Aktualisiert: 02.11.2020 - 10:21

Nicht landesweit einheitlich Lockdown: Mit wem Sie sich wo treffen dürfen. Eine Bundesländer-Übersicht.

Der "Wellenbrecher-Lockdown" kommt! Wir werden auf Freizeit-Angebote, Gastronomiebesuche und Treffen in großen Gruppen verzichten müssen. Einige Bundesländer gehen allerdings Sonderwege...

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Der "Wellenbrecher-Lockdown" kommt! Wir werden auf Freizeit-Angebote, Gastronomiebesuche und Treffen in großen Gruppen verzichten müssen. Einige Bundesländer gehen allerdings Sonderwege...

An diesem Montag beginnt der Teil-Lockdown in Deutschland. Die Beschränkungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Hier erfahren Sie, was wo erlaubt ist...

Um die Corona-Infektionswelle zu unterbrechen, gilt ab Montag, den 2. November, ein Teil-Lockdown, der deutschlandweit starke Einschränkungen mit sich bringt. Die Corona-Maßnahmen gelten vorerst bis Ende November, könnten gegebenenfalls aber noch verlängert werden. In zwei Wochen setzen sich Kanzlerin und Länderchefs zur Beantwortung dieser Frage erneut zusammen.

Obwohl die Corona-Regeln für den Lockdown bundesweit einheitlich sind, werden sie von den Bundesländern teilweise unterschiedlich ausgelegt, einige gehen Sonderwege. Andere Bundesländer erarbeiten erst im Laufe der Woche ein genaues Konzept, es kann also noch zu Änderungen kommen. Hier erfahren Sie, welche Regeln bis jetzt wo gelten.

Update vom 2. November, 09:30 Uhr:

Teil-Lockdown beginnt ab Montag: Was in welchen Bundesländern erlaubt ist

Kontaktbeschränkungen

Während des Lockdowns sind nur Treffen von maximal 10 Personen aus zwei Haushalten zulässig. Hier gibt es Ausnahmen:

  • Baden-Württemberg: Es gilt die generelle Beschränkung auf zwei Haushalte für private Treffen, allerdings gibt es dabei keine Begrenzung der Personenzahl.
  • Berlin: Für Kinder bis 12 Jahre gelten die Kontaktbeschränkungen nicht. In öffentlichen Raum ist der Aufenthalt allein oder mit Personen des eigenen Haushalts und zwei weiteren Personen aus verschiedenen Haushalten oder mit Angehörigen zweier Haushalte mit maximal zehn Personen gestattet.
  • Bremen: Außerhalb der eigenen Wohnung dürfen sich bis zu fünf Personen treffen. Stammen die Personen aus zwei Haushalten, dürfen es bis zu 10 Personen sein.
  • Hamburg: Für Kinder unter 12 Jahren gelten die Regeln bezüglich der maximalen Anzahl der Haushalte nicht, das Gleiche gilt für Patchwork-Familien.
  • Sachsen: Es dürfen sich Angehörige von zwei Haushalten oder ein Hausstand und fünf weitere Personen treffen – auch aus verschiedenen Hausständen.
  • Niedersachsen: Für Kinder bis 12 Jahre gelten die Kontaktbeschränkungen nicht.

Freizeit und Unterhaltung

Während des Lockdowns müssen die meisten Freizeiteinrichtungen geschlossen bleiben. In einigen Bundesländern gibt es aber Ausnahmen:

  • Bayern: Gottesdienste sind möglich, vorausgesetzt, es gibt ein Hygienekonzept.
  • Berlin: Außenanlagen von Zoos oder Tierparks sollen geöffnet bleiben. Das Gleiche gilt für Bibliotheken und Musikschulen. Ob Spielplätze offen bleiben, entscheidet jeder Bezirk selbst.
  • Sachsen-Anhalt: Tierparks, Zoos und botanische Gärten sollen geöffnet bleiben. Das Gleiche gilt für Bibliotheken, Archive, Volkshochschulen, Fahrschulen und Musikschulen.
  • Sachsen: Bibliotheken sollen geöffnet bleiben.

Sport

Fitnessstudios und sonstige Sporteinrichtungen bleiben geschlossen, Sport in der Gruppe ist nicht möglich. Individualsport wie das Joggen allein oder zu zweit ist aber weiterhin erlaubt. Eine Ausnahme gibt es allerdings:

  • Berlin: Kinder bis 12 Jahren dürfen in festen Gruppen von bis zu zehn Personen weiterhin draußen an der frischen Luft trainieren.

Reisen

Auch das Reisen ist während des Lockdowns nicht erlaubt, Hotels dürfen ausschließlich Geschäftsreisende aufnehmen.

