Aktualisiert: 02.11.2020 - 18:14

Arbeiten im Ruhestand Immer mehr Ältere verdienen sich zur Rente etwas dazu

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Doch noch ein wenig hinzuverdienen? Immer mehr Rentner gehen arbeiten. Doch liegt's wirklich nur an Altersarmut oder spielen etwa auch Einsamkeit oder Langeweile eine Rolle?

Foto: iStock.com/ljubaphoto

Doch noch ein wenig hinzuverdienen? Immer mehr Rentner gehen arbeiten. Doch liegt's wirklich nur an Altersarmut oder spielen etwa auch Einsamkeit oder Langeweile eine Rolle?

Den Ruhestand ohne Verpflichtungen genießen? Denn immer mehr Ältere verdienen sich zur Rente noch etwas dazu. Steckt Altersarmut dahinter?

Wer viele Jahre hart gearbeitet hat, wünscht sich in der Regel irgendwann den wohlverdienten Ruhestand. Mehr Zeit für die Familie, Enkelkinder, Hobbys und Reisen. Doch nicht jeder Rentner kann sich so einfach zur Ruhe setzen. Viele machen trotzdem weiter wie bisher.

Und es gibt immer mehr Ältere, die trotz Rente einer Erwerbsarbeit nachgehen. Einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit zufolge waren 1,29 Millionen Menschen erwerbstätig, obwohl sie die Regelaltersgrenze bereits erreicht hatten.

Arbeit im Ruhestand: Immer mehr Ältere arbeiten weiter

Auf Anfrage der AfD teilte die Bundesregierung mit, dass dies eine Steigerung von 45 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 sei. Rund 400.000 Menschen im Rentenalter würden also heute mehr arbeiten als noch vor zehn Jahren. Noch extremer fällt eine Gegenüberstellung mit dem Jahr 2005 aus. 547.000 Rentner oder 73 Prozent mehr als damals seien heute erwerbstätig. Privatvermögen auf Rekordniveau: So reich waren die Deutschen Ende 2019.

Bei diesen Zahlen muss man allerdings beachten, dass es auch mehr Altersrentner gibt. Die Zahl ist laut der Angaben der Regierung von 2010 bis 2019 auf 3,9 Prozent auf rund 17 Millionen Rentner angewachsen.

Ostdeutsche und Frauen unter den erwerbstätigen Rentnern

Was sich ebenfalls zeigt: Immer mehr Frauen sind in der Gruppe der erwerbstätigen Rentner. Im Vergleich zu 2010 sei der Anteil an weiblichen Rentnerinnen um 42,4 Prozent gestiegen, was etwa 170.000 Frauen entspricht. Auch der Anteil an ostdeutschen Rentnern, die arbeiten, ist im Vergleich zu westdeutschen Rentnern in den vergangenen Jahren mehr angestiegen. Auch spannend: Immer mehr Deutsche werden reich!

Ist die Rente einfach nicht mehr üppig genug? Müssen sich Rentner deshalb nebenher noch etwas dazuverdienen? Die Bundesregierung verneint dies: "Erwerbsarbeit im Rentenalter ist, anders als oftmals angenommen, kein Indiz für Altersarmut." Es seien ganz andere Gründe, warum mehr Rentner arbeiten gehen würden. Hier haben wir übrigens zehn Tipps, wie Sie im Alltag am besten Geld sparen.

Zahlen als Beleg für Altersarmut?

Das belege eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung: "Als Hauptgründe für eine Erwerbsarbeit nach Erreichen der Regelaltersgrenze werden von der Mehrheit der Befragten immaterielle Aspekte genannt. Dazu gehören beispielsweise Spaß an der Arbeit, der Kontakt zu anderen Menschen oder das Gefühl, gebraucht zu werden."

AfD-Arbeitsmarktpolitiker René Springer kann diese Argumente nicht teilen. Er sagt: "Ich befürchte eher, dass viele Rentner einen Job annehmen müssen, um Altersarmut und Sozialleistungsbezug abzuwenden."

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