Aktualisiert: 08.10.2020 - 18:47

Modernisierung ohne Zuzahlung Zeit, das Bad zu renovieren? Wofür der Vermieter aufkommt und wofür nicht

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Es ist tatsächlich höchste Eisenbahn, das Bad in Ordung zu bringen: Wir sagen Ihnen, wie Sie am besten zu einer neuen Wohlfühloase kommen.

Foto: iStock.com / Animaflora

Es ist tatsächlich höchste Eisenbahn, das Bad in Ordung zu bringen: Wir sagen Ihnen, wie Sie am besten zu einer neuen Wohlfühloase kommen.

Sie möchten die bröckelnden Fugen endlich ersetzen? Ihr Badezimmer hat den Charme der 70er Jahre? Welche Beweggründe Sie auch für die Renovierung Ihrer Nasszelle haben: Diese Dinge können Sie als Mieter erwarten und diese nicht.

Immer mehr Menschen sind gerade in Zeiten des zwangsweisen Home Office und der Kontaktbeschränkungen an Ihr Zuhause gebunden. Da möchte man es so schön wie möglich haben. Das Bad als Wellness-Oase neu erfinden oder einfach dafür sorgen, dass die Badewanne nicht mehr leckt? Bevor Sie loslegen, sollten Sie die Rahmenbedingungen zwischen Vermieter und Mieter zur Badrenovierung kennen.

Bad renovieren: Wofür der Vermieter aufkommt und wofür nicht

Wir alle möchten ein schönes Bad haben, eine Wohlfühloase, in der man sich mal nur um sich kümmern kann. Einen Wellness-Tempel daheim haben die wenigsten. Aber was kann man eigentlich vom Vermieter verlangen und was nicht?

Die Fliesen datieren gefühlt aus dem letzten Jahrhundert und das Waschbecken hat auch schon bessere Zeiten gesehen? Eine Verjüngungskur fürs Badezimmer ist oft aufwändig und geht richtig ins Geld.

Da sind die Regelungen für Badrenovierungen

Eine Wohnungsgesellschaft sorgt in der Regel alle 25 bis 30 Jahren für eine Badmodernisierung. "Das geschieht dann meist im Zuge umfangreicher Sanierungsarbeiten an den gesamten Wohnhäusern", so ein Sprecher des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), gegenüber "ntv".

Diese umfangreiche Grundrenovierung wird oft als Modernisierung bezeichnet, und die kann auch eine Mieterhöhung bedeuten. Instandhaltungsarbeiten und die Reparatur von Schäden sind damit nicht gemeint, diese werden von den Gesellschaften regelmäßig durchgeführt.

Schäden reparieren ja, Wellnesstempel einrichten nein

"Ein Anspruch auf eine neue Wanne, eine neue Toilette oder ein Waschbecken besteht für Mieter erst, wenn die vorhandenen Teile defekt sind", so Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund (DMB) in Berlin gegenüber "ntv".

Ein Bad ist von Vermieter oder Eigentümer zwar funktionstüchtig zu halten, der Mieter hat also ein Recht auf Instandsetzung, einen Modernitätsanspruch kann er aber nicht gegen den Willen des Vermieters durchsetzen, denn so wie die Wohnung bezogen wurde, wird sie vom Vermieter in Stand gehalten. Mehr aber auch nicht.

Wer dennoch alles frisch machen will, sollte den direkten Kontakt zum Eigentümer suchen, denn ihm obliegt die Einschätzung, ob die Aufwertung des Bades in seinem Sinne ist.

Besser vorher abstimmen, als einfach loslegen

Auf eigene Kosten kann der Mieter zwar kleinere Umgestaltungen vornehmen, wie frische Farbe aufbringen oder einen neuen Duschvorhang befestigen.

Größere Renovierungspläne sollten Sie aber unbedingt vorher mit dem Vermieter abstimmen. "Veränderungen, die in die Substanz eingreifen, oder größere bauliche Maßnahmen erfordern eine Erlaubnis des Vermieters", so der DMB. Dazu gehören auch das Abklopfen alter und Anbringen neuer Fliesen, der Austausch von Badewanne, Toilette oder Waschbecken. Sogar das Neuverfugen kann im schlimmsten Fall Konsequenzen haben.

So könnte der Vermieter vom Mieter sogar verlangen, das Bad in den ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen. Im weniger schlimmen Fall bleibt der Mieter auf seinen Renovierungskosten sitzen. Auch keine so tolle Lösung!

Die Realität zeigt zwar, dass die wenigsten Vermieter etwas gegen eine sachgemäße Badmodernisierung in Eigeninitiative haben. Zu bedenken ist aber, dass durch eine Modernisierung der Wert der Wohnung steigt, dies wiederum kann zu einer Mieterhöhung führen. Das wäre dann doppelt teuer für den Mieter.

Die Lösung: Eine schriftliche Vereinbarung

Wer modernisieren will, sollte mit dem Vermieter eine schriftliche Vereinbarung schließen.

  • Darin sollten die Kosten und die Art der Arbeiten festgelegt werden.
  • Auch mögliche Kostenübernahmen können hier festgeschrieben werden. Varianten gibt es viele: Von der Aufteilung der Material- und Arbeitskosten zwischen Mieter und Vermieter bis zur Übernahme der Kosten durch den Mieter und dem zeitweisen Aussetzen der Mietzahlungen als Gegenleistung.
  • Legen Sie außerdem fest, ob der Vermieter Wertersatz leisten soll (falls der Mieter auszieht, bevor er seine Modernisierung abwohnen konnte).
  • WICHTIG: Installationsarbeiten sollten von einem Fachbetrieb übernommen werden, damit Sie später nicht für vermeintliche Mängel haftbar gemacht werden. Auch das gehört in eine schriftliche Vereinbarung.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrer Wohnungsbaugesellschaft oder dem Vermieter nach Kooperationen mit Firmen, die Sie bei den Renovierungen unterstützen.

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Und was versteckt sich eigentlich beim Umzug hinter dem Wort "besenrein"?

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Sie möchten mehr erfahren? Dann lesen Sie gern weiter auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

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