Aktualisiert: 19.10.2020 - 18:34

Abschaffung der Umlagefähigkeit Steigen bald die TV-Gebühren?

Das abendliche Fernsehen ist für viele fester Bestandteil ihres Tagesablaufs. Ob das auch noch so bleibt, falls die TV-Gebühren steigen?

Foto: iStock.com/m-imagephotography

Das abendliche Fernsehen ist für viele fester Bestandteil ihres Tagesablaufs. Ob das auch noch so bleibt, falls die TV-Gebühren steigen?

Bisher konnten die Kosten für das Kabelfernsehen vom Vermieter über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umgelegt werden. Eventuell wird das bald anders – und die TV-Gebühren höher.

Wer zur Miete wohnt und Fernsehen gucken möchte, muss dafür oft nur wenig tun: Häufig kümmert sich der Vermieter um das Kabelfernsehen. Die Kosten dafür kann er wiederum über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umlegen. Das führt zu moderaten Kosten: Im Schnitt fallen für Mieter TV-Gebühren in Höhe von ungefähr 8 Euro pro Monat an.

Wie "focus.de" bereits berichtete, könnte es jetzt mit dem günstigen TV-Empfang allerdings bald vorbei sein: Ein Plan der Bundesregierung sieht die Abschaffung der sogenannten Umlagefähigkeit vor. Stattdessen sollen Mieter selbst Verträge mit den Netzbetreibern abschließen. Eine mögliche Konsequenz dieses Vorhabens: steigende TV-Gebühren!

Netzbetreiber sagen steigende TV-Gebühren voraus

Durch die bisher bestehende Regelung zahlen Mieter für das Kabelfernsehen, egal ob sie Fernsehen gucken oder nicht. Laut "mieterengel.de" bestehen setzen sich diese Kosten aus dem Betriebsstrom, der regelmäßigen Wartung der Anlage sowie die monatliche Grundgebühr für den Kabelanschluss zusammen. Dem Wirtschaftsministerium zufolge sollen Mieter durch die neue Regelung nur noch für diese Dienste zahlen, wenn sie das Kabelfernsehen tatsächlich nutzen. Weiterhin stellt das Ministerium niedrige Preise durch den durch die Wahlfreiheit der Mieter verstärkten Wettbewerb zwischen den Netzbetreibern in Aussicht.

Diese wiederum kritisieren die Pläne der Bundesregierung. Kein Wunder: Für die Netzbetreiber lohnt sich das Geschäft mit den großen Vermietern. Sie befürchten, Kunden zu verlieren, wenn das Kabelfernsehen als Standard verloren geht, beispielsweise, weil diese dann nur noch übers Internet fernsehen könnten. Auch die in Aussicht gestellten niedrigen Preise widersprechen den Aussagen der Netzbetreiber: Laut diesen würden durch viele Einzelverträge statt Sammelverträgen die Verwaltungskosten steigen, was deutlich höhere Kosten als bisher bedeuten würde: 18 anstatt wie bisher 8 Euro seien so möglich!

Kritik aus vielen Richtungen

Nicht nur die Netzbetreiber bemängeln die Pläne der Bundesregierung. Kritik kommt von vielen Seiten. So weist zum Beispiel Reinhard Houben von der FDP-Bundestagsfraktion darauf hin, was eine solche Gesetzesänderung für Hartz-IV-Empfänger bedeuten würde. Da das Amt deren Nebenkosten übernimmt, kam es bisher auch für die TV-Gebühren auf. Müssten sie diese selbst bezahlen, würden sich vermutlich viele Hartz-IV-Empfänger dagegen entscheiden und wären so von wichtigen Informationen im Fernsehen abgeschnitten.

Auch Ralph Lenkert von der Linken lehnt eine Gesetzesänderung, die zu einer Preiserhöhung führt, ab. Stattdessen fordert er, dass jeder die öffentlich-rechtlichen Sender kostenlos empfangen können sollte. Zu guter Letzt warnen auch die Bauministerien der Länder und die Landesmedienanstalten vor Reichweitenverlusten beim TV-Empfang. Sie weisen außerdem darauf hin, dass diese Änderung das Überleben kleiner Sender, die bisher nur über Kabel empfangen werden können, gefährden könnten.

Mehr zum Thema Rechtsangelegenheiten erfahren Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Unter anderem klären wir auf über Betrug: Zoll warnt vor falschen E-Mails. Und kennen Sie bereits diese skurrile Geschichte? Baby bekommt Namen eines Internetanbieters – weil es dafür etwas gratis gibt.

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