  • Bayern: Touristen müssen bis zum Vormittag des 2. November abreisen.
  • Brandenburg: Es dürfen ab Montag, den 2. November, keine Touristen mehr aufgenommen werden, Touristen müssen bis Mittwoch abreisen.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Es dürfen ab Montag keine Touristen mehr aufgenommen werden, Touristen müssen bis Donnerstag abreisen.
  • Niedersachsen: Urlauber, die bereits vor dem 2. November angereist sind, müssen ihren Aufenthalt nicht abbrechen.
  • Schleswig-Holstein: Touristen müssen bis spätestens Montag abreisen. Für Inseln und Halligen gilt eine Frist bis Donnerstag.

Dienstleistungen

Während des Lockdowns müssen kosmetische Betriebe, Tattoostudios etc. geschlossen bleiben. Medizinisch notwendige Behandlungen sind allerdings weiterhin möglich. Ein Bundesland macht eine Ausnahme:

  • Sachsen-Anhalt: Dienstleistungsbetriebe der Körperpflege sollen geöffnet bleiben, das gilt auch für auch Kosmetiker und Sonnenstudios.

Ursprünglicher Artikel vom 29. Oktober 08:14 Uhr – diese Regeln gelten jetzt:

+++Lockdown ab 2.11.+++starke Kontaktbeschränkungen+++Gastronomie geschlossen+++Profisport ohne Zuschauer+++Freizeiteinrichtungen dicht

So stark müssen wir uns einschränken

  • Treffen und Feierlichkeiten: Es gelten Kontaktbeschränkungen, wie Bild berichtete. Nur das Treffen von maximal zehn Personen aus zwei verschiedenen Haushalten ist in der Öffentlichkeit zulässig. Bei Verstößen drohen Bußen. Laut ZDF ist Feiern draußen wie drinnen zu unterlassen.
  • Schulen und Kitas: Diese Einrichtungen sollen anders als beim Lockdown im Frühjahr dieses Mal offen bleiben.
  • Reisen und Besuche: Auf "unnötige" private Reisen soll man verzichten, so der Appell an die Bürger und Bürgerinnen. Auch Verwandtenbesuche sind nicht vorgesehen. Ebenso sollen keine Tagesausflüge unternommen werden. Die Schließung von Hotels und Pensionen erfolgt.

Theater, Konzerthäuser, Kinos und Opern geschlossen

  • Unterhaltung und Sport: Freizeiteinrichtungen werden laut Deutscher Presse-Agentur auch geschlossen. Dazu gehören beispielsweise Theater, Konzerthäuser, Kinos, Museen und Opern. Der Amateursport darf somit auch nicht mehr stattfinden. Profisport im November nur noch ohne Zuschauer, das gilt auch für die Fußballbundesliga, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur.

Gastronomie geschlossen, nur Außer-Haus-Verkauf

  • Gastronomie: Bars, Restaurants und Kneipen dürfen keine Gäste mehr vor Ort bewirten, nur der Außer-Haus-Verkauf geht weiter. Kantinen hingegen betrifft das allerdings nicht. Sie bleiben nach Bild-Informationen offen.
  • Einzelhandel: Auch dieser bleibt geöffnet. Vor Merkels Gesprächen war von 25 qm Verkaufsfläche pro Kunde die Rede. Schlussendlich einigte man sich auf eine Verkaufsfläche von 10 qm pro Kunde.

Massage-, Kosmetik-, Tattoostudios dicht

  • Betriebe aus dem Körperpflege-Segment: Sie müssen ebenso wie Freizeiteinrichtungen laut Focus die Schotten dichtmachen. Dazu gehören auch Massagepraxen, Kosmetik- und Tattoostudios. Frisöre dürfen anders als im Frühjahr bei diesem Lockdown weiterarbeiten. Auch Besuche einer Physiotherapiepraxis bleiben weiterhin möglich.

Firmen sollen Heimarbeit möglich machen

  • Arbeit: Bund und Länder dringen bei Unternehmen darauf, wo immer es möglich ist, den Angestellten Heimarbeit zu ermöglichen.

Schleierfahndung zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen angekündigt

Dass die Einhaltung der Regeln enorm wichtig ist, betonte Innenminister Horst Seehofer: "Die Kontrolle der Maßnahmen ist entscheidend für den Erfolg der neuen Regelungen. Dazu wird die Bundespolizei tausende Beamte in Absprache mit den Ländern einsetzen." Die Kontrollen erfolgen an Hot Spots und in Großstädten, finden aber auch bei Einreisen aus Risikogebieten statt. Dazu wird es eine Schleierfahndung an den deutschen Grenzen in einem 30 km-Radius geben. So sollen sich auch Reisende per Auto der Corona-Regelungen nicht entziehen können.

Keine touristischen Übernachtungsangebote mehr

Bund und Länder wollen touristische Übernachtungsangebote im Inland im November verbieten. Ausgenommen sind nur zwingende Dienstreisen.

Neue Corona-Nothilfen für Unternehmen

Der Bund will Unternehmen, die von der vorübergehenden Schließung betroffen sind, mit einer milliardenschweren Nothilfen unter die Arme greifen. Geplant ist, Umsatzausfälle zu entschädigen, dafür ist ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro vorgesehen.

