16.11.2020 - 09:33

Deutlich strengere Abgasregeln geplant Ab 2025 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr?

Deutschlands Straßen sind voll. Das könnte sich in den kommenden Jahren aber möglicherweise ändern. Denn ein Ende der Verbrennungsmotoren könnte in Sicht sein. Die EU-Kommission plant strengere Abgasnormen – und da können Diesel und Benziner nicht mithalten.

Deutschlands Straßen sind voll. Das könnte sich in den kommenden Jahren aber möglicherweise ändern. Denn ein Ende der Verbrennungsmotoren könnte in Sicht sein. Die EU-Kommission plant strengere Abgasnormen – und da können Diesel und Benziner nicht mithalten.

Autofahrer, die mit dem Gedanken spielen, sich langfristig ein neues Gefährt zuzulegen, sollten möglicherweise ihren Zeitplan überdenken: Laut einer neu beauftragten Studie der EU-Kommission könnte nämlich schon in weniger als fünf Jahren das Aus für Verbrenner kommen.

Nur noch 30 Milligramm Stickoxide (NOx) pro Kilometer, langfristig sogar nur noch 10 mg/km – was vielen erst einmal ein Fragezeichen über dem Kopf entlocken dürfte, heißt nichts anderes als: Sollte die EU-Kommission dies durchsetzen, dürfte es das in Zukunft mit reinen Verbrennungsmotoren – sowohl Benziner als auch Diesel – gewesen sein. Die Kommission plant aufbauend auf neuen Studiendaten nämlich deutlich strengere Abgasnormen – schon ab 2025.

Doch auch, wer einen Verbrenner fährt, dürfte es laut Erkenntnissen beim nationalen "Autogipfel" im September schon bald zumindest in Innenstädten schwer haben.

Abgasnormen sollen verschärft werden: Ab 2025 keine Verbrenner mehr

Anfang September fand der nationale "Autogipfel" im Kanzleramt statt. Anwesend waren nebst Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der "Autoländer" (Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen als Länder mit den großen Automobilherstellern in Deutschland und nebenbei zusammen die größte Automobilwirtschaft der Welt) auch Experten aus der Branche, unter anderem von der Beratungsfirma "PwC und Strategy&". Und die hatten bereits Studienergebnisse dabei, in denen es um Abgaswerte und die Entwicklung der Mobilität in Deutschland ging.

Verschiedene Szenarien wurden aufgezeigt, eine davon: Auch trotz mehr E-Autos dürften Lärm- und Feinstaubbelastung insbesondere in Ballungszentren durch Diesel und Benziner höher werden, da mehr Fahrzeuge unterwegs sind. Die Lösung laut "PwC und Strategy&"-Marktexperte: "Diskussionen über ein perspektivisches Fahrverbot von Verbrennern in Innenstädten halten wir in fünf Jahren für möglich bis wahrscheinlich." Sprich: Keine Verbrenner mehr in deutschen Städten.

Jetzt gesellt sich eine weitere, von der EU-Kommission beauftragte Studie hinzu, und die zeigt: Auch für Neuwagen wird es schwer – und das schon sehr bald. Obwohl an der Technik der Verbrenner seitens Hersteller getüftelt wird, dürften sie die laut Studie benötigten Maximalwerte nämlich nicht erreichen, sondern darüberliegen.

Abgasnorm Euro 7 ab 2025 – das soll sich ändern

Zur Erstellung der Abgasnorm Euro 7 hatte die EU-Kommission Wissenschaftler der Advisory Group on Vehicle Emission Standards beauftragt. Das Ergebnis wurde auf 66 Seiten festgehalten, heißt es laut Bild am Sonntag.

Die Studienergebnisse sind drastisch: Neuwagen dürfen demnach in Zukunft nur noch die oben genannten 30 mg/km NOx ausstoßen – und in einem weiteren Schritt eben nur noch 10 mg/km. Derzeit liegen die Grenzwerte bei 60 mg/km für Benziner und bei 80 mg/km für Diesel-Autos. Der Kohlenmonoxid-Ausstoß (CO) soll von 1000 mg bei Benzinern und 500 mg bei Diesel auf 300 bzw. 100 mg/km reduziert werden.

Daneben wird im Pamphlet diskutiert, den "RDE-Test" (Real Driving Emissions) zu verschärfen. Bei diesem Test wird der Schadstoffausstoß bei realen Fahrbedingungen gemessen. Alle Ausnahmen sollen dabei künftig wegfallen, geht es nach der Studie.

Ergebnisse könnten das Ende der Verbrenner bedeuten

Doch Branchenkenner warnen: Selbst moderne Verbrennungsmotoren, die bereits schadstoffärmer arbeiten, können diese Vorgaben nicht erreichen. Die Autoindustrie müsste hier also noch viel weiter entwickeln. Das kostet – und zwar in der Entwicklung und später dann den Verbraucher. Die Alternative: Nur noch auf E-Antriebe setzen.

Die EU-Kommission will sich nun zusammensetzen und anhand der Studienergebnisse bis 2021 einen Vorschlag erarbeiten. Diesem muss dann erst einmal das EU-Parlament zustimmen. Am 17. November findet aber erstmal der nächste "Autogipfel" im Kanzleramt statt.

Die Anstrengungen, die Emissionen zu senken, passieren natürlich nicht ohne Grund. Und Altfahrzeuge dürfen auch trotz Euro 7 (erstmal) weiterfahren. Dennoch dürften die Vorstöße Besitzern von Autos mit Verbrennungsmotor ein flaues Gefühl bereiten. Schon jetzt wird das Befahren von Städten stellenweise erschwert, wird doch immer mehr über autofreie Stadtteile diskutiert und dies teilweise sogar bereits umgesetzt. Ein Umrüsten ist auch für Nutzer kostspielig. Jetzt winkt außerdem erst einmal eine Erhöhung der Kfz-Steuer. Möglicherweise heißt es dann für viele in Zukunft: neues (E-)Auto – oder eben gar keins mehr.

Auch spannend für Autofahrer: Teurer Fehler: Wer so fährt, beschädigt seine Kupplung. Und das machen die meisten! Für alle rechtlichen Probleme und Fragen finden Sie Hilfe in unserem Ratgeber Recht!

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe