Aktualisiert: 14.11.2020 - 09:07

Abzocke? Strafzettel auf dem Supermarkt-Parkplatz: So schützen Sie sich

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Bis zu 30 Euro kann zu langes Parken auf dem Supermarktparkplatz kosten.

Foto: iStockphoto.com/tommaso79

Bis zu 30 Euro kann zu langes Parken auf dem Supermarktparkplatz kosten.

Auf den meisten Supermarkt-Parkplätzen ist es üblich, dass Kunden für die Dauer ihres Einkaufes kostenlos parken dürfen. Was aber, wenn dabei die Parkscheibe vergessen wird? Dann kann es ganz schön teuer werden... Was Sie dagegen tun können.

Ist Ihnen das auch schon mal passiert? Sie waren einkaufen und haben Ihr Auto auf dem Parkplatz vor dem Laden abgestellt. Als Sie – glücklich beladen mit einigen Einkaufstüten – aus dem Geschäft kommen, die böse Überraschung: ein Strafzettel! Offenbar haben Sie die Parkuhr vergessen, sichtbar auszulegen. Vielleicht haben Sie ja auch die Höchstdauer (in der Regel 1 bis 2 Stunden) des kostenlosen Parkens überschritten.

So oder so: Das ist überaus ärgerlich – zumal die Kosten für den (oft unbewussten) Fehltritt ganz schön hoch sind. Was nun tun, wenn man einen Strafzettel auf dem Supermarkt-Parkplatz bekommen hat? Welche Rechte hat man als Kunde?

Supermarkt-Parkplätze: So teuer kann Falschparken werden

Kostenloses Parken lockt Kunden an und ermuntert diese dazu, mehr Zeit im Laden zu verbringen – eigentlich eine ziemlich clevere Sache, von der sowohl Supermarkt als auch Autofahrer profitieren. Allerdings werden die Supermarkt-Parkplätze häufig von Autofahrern genutzt und blockiert, die gar keine Kunden sind – sogenannten "Fremdparkern".

Um dem nachzugehen beauftragen Supermärkte oft Fremdunternehmen, die den Parkplatz überwachen und gegebenenfalls Parkzettel verteilen.

Und die können ganz schön teuer werden: Die Höhe der verlangten Vertragsstrafe variiert von Firma zu Firma, manche von ihnen verlangen bis zu 30 Euro. Grundsätzlich wird als Vergleichswert eine Gebühr herangezogen, die ein Strafzettel wegen Falschparkens in der jeweiligen Stadt mit sich bringt.

Darf ein Supermarkt auf seinem Parkplatz überhaupt abkassieren?

Die Parkanlagen sind in der Regel Eigentum des Supermarkts, grundsätzlich kann der Eigentümer auf seinem Gelände – bis zu einem gewissen Grad – machen, was er möchte.

Das heißt, der Supermarkt kann seine Kunden kostenlos parken lassen aber genauso Parkgebühren und eine maximale Parklänge festlegen.

Alternativ kann der Laden auch seinen gesamten Parkplatz verpachten. Dann überwacht eine externe Firma das Gelände und verteilt bei Regelverstößen Strafen.

Welche Rechte hat man als Kunde?

Wenn ein Kunde den Parkplatz eines Supermarktes benutzt, erklärt er sich automatisch mit den dort herrschenden Bedingungen einverstanden und geht einen Vertrag ein.

Da die Kunden es allerdings gewohnt sind kostenlos zu parken, müssen Ausnahmen besonders deutlich gekennzeichnet werden. Das heißt, dass der Kunde am Eingang des Parkplatzes mit einem gut lesbaren Schild, über die herrschenden Bedingungen aufgeklärt werden muss.

Widerspruch einlegen!

Wer seinen Strafzettel unberechtigt oder für viel zu teuer hält, kann und sollte Widerspruch einlegen. Oft passiert es auch, dass man gar keinen Zettel an der Windschutzscheibe hatte und direkt eine Zahlungsaufforderung von den Parkplatzkontrolleuren oder sogar einem Inkassounternehmen bekommt. Mahn- und Verzugskosten müssen allerdings nicht bezahlt werden, wenn man keine Kenntnis der Ursprungsforderung hatte.

Besonders wichtig beim Widerspruch ist, dass man ausreichend Belege vorzeigen kann. Bewahren Sie beispielsweise Ihren Kassenbeleg auf, um beweisen zu können, dass Sie tatsächlich Kunde waren.

Hilfreich ist es außerdem, Fotos zu machen: So kann bewiesen werden, dass das Hinweis-Schild mit den Nutzungsbedingungen verdeckt oder nicht ausreichend lesbar war.

Bei Privatparkplätzen liegt die Beweislast allerdings grundsätzlich bei der Kontrollfirma. Das Parkplatzunternehmen muss nachweisen, wer das Fahrzeug am besagten Tag gefahren und abgestellt hat.

Im Allgemeinen sind Supermärkte ihren Kunden gegenüber jedoch nachsichtig, da sie diese nicht als solche verlieren wollen. Bei einem ungerechtfertigten Strafzettel, lohnt es sich also Widerspruch einzulegen und auf seine Rechte zu bestehen.

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Auch Lidl reagiert auf Fremdparker und erlaubt nur noch 60 Minuten Parkzeit – sonst droht Kunden Strafe!.

Im Straßenverkehr kann es auch teuer werden, wenn Sie DIESE neuen Verkehrsregeln nicht kennen.

Das nicht nur der Parkplatz, sondern auch das Internet voll von Betrügern ist, sollte inzwischen jedem bewusst sein. Und doch reicht nur ein Moment der Unachtsamkeit, um auf eine Abzocke hereinzufallen. Schützen Sie sich vor diesem PayPal-Betrug auf eBay Kleinanzeigen!

Verbraucherzentralen warnen aktuell vor einer besonders perfiden Telefon-Betrugsmasche: Darum sollten Sie am Telefon nicht "Ja" sagen.

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