Aktualisiert: 28.10.2020 - 14:33

Langfristige Modelle eindeutig Steht uns ein Rekordwinter bevor? Das sagt der Wetterexperte

Steht uns ein Rekordwinter bevor? Die führenden Langfristwettermodelle sind in dieser Frage ziemlich eindeutig. Ein Wetterexperte erklärt, was das bedeutet.

Foto: iStock.com/Sasha_Suzi

Steht uns ein Rekordwinter bevor? Die führenden Langfristwettermodelle sind in dieser Frage ziemlich eindeutig. Ein Wetterexperte erklärt, was das bedeutet.

Die führenden Langfristwettermodelle stimmen in ihren Trends für den kommenden Winter überein. Was heißt das? Wetterexperte Dominik Jung erklärt, was uns bevorsteht.

Wie wird der Winter 2020/2021? Im Zuge des Klimawandels wird Schneefall generell immer unwahrscheinlicher in unseren Breitengraden – und doch hoffen viele jedes Jahr wieder auf weiße Weihnachten. Erst vor wenigen Tagen war vielfach zu lesen, es könnten eisige Temperaturen auf uns zukommen. Wir haben bei einem Wetterexperten nachgefragt, was es damit auf sich hat. Seine Antwort: 2020 könnte mit einem Rekordwinter enden!

Rekordwinter 2020: Ein Wetterexperte erklärt, was das bedeutet

Die bekannten Wettermodelle vom US-Wetterdienst NOAA, vom europäischen Wetterdienst ECMWF und vom Deutschen Wetterdienst sagen in der Tat eine Art von Rekordwinter voraus: nämlich einen deutlich zu warmen, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Kein einziges dieser Langfristwettermodelle geht von einem zu kalten Winter 2020/21 aus wie es hier und da in den Medien und leider auch bei manchen Branchenkollegen zu lesen war, fährt er fort. Grund soll das Wetterphänomen La Niña sein – auch solche Ereignisse würden mit betrachtet, sagt Dominik Jung. Doch es gibt noch viele andere Punkte, die in den Berechnungen eine Rolle spielen. Aus allen Elementen und Betrachtungen zusammen entstünden dann die langfristigen Trends für den kommenden Winter, und die blieben bei mild.

BILD der FRAU hat genauer bei Dominik Jung nachgefragt

Warum soll La Niña laut einigen Medien für einen eisigen Winter sorgen?

La Niña ist ein Wetterphänomen im Pazifik, das Gegenstück zu El Niño. Wieso es ausgerechnet bei uns einen kalten Winter bringen soll, weiß ich nicht. Das haben die Kollegen, die diese gewagte These aufgestellt haben, vergessen zu erklären.

Ich sehe das auch gar nicht so. La Niña ist ein Wetterphänomen von vielen, eine Komponente von vielen, die ins Wetter hineinspielen. Und nur weil dieses Jahr diese eine Komponente auftreten könnte, heißt das noch lange nicht, dass allein dieses eine Phänomen irgendeine Auswirkung auf das Wetter bei uns in Europa haben wird!

Kann man den Winter denn überhaupt gut "vorausrechnen"?

Wettervorhersagen umreißen seriös fünf bis zehn Tage! Danach kommen Monats- und Jahreszeitentrends. Die schätzen ab, ob ein Monat oder eine Jahreszeit wärmer oder kälter, nasser oder trockener als normalerweise werden kann. Das war es dann auch schon.

Alle Jahreszeitentrends sehen derzeit einen deutlich zu warmen Winter! Das passt also gar nicht zu dieser La Niña-Story – die lässt sich eben medial verkaufen, ist aber wissenschaftlich – und hier kommt bei mir der Diplom-Meteorologe durch – unseriös!

Sie halten also weiße Weihnachten für nahezu ausgeschlossen?

Es ist heute unmöglich, eine Prognose für bestimmte drei Tage im Dezember abzugeben! Ausgeschlossen ist es nicht. Statistisch liegen die Chancen bei zehn Prozent im Flachland. Diese La Niña-Story sagt aber, weiße Weihnachten seien sicher, und das ist unseriös!

Was sind Ihre Prognosen für den Schneefall im Winter allgemein?

Die Langfristmodelle sehen einen milden Winter: sehr warm, zwei bis drei Grad wärmer bzw. über dem Klimamittel, um genau zu sein, und das ist viel. Das ist ein echter Mildwinter. Zugleich erwarten wir normale Niederschlagsmengen, zeitweilige Niederschläge kommen meist als Regen an, in den Hochlagen der Alpen wohl auch mal als Schnee!

Aber einen Schneewinter mit Frost bis ins Flachland, und das den gesamten Winter über, oder gar einen eisigen Jahrhundertwinter sehe ich nicht!

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Auch mit dem überwiegend ausbleibenden goldenen Oktoberwetter hatte Dominik Jung recht – es war eher wie im April: reichlich wechselhaft!

Ob golden oder nicht: Der Herbst ist da! Sogar einen frühen Wintereinbruch mit erstem Schnee gab es schon in Deutschland! Zeit, sich im wohligen Zuhause um schöne Dekoideen zu kümmern! Wie wäre es mit diesen stimmungsvollen Herbstdeko-Ideen zum Wohlfühlen? Oder mit dieser Tischdeko für den Herbst?

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Auch für Handarbeiten ist jetzt die perfekte Zeit: Wie Sie einen Edelpulli selbst stricken, zeigen wir Ihnen hier. Wetten, das kriegen Sie hin?

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