Aktualisiert: 26.11.2020 - 13:46

Jetzt steht es fest Neue Corona-Regeln: An diesen Orten gilt das Böller-Verbot!

Neujahr 2020 in Berlin: Feuerwerk und Böller sorgen jedes Jahr an Silvester für Tonnen an Abfall und eine erhöhte Luftverschmutzung. Gegner machen sich seit Langem für ein Verbot stark. Dennoch wird es auch dieses Jahr kein generelles Böller-Verbot geben – trotz Corona-Pandemie. An öffentlichen Plätzen ist das Feuerwerk jedoch untersagt.

Foto: imago images/Stefan Zeitz

Neujahr 2020 in Berlin: Feuerwerk und Böller sorgen jedes Jahr an Silvester für Tonnen an Abfall und eine erhöhte Luftverschmutzung. Gegner machen sich seit Langem für ein Verbot stark. Dennoch wird es auch dieses Jahr kein generelles Böller-Verbot geben – trotz Corona-Pandemie. An öffentlichen Plätzen ist das Feuerwerk jedoch untersagt.

Endlich haben Feuerwerk-Fans eine Antwort auf die Frage bekommen, die ihnen so lange auf dem Herzen gebrannt hat. Hier gibt es ein Böller-Verbot!

Die Böller-Debatte gehört zur Vorweihnachtszeit wie Lichterketten und der Adventskalender. Alle Jahre wieder diskutieren jene, für die Silvester ohne Feuerwerk kein richtiges Silvester ist, mit denen, die die Neujahrstradition aus verschiedenen Gründen ablehnen. Tierfreunde, Umweltschützer und alle, die die immensen Summen, die jedes Jahr für Böller und Feuerwerk ausgegeben werden, angesichts der Not der Armen und Bedürftigen einfach nur absurd finden, durften dieses Jahr aufgrund der Pandemie kurzzeitig auf ein Verbot hoffen.

Seit der Besprechung von Kanzlerin und den Länder-Chefs am Mittwoch steht allerdings fest: Weder der Verkauf noch die Nutzung von Feuerwerkskörpern wird untersagt. Es wird allerdings dieses Silvester wegen Corona ein Böller-Verbot an öffentlichen Plätzen geben.

Seit gestern steht fest: Böller-Verbot gilt an öffentlichen Plätzen

Berlin und andere SPD-geführte Bundesländer hatten in Erwägung gezogen, dieses Silvester ein Verbot von privatem Feuerwerk zu erlassen. Um die Einhaltung des Verbots sicherzustellen, sollte auch der Verkauf von Feuerwerkskörpern verboten werden. Diese Information stammt aus einem Beschlussentwurf des Vorsitzlandes der Ministerpräsidentenkonferenz, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz ist derzeit Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Seit gestern ist allerdings klar: Trotz Corona wird es kein generelles Böller-Verbot geben, d.h. Feuerwerkskörper werden auch im Handel erhältlich sein. Auf belebten Straßen und Plätzen ist das Silvester-Feuerwerk jedoch untersagt. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass es zu Menschenansammlungen kommt. Welche Plätze und Straßen betroffen sind, entscheiden die örtlich zuständigen Behörden. Nichtsdestotrotz empfiehlt die Regierung, dieses Jahr auf das Feuerwerk zu verzichten.

Böller-Verbot wegen Corona? Das steckte hinter der Forderung

Nach einem guten Dreivierteljahr wünschen sich vermutlich beinahe alle Menschen nur noch eines: Dass die Corona-Pandemie in absehbarer Zeit vorbei ist. Gegner der exzessiven Silvester-Böllerei durften kurzzeitig darauf hoffen, dass der momentane Ausnahmezustand zumindest einen Grund zur Freude mit sich bringen würde: Nachdem alle Argumente gegen ein Verbot in der Vergangenheit höchstens kleinste Teilverboten in Städten ausrichten konnten, stand im Raum, das Böllern an Silvester wegen Corona zu verbieten.

Ziel des Verbots von Feuerwerk und Co wäre es gewesen, Gruppenbildung zu vermeiden, wichtige Einsatzkräfte wie Polizei und Feuerwehr zu entlasten und die Kapazitäten des Gesundheitssystems für Covid-19-Patienten und andere nicht vermeidbare Notfälle, etwa Herzinfarkt, freizuhalten.

Deutsche Umwelthilfe sammelt Stimmen gegen Silvester-Feuerwerk

Die Deutsche Umwelthilfe, die sich bereits seit Längerem für ein Böller-Verbot einsetzt, weist auf ihrer Website auf eine neue Studie des Max-Planck-Instituts in Mainz hin, laut der in Deutschland bei 26 Prozent der Covid-19-Todesfälle die Luftverschmutzung ein wahrscheinlicher Co-Faktor ist. Und wenn es einen Faktor gibt, der die Luftverschmutzung innerhalb kürzester Zeit stark ansteigen lässt, dann ist das das alljährliche Silvester-Feuerwerk. Laut der Organisation werden dabei jährlich in Deutschland innerhalb weniger Stunden bis zu 5.000 Tonnen an Feinstaub freigesetzt.

Die Deutsche Umwelthilfe sammelt deshalb bereits seit Längerem in einer Petition Unterstützerstimmen für ein böllerfreies Silvester. Sie fordert darin die Kommunen dazu auf, Verbotszonen einzurichten, die Händler, keine Pyrotechnik mehr zu verkaufen und das Innenministerium, die Sprengstoffverordnung zu ändern.

Pyrotechnik-Verband übt Kritik

Selbstverständlich traf die Aussicht auf ein Silvester ohne Feuerwerk nicht bei allen auf Zustimmung. Der Verband der pyrotechnischen Industrie kritisierte den Vorschlag der Deutschen Umwelthilfe in einer Pressemitteilung. Er bezeichnete den Vorstoß als "Instrumentalisierungsversuch" und warf der Organisation vor, "die Angst der Menschen in diesen schweren Zeiten auszunutzen".

Im Grunde ist es nicht weiter überraschend, dass das Böller-Verbot gekippt wurde: Obwohl ein solches sinnvoll wäre, ist es nachvollziehbar, dass gerade jetzt, wo die Menschen sich nach Normalität sehnen, die Abschaffung einer weiteren liebgewonnenen Tradition schlechte Karten hat.

Auch ohne Corona ist der Diskurs gen Ende des Jahres aber immer groß: Silvesterböller: Tolle Tradition oder unnötige Umweltbelastung?

Weitere Informationen und Neuigkeiten über die Pandemie finden Sie auf unserer Coronavirus-Themenseite. Auch wir haben im Oktober über den Zusammenhang zwischen Corona und schlechter Luft berichtet: Ein Viertel der deutschen Corona-Toten starb wegen Luftverschmutzung. Auch in puncto Corona-Impfstoff halten wir Sie auf dem Laufenden: Wann ist eine neue Impfung wirklich sicher und wirksam?

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