiensten eng werden könnte und machte der "Südwest-Presse" gegenüber folgenden Vorschlag: "Ist in diesen Fällen vor Ort eine größere evangelische Kirche vorhanden, streben wir eine Nutzung durch beide Konfessionen an." Im umgekehrten Fall solle das natürlich genauso gehandhabt werden.

Kreativ werden und auf ungewöhnliche Ort zurückgreifen: Für einen Gottesdienst braucht es nicht zwingend ein Gotteshaus. Wie der Sender "rbb" berichtet, wird im brandenburgischen Doberlug (Elbe-Elster) darüber nachgedacht, die Ladefläche eines LKW zu einer Art Altar umzufunktionieren und so in drei Dörfern den Weihnachtsgottesdienst abzuhalten. Die katholische Gemeinde St. Raphael in Bremen will die Galopprennbahn der Stadt für festliche Gottesdienste nutzen. Und in Lübbenau in Brandenburg könnte das Sportstadion zum Kirchenraum werden, in dem 1000 KirchgängerInnen Platz fänden. Auch das Fußballstadion von Hannover 96, das Max-Morlock-Stadion des 1. FC Nürnberg, das des FC Sankt Pauli sowie das Südstadion in Köln sind zur Gottesdienstnutzung im Gespräch.

Gottesdienst im Freien vor der Kirche: Mancherorts könnte das kirchliche Zusammentreffen an Weihnachten reichlich frostig werden – so heißt es etwa auf der Seite der Evangelischen Landeskirche in Württemberg: "Wir beabsichtigen, die Gottesdienste an Heilig Abend im Freien vor der Kirche zu feiern." Und auch laut des Diözese-Sprechers von Rottenburg soll geprüft werden, ob Gottesdienste im Freien möglich sind. Dafür sind allerdings noch einige Dinge zu klären, etwa wie die Abstandregeln im Freien eingehalten werden können, ob eine Registrierung im Vorfeld notwendig ist – immerhin gibt es auch im Freien eine Obergrenze an Teilnehmern – und ob draußen überhaupt gemeinsam gesungen werden darf.

Gemeinsam singen – so geht's: Eine besonders schöne Idee hat Leipzig: Um 18 Uhr läuten in der Stadt die Glocken, anschließend wird die Weihnachtsgeschichte gelesen – öffentlich und im privaten Raum von vielen hundert Stimmen. Um 18.08 Uhr wird gesungen und musiziert. Die "Leipziger Internetzeitung" schreibt dazu: "Jeder kann mitmachen. Auf dem Balkon, unterm Christbaum, zwischen Sofakissen, während der Übertragung auf die Krankenstation, am Radio, im Internet. Die Leipzigerinnen und Leipziger sind verbunden, weil sie wissen: wir lassen alle gemeinsam jetzt das Lied von der hoffnungsvollen Weihnachtsbotschaft erklingen."

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