Aktualisiert: 26.10.2020 - 21:52

Schon gewusst? Trevibrunnen in Rom: Wer bekommt eigentlich die vielen Münzen aus dem Brunnen?

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Er ist einer der berühmtesten Brunnen der Welt: Das steckt hinter den Geheimnissen des Trevibrunnens.

Foto: imago images / Becker&Bredel

Er ist einer der berühmtesten Brunnen der Welt: Das steckt hinter den Geheimnissen des Trevibrunnens.

Schön und berühmt: Der Trevibrunnen wird jährlich von Millionen Touristen besucht und gut befüllt. So viel Geld landet jährlich im Brunnen. Aber wer kriegt das Geld?

Rom zieht Touristen magisch an. Die historische Stadt wird auch wegen ihres weltberühmten Trevibrunnens jährlich von Millionen Neugierigen besucht. Aber was hat es eigentlich mit den Münzen auf sich, die dort jeden Tag hineingeworfen werden. Und vor allem, wem gehört dieses Geld?

Trevibrunnen in Rom: Wem gehören die Münzen?

Die Ewige Stadt ist ein Publikumsmagnet. So auch der barocke Trevibrunnen. Hier planschte Anita Ekberg in La Dolce Vita. Hier scheint das Glück Zuhause zu sein. Die Legende besagt, dass, wer die Münze in die rechte Hand nimmt, sich mit dem Rücken zum Brunnen stellt, und das Geldstück mit geschlossenen Augen über seine linke Schulter in Wasser wirft, bald wieder nach Rom zurückkommt. Wer dann noch eine zweite Münze hineinwirft, würde sich in einen Römer oder eine Römerin verlieben. Die dritte Münze schließlich sorge dafür, dass man diese Person auch heiraten würde. Dieser romantische Brauch soll aus dem Flim US-Film "Drei Münzen im Brunnen" von 1954 stammen.

Auch wenn die meisten Touristen aus den unterschiedlichsten Gründen in der Regel nur eine Münze hineinwerfen, das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn jeden Tag werden Tausende Münzen ganz unterschiedlicher Währungen in das Wasser des Trevibrunnens geworfen.

So unglaublich viel Geld landet jährlich auf dem Grund des Brunnens

Auch wenn aufgrund der Coronapandemie und der Reisebeschränkungen in 2020 vielleicht keine solchen Unsummen im Brunnen gelandet sind: In "normalen" Jahren sind es unfassbare ... 1,5 Millionen Euro. Und zwar jedes Jahr! Das macht ca. 4000 Euro am Tag.

Was passiert mit den vielen Geldstücken?

Früher soll das Geld aus dem Brunnen allen gehört haben, jeder durfte sich nehmen, was er brauchte. 1997 wurde eine 46-jährige Römerin verhaftet, weil sie umgerechnet etwa 18 Euro aus dem Brunnen geholt hatte, um nach eigener Aussage Bücher und Schreibzeug für ihre Kinder zu kaufen. Das Gericht ließ Gnade walten und beschied, dass die Münzen "herrenloses Gut" seien, auf das jeder ein Anrecht hätte.

Auch ein Römer namens Roberto Cercelletta stopfte sich die Taschen mit Münzen voll, einmal wurde er sogar mit Geld im Wert von 600 Euro festgenommen. Seine mehr als 500 Geldstrafen zahlte er jedoch nie.

Nachdem der Gelddiebstahl immer weiter um sich griff, erließ Italien 2006 schließlich einen Beschluss, nach dem alles Geld aus dem Trevibrunnen Eigentum der Stadt ist. Die römische Caritas sollte Nutznießerin des Geldes werden, um davon wohltätige Projekte finanzieren zu können. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Caritas sammelten das Geld ein.

Ende 2018 aber wollte der Staat das Geld für seine Belange ausgeben und der Caritas die Münzen aus dem Brunnen nicht mehr überlassen. Die Bevölkerung revoltierte, der Bürgermeister machte einen Rückzieher und sagte, es sei alles ein großes Missverständnis gewesen, so berichtete der "Catholic News Service".

Nun wurde das Einsammeln der hohen Summen aber nicht mehr der Caritas überlassen, sondern man beauftragte damit die städtische Energie- und Umweltbehörde, die Azienda Comunale Energia e Ambiente (Acea). So konnten die Münzen gleich gezählt werden und die Stadt sich einen Überblick über die eingesammelte Summe verschaffen.

Polizeiliche Überwachung des Brunnens

Damit sich aber niemand an den Münzen bereichert, wird der Trevibrunnen inzwischen nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht von Polizisten bewacht. Jeden Morgen kommt das Geldeinsammel-Team, für das in den frühen Morgenstunden extra das Wasser abgepumpt wird, damit es die Münzen zusammenkehren, auf weiße Säcke verteilen und abtransportieren kann.

Apropos Münzen: Das Bargeld stirbt aus – und Corona beschleunigt es. Wer dennoch noch Bargeld zuhause hat, sollte genau hinschauen.

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