06.11.2020 - 09:42

Regelsätze anheben 644 Euro: Experten fordern mehr Hartz IV

Hartz IV schütze nicht vor Armut, sondern manifestiere sie – so der Paritätische Wohlfahrtsverband. Warum die Experten mehr Hartz IV fordern.

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Hartz IV schütze nicht vor Armut, sondern manifestiere sie – so der Paritätische Wohlfahrtsverband. Warum die Experten mehr Hartz IV fordern.

Ab 2021 werden die Hartz-IV-Regelsätze erhöht – doch das reiche nicht, so die Meinung von Experten. Weshalb sie eine zusätzliche Erhöhung fordern…

Der Hartz-IV-Regelsatz wird erhöht: 446 Euro sollen alleinstehende Erwachsene ab 2021 erhalten, das sind 14 Euro mehr im Monat als vorher. Während die einen sich über "zu viel Geld fürs Nichtstun" echauffieren, fordern Experten sogar mehr Hartz IV. In einer am Donnerstag herausgegebenen Pressemitteilung appelliert der Paritätische Wohlfahrtsverband an den Bundestag, die Regelsätze bedarfsgerecht zu erhöhen: 644 Euro im Monat wären nach Meinung der Experten angemessen.

"Hartz IV manifestiert Armut" – Darum fordern Experten mehr Hartz IV

Gestern fand im Deutschen Bundestag die Beratung zur Anpassung der Regelsätze in der Grundsicherung statt. Anlässlich dieser Beratung appellierte der Paritätische Wohlfahrtsverband, der sich das soziale Gleichgewicht zur Aufgabe gemacht hat, in einer Pressemitteilung an die Abgeordneten. Darin forderte er sie dazu auf, "dem vorliegenden Gesetzesentwurf nicht zu folgen und stattdessen endlich eine bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze zu beschließen".

Der Standpunkt des Verbands ist klar: Hartz IV, so wie es derzeit sei, schütze nicht vor Armut, sondern manifestiere sie. Laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband erfüllt der jetzige Regelsatz die verfassungsrechtlichen Vorgaben nicht, da mit diesem kein Mindestmaß an sozialer, politischer und kultureller Teilhabe gewährleistet sei. Auch eine gesunde Ernährung sei damit nicht möglich. Nach den Berechnungen des Verbands müsse ein angemessener Regelsatz 644 Euro für alleinstehende Erwachsene betragen.

"Armutspolitischer Totalausfall"

Der Paritätische Wohlfahrtsverband übt herbe Kritik an der Bundesregierung. Er wirft ihr "statistische Trickserei und unverschämtes Kleinrechnen" vor und fordert das Parlament dazu auf, den "armutspolitischen Totalausfall" der Bundesregierung zu korrigieren. Laut dem Verband lasse die Regierung keine Bereitschaft erkennen, die finanzielle und soziale Lage von Hartz-IV-Empfängern zu verbessern.

Lesen Sie hier noch einmal nach, welche Erhöhungen des Hartz-IV-Regelsatzes 2021 winken. Ein weiterer Punkt, der beim Regelsatz häufig kritisiert wird: Hartz-IV-Empfänger bekommen zu wenig Geld für Strom. Neulich sorgte auch dieser Beschluss für Schlagzeilen: Hartz-IV-Mütter sollen jetzt Vollzeit arbeiten!

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