Aktualisiert: 29.10.2020 - 21:56

Kinder, Kinder... Unglaublich: Diese Elternsätze von früher würden uns heute ins Gefängnis bringen

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Früher und heute: Was unsere Eltern uns damals so sagten und erlaubten, dafür würde manch einer heute richtig Ärger bekommen.

Foto: imago images / Westend61

Früher und heute: Was unsere Eltern uns damals so sagten und erlaubten, dafür würde manch einer heute richtig Ärger bekommen.

Auf der Rückbank des Autos schlafen und alleine einkaufen gehen, wir durften damals ziemlich viel. Und das war toll! Aber unseren Kindern sagen wir das lieber doch nicht so...

Wir erinnern uns. Die Eltern saßen unangeschnallt im Auto und rauchten in unserer Nähe. Bei der Party stand die Haustür offen, weil ja vielleicht noch ein paar Freunde kommen wollten. Wir waren nach der Schule den ganzen Tag unterwegs, und zwar ohne Eltern, wir tollten durch die Straßen unseres Kiezes oder fuhren mit dem Rad durch die halbe Stadt.

Sind wir heute zu streng oder ist das genau richtig so? Erinnern Sie sich und schmunzeln Sie mit uns über die Elternsätze von früher, die heute strafbar wären.

Unglaublich: Diese Elternsätze von früher wären heute fast alle strafbar

Freiheitsgefühle ohne Ende, ewig schmutzige Klamotten und ganz viel Spaß, das brachten wir unseren Eltern damals nach Hause nach einem aufregenden Tag. Warum? Weil wir Sätze wie diese gehört haben.

"Wartet mal kurz im Auto, die Schlüssel stecken!"

Was heutzutage eine Horrorvorstellung ist und Entführungs- und Unfallängste hervorruft, war damals total normal. Wenn der Papa noch schnell was einkaufen musste, blieben die kleinen Geschwister einfach im Auto auf dem Parkplatz. Damit man sich auch nicht langweilte, steckte natürlich auch der Schüssel im Zündschloss. Denn oft war nur so das Radio zu benutzen.

Das Ergebnis: Wir fühlten uns supererwachsen und frei und spielten "Autofahren". Was für eine Gekreische, wenn der Motor ansprang. Und, was für ein Schreck, wenn es auch loshopste. Das Ergebnis: Geheule, weil die Eltern laut wurden. Dafür eine ewig tolle Anekdote am Abendbrottisch.

"Geh mal was einkaufen, und bring auch bitte dem Papa sein Bier mit"

Diese Frage war damals nichts Ungewöhnliches und so trödelte meine beste Freundin mit Einkaufstasche, Geld und mir im Schlepptau los und wir rechneten gemeinsam, wieviel Geld denn noch für die leckeren Zuckermäuse übrig bliebe.

"Das Freibad ist offen, nimm mal deinen kleinen Bruder mit und zeig ihm mal gleich, wie das mit dem Schwimmen geht!"

Was damals normal und durchaus bequem war, wenn Papa und Mama ihre Zeit zu Zweit brauchten, ist heute absolut undenkbar. Pack die Badehose ein und das kleine Schwesterlein... Das geht heute nur mit Badering, Schwimmflügeln und superteurer Rettungsweste. Und natürlich – zu Recht – nicht ohne schwimmbefähigten Erwachsenen.

"Da geht noch einer drauf, rutscht mal ordentlich zusammen!" Mit Kind und Kegel auf der Rückbank

Natürlich saßen wir mindestens zu viert auf der Rückbank und die kleine Schwester noch auf dem Schoß, Bello quetschte sich in den Fußraum und irgendeins der Kinder hatte noch die volle Einkaufstasche im Arm. Kindersitz? Fehlanzeige! Gurte? Fehlanzeige! Und – wir geben es beschämt zu – auch der Kofferraum wurde mal zum Mitreisen benutzt.

Zum Glück ist es jetzt aus Sicherheitsgründen anders, aber mit ein klein bisschen Wehmut erinnern wir uns an das Gekicher und Geplapper auf der Rückbank und das ewige Gefühl eines großen Abenteuers.

Schnell mal wohin: "Spring drauf, nur die Füße nicht in die Speichen, Hase!"

Wir umklammerten damals stolz den Bauch von Papa oder Mama, die sich für uns abstrampelten, und wurden auf dem Gepäckträger sitzend schnell mal in den Garten mitgenommen. Auch wenn es natürlich heutzutage sicherer ist auf einem Kindersitz, irgendwie vermissen wir dieses kleine, feine Abenteuer doch heute sehr.

"Hör auf zu quengeln, leg' dich auf die Rückbank und schlaf 'ne Runde"

Früher war Reisen noch eine Wonne! Man konnte sich auf die Sitze legen wie man wollte, Beine hoch und Kuscheldecke drüber. Die Eltern fuhren das Auto und man wurde sanft in den Schlaf gewiegt. Dafür brauchten wir auch keine speziellen Kopfstützen, sondern lagen bequem wie in einem Bett. Ja, nicht sicher, das wissen wir jetzt auch, aber Reisen bot damals als Kind einfach so viel mehr Komfort...!

"Hab jetzt keine Sonnencreme dabei. Das geht auch so"

Inzwischen wissen wir um die Gefahren der UV-Strahlung, damals nahm man auch das nur hin und wieder genau, daher hat wohl fast jedes Kind der 70er Jahre mal einen Sonnenbrand gehabt.

"Ein Waldspaziergang unter Freunden? Was für eine tolle Idee, mein kleiner Schatz. Bis heute Abend und bringt mir ein bisschen Tannengrün mit"

Damals hatten die Eltern wenig Angst. Ob aus guter Erfahrung, weil wir ja doch immer wieder den Weg nach Hause fanden oder weil man eh keine Handys hatte, sondern eben vertrauen musste: Damals durften wir mit Freunden auch mal durch den Wald spazieren. Heute bekommen Eltern gleich Panikattacken.

Und natürlich brachten wir ein paar frische Zweige nebst abgerissenen Blumen für Mamas Wohnungsdekoration mit. Heute würde man uns dafür in den Blumenladen schicken, denn irgendwo Grün abrupfen ist verboten.

Früher war alles besser? Keine Ahnung, aber in jedem Fall war es anders.

Auch die Sprache hat sich stark verändert.

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