16.11.2020 - 11:56

Infektions-Cluster aufspüren Karl Lauterbach möchte "Corona-Detektive" einführen

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach plädiert für einen Kurswechsel bei der Pandemie-Bekämpfung. Er sprach sich für die Beschäftigung von "Corona-Detektiven" aus.

Foto: imago images/Christian Spicker

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach plädiert für einen Kurswechsel bei der Pandemie-Bekämpfung. Er sprach sich für die Beschäftigung von "Corona-Detektiven" aus.

Wie sinnvoll ist die Nachverfolgung einzelner Corona-Infektionen? SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat einen anderen Vorschlag…

Seit Wochen arbeiten die deutschen Gesundheitsämter am Limit: Die Testkapazitäten sind nicht mehr ausreichend, wer sich testen lassen kann, wartet teilweise tagelang auf sein Ergebnis, die Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist vielerorts nicht mehr möglich. Doch ist die Verfolgung von Einzelfällen, wie sie das Robert Koch-Institut vorschlägt, überhaupt ein sinnvoller Ansatz? Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) schlägt vor, stattdessen "Corona-Detektive" loszuschicken.

Diese Aufgabe sollten Karl Lauterbachs "Corona-Detektive" übernehmen

Gegenüber der Funke Mediengruppe forderte Karl Lauterbach einen Strategiewechsel bei der Eindämmung der Corona-Pandemie. Er sprach sich dafür aus, dass sich das Robert Koch-Institut darauf konzentrieren solle, Superspreader-Ereignisse zu isolieren. Zu diesem Zweck sollen die Gesundheitsämter "Corona-Detektive" einsetzen, die nach Quell-Clustern von Infizierten suchen, beispielsweise Partys. 80 Prozent der Neuinfektionen lassen sich Karl Lauterbach zufolge auf derartige Ereignisse zurückverfolgen. Es sei wichtig, dass die Betroffenen schnellstmöglich in Quarantäne kämen.

Wie der Merkur berichtete, hatte sich Charité-Virologe Dr. Christian Drosten bereits im August trotz einiger Nachteile für die Isolation von Quell-Clustern ausgesprochen. Dabei werden alle Angehörigen des Quell-Clusters, also beispielsweise alle Gäste einer Hochzeit, sobald eine Corona-Infektion vorliegt, für 5 Tage isoliert. Erst danach werde getestet. Diese Methode wurde beispielsweise in Japan erfolgreich zur Pandemie-Eindämmung eingesetzt.

Diese Vorschläge hatte Karl Lauterbach noch

Weiterhin sprach sich Karl Lauterbach dafür aus, die Dauer der Corona-Quarantäne zu verkürzen. Für 14 Tage gibt es ihm zufolge keine medizinische Rechtfertigung, eine Reduzierung auf 10 Tage mit der Möglichkeit, nach 5 Tagen einen Corona-Test durchzuführen, erachte er als sinnvoll.

Erst neulich hatte ein weiterer Vorschlag des Gesundheitspolitikers für Aufmerksamkeit gesorgt. Karl Lauterbach hatte sich für Lockdown-Kontrollen in Wohnungen ausgesprochen, ruderte später jedoch zurück.

Mehr Informationen und Neuigkeiten zum Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Lesen Sie beispielsweise, wie die Bevölkerung auf die Corona-"Nichtstuer-Spots" der Bundesregierung reagiert. Ebenfalls wissenswert: Alkohol während der Corona-Pandemie? Warum DAS keine gute Idee ist.

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