07.11.2020 - 10:47

Weniger Bewegung? 6 Tage "Lockdown Light": Das bringen die Auflagen wirklich

Die Cafés und Restaurants sind wieder geschlossen. Doch die Menschen sind trotzdem auf den Straßen. Bringt der "Lockdown Light" überhaupt etwas? Mobilitätsdaten zeigen jetzt die Auswirkungen.

Die Cafés und Restaurants sind wieder geschlossen. Doch die Menschen sind trotzdem auf den Straßen. Bringt der "Lockdown Light" überhaupt etwas? Mobilitätsdaten zeigen jetzt die Auswirkungen.

Wir befinden uns wieder im Lockdown – doch die Auflagen sind entspannter als noch im Frühjahr. Schulen haben geöffnet, Menschen fahren zur Arbeit. Bringen die Maßnahmen dann überhaupt etwas? Hierzu gibt es nun erste Erkenntnisse.

Die Fallzahlen steigen weiter, liegen mittlerweile bei über 20.000 neu positiv getesteten Corona-Fällen pro Tag. Das Gesundheitssystem steht am Rande der Überlastung. Einschränkungen mussten also her. Doch so mancher wunderte sich: Schulen trotzdem offen? Vielerorts dürfen sich Kinder treffen. Arbeit soll, wenn möglich, muss aber nicht im Home Office erfolgen. Sprich: Die Menschen in Deutschland sind trotzdem unterwegs. Kann ein solcher "Lockdown Light" die Corona-Pandemie dann überhaupt einschränken? Offenbar schon.

Mobilitätsdaten zeigen: Menschen sind auch im "Lockdown Light" weniger unterwegs.

Im Frühjahr waren die Daten eindeutig: Alles hatte geschlossen, die Bürger waren dazu angehalten, möglichst zu Hause zu bleiben. Und das haben sie getan: Die Mobilität haben die Deutschen in dieser Zeit stark eingeschränkt. Aber wie sieht es nun aus?

Um das herauszufinden, hat das Statistische Bundesamt am Freitag die Ergebnisse einer Sonderauswertung experimenteller Daten herausgegeben: Auf Basis anonymisierter Mobilfunkdaten konnten sie – wie auch schon im Frühjahr – feststellen, inwiefern die Mobilität zurückgegangen ist – schon am Montag, den 2. November, also zum Start der neuen Corona-Auflagen hat sie um 3,7 Prozent abgenommen. Am folgenden Dienstag waren es schon 6,4 Prozent weniger Bewegung. Gemessen haben die Verantwortlichen jeweils im Vergleich zu den entsprechenden Wochentagen in der Vorwoche.

Mobilitätsrückgang liegt nicht nur an den Auflagen

Doch schon am Wochenende vor den Auflagen waren die Deutschen weniger unterwegs. Auffällig ist hier jedoch, dass die Daten in Teilen des Landes so unterschiedlich sind. Während am Reformationstag (31. Oktober) insbesondere in den nördlichen und östlichen Bundesländern weniger Bewegung zu verzeichnen war, war der Rückgang der Mobilität im Südwesten Deutschlands an Allerheiligen (1. November) besonders stark. Seitens Statistischem Bundesamt in Wiesbaden hieß es, damit werde deutlich, "wie stark die Mobilitätsentwicklung von externen Faktoren wie besonderen Kalender- und Wetterereignissen beeinflusst wird".

Bereits vor den Maßnahmen hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zweimal ans Volk gewendet – mit eindringlichen Worten: "Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist." Und weiter: "Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort." Nur eine Woche später folgten die Auflagen – eine Reißleine angesichts der steigenden Zahlen.

Das sind die Unterschiede zum Lockdown im Frühjahr

Denn die Bewegungsdaten im Oktober sahen noch ganz anders aus: Vor den Einschränkungen war trotz oft herbstlichem Wetter viel los auf den Straßen. Im Vergleich dazu zeigten die Google-Daten der Android-Nutzer im Frühjahr weit weniger Bewegung – auch schon vor offizieller Ankündigung des Lockdowns am 22. März. Damals herrschte sicher mehr Ungewissheit. Heute fühlen wir uns möglicherweise dank AHA+L+C-Formel sicherer außerhalb des Wohnbereiches. Doch auch heute wissen wir noch nicht alles über das Coronavirus.

Darum schützt die AHA+L+C-Formel
Darum schützt die AHA+L+C-Formel

Klar ist aber auch: Die Wirtschaft ist diesmal lange nicht so stark eingeschränkt: Viele Menschen arbeiten wieder, und auch jetzt weiter, die im Frühjahr in den Wochen des Lockdowns zu Hause bleiben mussten. Die Daten zeigen aber: Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist zurückgegangen.

Die geringeren Bewegungen jetzt sind sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass Kultureinrichtungen, Bars, Restaurants wieder geschlossen haben. In Shopping-Malls, die weiterhin öffnen dürfen, ist das Besucheraufkommen jedoch zuletzt sogar gestiegen. Es ist eben wie es ist: ein als im Frühjahr"Lockdown Light" mit harten, aber weniger krassen Einschränkungen.

Ein bisschen bringen die Auflagen offenbar also tatsächlich. Doch ein großes Maß an Eigenverantwortung liegt weiterhin an uns, um die bedrohlich hohen Infektionszahlen wieder zu drücken und die Intensivkapazitäten nicht auszuschöpfen.

Hier gibt's noch ein paar Tipps:

Quelle: Destatis – Sonderauswertung zur Mobilität in Corona-Hotspots

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