21.11.2020 - 09:29

Was die Länder planen Corona: Warum der Teil-Lockdown bis Weihnachten bleibt

Bis Weihnachten bleiben Restaurants und Co wie hier in München wohl zu – mindestens. Die Länder beraten über eine Ausweitung des Teil-Lockdowns – möglicherweise sogar mit Verschärfungen.

Foto: imago images / Sven Simon

Bis Weihnachten bleiben Restaurants und Co wie hier in München wohl zu – mindestens. Die Länder beraten über eine Ausweitung des Teil-Lockdowns – möglicherweise sogar mit Verschärfungen.

Auch wenn die Infektionszahlen nicht mehr steigen – sie stagnieren, aber nach wie vor auf sehr hohem Niveau: Aufatmen heißt das noch nicht. Die Bundesländer planen daher Änderungen. Und wollen bzw. müssen die Auflagen teilweise verschärfen.

Bis kurz vor Weihnachten bleibt es also wohl hart – oder wird sogar noch härter. Aufgrund der nach wie vor hohen Corona-Infektionszahlen planen die Länder nach Aussagen diverser Zeitungen eine Verlängerung des Teil-Lockdowns bis 20. Dezember – möglicherweise mit Verschärfungen der Regeln. Möglich sei außerdem eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis in den Januar, um den Brennpunkt Schulen zu entschärfen.

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Teil-Lockdown bis Weihnachten: Das haben die Länder vor

Laut Berichten der "Berliner Morgenpost" und des "Business Insider" unter Berufung auf Informationen aus Länderkreisen gibt es also bis mindestens Weihnachten kein Aufatmen. Die "Berliner Morgenpost" habe aus Koalitionskreisen in Berlin erfahren, dass sich sogar ein "weitgehender Konsens" über eine Verlängerung der Maßnahmen gegen das Corona-Infektionsgeschehen abzeichnet. Eigentlich waren die nur für den November geplant, eine Verlängerung hatte sich aber schon länger abgezeichnet.

Was bedeutet das konkret?

  • Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben wohl geschlossen
  • Geschäfte aber dürften für das wirtschaftlich wichtige Weihnachtsgeschäft öffnen

Mehr Masken, weniger Treffen: Hier sollen die Maßnahmen verschärft werden

Auch die Maskenpflicht sei weiter im Gespräch, heißt es bei "Business Insider": Demnach sollen die Länder eine Ausweitung dieser sogar befürworten. Ebenso werde über weitere Einschränkungen für Feiern und Treffen im privaten Bereich und in öffentlichen Räumen diskutiert – ebenso wie über eine mögliche Verlängerung der Weihnachtsferien bis 10. Januar.

Das Kanzleramt hatte indessen vergangene Woche eine Halbierung der Schulklassen vorgeschlagen. Dies stößt laut den Berichten in manchen Ländern auf Kritik.

Wir fassen zusammen – das könnte für Dezember anstehen:

  • Ausgeweitete Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für alle
  • Geringere Personenzahlen bei Treffen im privaten und öffentlichen Raum
  • Verlängerung der Weihnachtsferien bis Januar, sofern das Infektionsgeschehen dies erfordere.

Infektionszahlen insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen senken

Deutlich wird: Es stecken sich laut Zahlen des RKI immer mehr junge Menschen mit dem Coronavirus an – die Gefahr besteht umso mehr, dass diese es in Haushalte tragen und dort schwächere Familienmitglieder infizieren. Auch, wenn sie selbst wenige Symptome verspüren. Es zeigt sich aber auch: Die Zahlen der im Krankenhaus behandelten jungen Menschen steigen. Jugend schützt vor Krankheit nicht.

Kanzleramtsminister Braun kritisierte am Freitag gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) insbesondere das Verhalten an weiterführenden Schulen: "Sie tragen wesentlich zur Verbreitung der Infektion bei." Und weiter: Gerade an weiterführenden Schulen müsse "alles getan werden, um die Abstandsregeln einzuhalten". Am Mittwoch wollen Bund und Länder darüber diskutieren.

Sein Vorschlag: Ältere Schüler sollten vermehrt zu Hause unterrichtet werden. Schulen mit kleinen Klassenräumen sollten außerdem in Betracht ziehen, den Unterricht außerhalb der Schule in größere Räume umzulagern – etwa "auf Bürgerhäuser und Kinosäle auszuweichen".

Bald ist Weihnachten – wie geht es weiter?

Am Mittwoch wird also weiter diskutiert. Inwieweit die oben genannten Einschränkungen tatsächlich eintreffen und inwiefern sie auch das Weihnachtsfest beeinflussen könnten, ist noch nicht bekannt. Ziel war es eigentlich, die Infektionszahlen bis dahin zu senken, um ein halbwegs normales Weihnachten zu ermöglichen. Ob das erreicht werden kann, muss man sehen. Ein offener Einzelhandel mag jedenfalls in vielen Köpfen fraglich bleiben und insbesondere bei Kulturschaffenden für Unverständnis sorgen. Aber Weihnachten ist schließlich ein Konsumfest.

Das gilt bisher: Lockdown: Mit wem Sie sich wo treffen dürfen. Eine Bundesländer-Übersicht.

Unsere Nachbarn haben übrigens bereits gemerkt, dass der Teil-Lockdown nicht reicht: Harter Lockdown in Österreich!

Immerhin: Die Suche nach Impfstoffen scheint ein Ende zu haben, es könnte noch dieses Jahr losgehen. Das Coronavirus wird uns dennoch mindestens noch einige Monate begleiten.

Spannend dazu: Impf-Nebenwirkungen? Risiken des RNA-Impfstoffes überprüft

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