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Ursprünglicher Artikel vom 28. Oktober 09:47 Uhr:

Bundeskanzlerin Angela Merkel berät heute um 13 Uhr mit den 16 Ministerpräsidenten über die zugespitzte Coronalage und die weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Wie Focus Online berichtete, sieht Merkels Plan den "Wellenbrecher-Shutdown" vor. Diese Maßnahme soll das drastische Ansteigen der Infektionszahlen unterbrechen und vom 4. November bis Ende des Monats gelten – bundesweit. Ziel ist es, auf diese Weise Weihnachten zu retten. Damit zum Fest Familien zusammenkommen können, statt sich aufgrund von Kontaktbeschränkungen nicht sehen zu dürfen, wie Bild berichtete.

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"Wellenbrecher-Shutdown" – mit diesen Beschlüssen ist zu rechnen!

Eines steht fest: Die Beschlüsse, die es geben wird, werden ganz sicher einen großen Teil des öffentlichen Lebens lahmlegen. Denn nur so kann die Infektionswelle gestoppt werden. Doch wie sehen die Beschlüsse, mit denen zu rechnen ist, im Detail aus? Hier die Antwort laut Bild.

  • Kontaktbeschränkungen: In der Öffentlichkeit ist das Treffen nur mit Personen aus einem weiteren Haushalt erlaubt. Wer sich daran nicht hält, muss eine Buße zahlen. Zudem besteht die Aufforderung an die Bürger/innen, von privaten Reisen und Besuchen abzusehen. Dazu zählen auch Tagesausflüge im Inland.
  • Tourismus: Übernachtungsangebote erfahren eine starke Einschränkung. Nur Übernachtungen, die dringend notwendig sind, sollen stattfinden dürfen.
  • Schulen und Kitas: Diese Einrichtungen sollen offen bleiben.
  • Gastronomie: Restaurants, Bars und Co. müssen dicht machen. Nur noch die Lieferung und das Abholen von Bestellungen bleiben möglich.
  • Freizeitangebote: Diese Sparte wird komplett dicht gemacht. Das bedeutet, dass Kinos, Theater, Opern, Konzerthäuser, Freizeitparks und Spielhallen für den angedachten Zeitraum geschlossen bleiben. Auch Sportangebote in Sportanlagen, Fitnessstudios und Schwimmbädern stehen nicht mehr zur Verfügung. Der Betrieb in den Bordellen wird ebenfalls eingestellt.
  • Einzelhandel: Mit der Beachtung von strengen Hygiene-Vorschriften bleiben Geschäfte weiterhin geöffnet. 25 qm Verkaufsfläche müssen für einen einzigen Kunden eingerechnet werden.
  • Dienstleistung: Physiotherapiepraxen und Frisörläden dürfen weiter fortgeführt werden, Kosmetikstudios, Tattoo-Läden wie auch Massagepraxen müssen ihren Betrieb vorübergehend einstellen.
  • Arbeitsplatz: Homeoffice ist das Gebot der Stunde, sofern es die Arbeit zulässt.

"Wellenbrecher-Lockdown" – das raten die Experten

Heute Mittag wird sich das genaue Konzept des "Wellenbrecher-Lockdowns" entscheiden. Mit größeren Abweichungen dürfte aber nicht zu rechnen sein, da solche oder ähnliche Einschränkungen gebraucht werden, um dem wellenartigen Infektionsgeschehen Einhalt zu bieten. Für diese radikale Maßnahme hat sich auch Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, ausgesprochen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete: "Wenn wir den Sonderweg Deutschlands retten wollen, auch besser durch die zweite Welle zu kommen, dann muss ein 'Wellenbrecher-Shutdown' jetzt kommen".

Weiter betonte er den Grad der Dringlichkeit, JETZT zu handeln: "Wenn dieses Konzept sehr früh ergriffen wird, kann es uns für eine längere Zeit aus dem exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen herausbringen, wenn dieses noch nicht zu lange gelaufen ist". Weiter hieß es: "In dieser Situation sind wir jetzt. Wenn wir es jetzt nicht beschließen, ist aus meiner Sicht ein kompletter Lockdown auch mit Schulen, der viel länger dauern könnte, in einigen Wochen unabwendbar."

Auch Virologe Christian Drosten schließt sich laut Spiegel dieser Meinung an: "Wenn die Belastung zu groß wird, dann muss man 'ne Pause einlegen", wie der Wissenschaftler in der "Coronavirus-Update"-Folge von NDR-Info sagte. Weiter erläuterte er, dass die Coronavirus-Pandemie uns zu einem bestimmten kritischen Zeitpunkt von selbst eine Lockdown-Maßnahme auferlege. "Dieses Virus lässt nicht mit sich verhandeln. Dieses Virus erzwingt bei einer bestimmten Fallzahl einfach einen Lockdown", so der Experte.

Bleiben Sie bitte nach Möglichkeit weiterhin zu Hause. Meiden Sie DIESEN Ort, hier ist die Coronavirus-Ansteckungsgefahr am größten!

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