Aktualisiert: 10.10.2020 - 21:19

Beste Freunde im Interview Beste Freunde Natalia Wörner & Guido Maria Kretschmer: Wenn wir zusammen sind – das ist zuhause

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Natalia Wörner setzt sich gemeinsam mit Guido Maria Kretschmer und anderen Promis gegen Gewalt gegen Frauen ein. Infos und Hilfe unter www.sicherheim.org

Foto: imago images / POP-EYE

Natalia Wörner setzt sich gemeinsam mit Guido Maria Kretschmer und anderen Promis gegen Gewalt gegen Frauen ein. Infos und Hilfe unter www.sicherheim.org

Sie war Model, ist erfolgreiche Schauspielerin. Er begeistert uns mit Mode, Design und unendlich viel Herz und Verstand. Beide sind seit Jahren engste Freunde. Jetzt haben sie ein gemeinsames Projekt.

Guido Maria Kretschmer (54) ist Designer aus Leidenschaft: 1987 konnte er seinen ersten Großauftrag für Uniformen der Fluggesellschaft Hapag Lloyd ergattern, seit 2004 widmet er sich der Haute Couture. Die meisten von uns haben den sympathischen Münsteraner durch "Shopping Queen" auf VOX kennen- und lieben gelernt. Guido selbst liebt seit 1985 seinen Frank Mutters (63), mit dem er seit 2012 in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft lebt. 2018 trauten sich die beiden und heirateten kirchlich.

Natalia Wörner (53) hatte ihr Schauspieldebüt 1992. Seit 2006 steht sie als Ermittlerin Jana Winter in der ZDF-Reihe "Unter anderen Umständen" vor der Kamera. 2010 wirkte sie bei "Die Säulen der Erde" mit und seit 2015 ist der gebürtigen Stuttgarterin die Titelrolle in der ARD-Reihe "Die Diplomatin" sicher. Mit Robert Seeliger, mit dem sie von 2006-2007 verheiratet war hat sie einen Sohn: Jacob-Lee (14). Seit 2016 ist sie mit Außenminister Heiko Maas (53) liiert.

Im Interview mit BILD der FRAU verraten Natalia Wörner und Guido Maria Kretschmer mehr über ihr Projekt #sicherheim und über ihre ganz besondere Freundschaft zueinander.

Natalia Wörner und Guido Maria Kretschmer über #sicherheim

BILD der FRAU: Liebe Natalia Wörner, lieber Guido Maria Kretschmer, Ihr neues Projekt hat nichts mit Showbiz zu tun, sondern mit dem echten Leben. Sie machen sich mit der Initiative #sicherheim stark gegen häusliche Gewalt. Wie kam es dazu?

Natalia Wörner: Ganz einfach: Guido war der Erste, den ich vor sechs Wochen angerufen habe, um ihn von unserer Idee zu begeistern. Ich hab gedacht: Wenn Guido mit seinem großen inneren Kompass dabei ist und das spürt, was wir bewegen wollen, dann habe auch ich den Mut, diesen Weg zu gehen. Und er hat sofort Ja gesagt! Da wusste ich: Wir können das stemmen. Guido ist jemand, der dableibt. Er kommt nicht nur, um zu winken.

Neben Guido Maria Kretschmer und Ihnen sind noch viele andere Prominente dabei. Worum geht's genau?

Natalia Wörner: Wir wollen das Thema häusliche Gewalt endlich aus der Tabuzone holen. Gerade jetzt ist das wichtiger denn je, denn durch Corona sind wir alle sehr viel zu Hause. Und genau dieses Zuhause ist eben nicht für jede Frau ein sicherer Ort. Mir ist in den vergangenen Wochen eins ganz klar geworden: dass sich tatsächlich erst etwas ändern wird, wenn das Thema Gewalt gegen Frauen als ein gesamtgesellschaftliches Problem angesehen wird. Jede vierte Frau in Deutschland war bereits Opfer von Gewalt. Leider redet nur niemand in einer Selbstverständlichkeit darüber.

Scham ist hier ein wichtiges Stichwort, sich anderen anvertrauen

Natalia Wörner: Ja, es wird noch immer viel zu häufig die Schuld bei den Opfern gesucht. Da hört man oft die Frage: Was ist dein Anteil daran, dass dir das zugestoßen ist? Ich wünsche mir, dass wir es mit unserer Kampagne schaffen, diese Barriere einzureißen. Es wäre schön, wenn es ein Thema wird, das eine größere öffentliche Aufmerksamkeit erfährt und dazu kann jeder einen Beitrag leisten. Egal ob Chefin, Cousine oder Nachbarin.

Guido Maria Kretschmer: Wir wollen erreichen, dass das Zuhause für Frauen wirklich ein Ort von Sicherheit ist. Vielen Frauen geht es so: Sie denken, hoffentlich mache ich nichts falsch, hoffentlich habe ich nicht zu viel Geld ausgegeben Da ist immer nur Angst vor der Gewalt. Und die hat übrigens viele Gesichter. Man kann auch mit Worten misshandelt werden.

"Es ist keine Schande, dass dir das passiert und du kannst dich wehren!"

Haben Sie so was auch schon mal erlebt?

Guido Maria Kretschmer: Leider, beim Abendessen bei einem Paar. Wie er – mit zwei Drinks intus – sie angeschnauzt hat: "Halt endlich das Maul!" Dramatisch! Aber das, was wir mit #sicherheim tun können, ist, zu sagen: Es ist keine Schande, dass dir das passiert und du kannst dich wehren! Hier ist die Tür, durch die du gehen kannst.

Natalia Wörner: Es gibt übrigens auch ein Hilfetelefon für Männer, denn die brauchen ja auch Hilfe, um ihr Verhalten nachhaltig zu ändern.

Was können wir alle aktiv tun?

Natalia Wörner: Aufmerksam sein, uns einmischen, nicht vor Schreck weggucken. Wenn man in der Nachbarschaft Schreie hört, klingeln und sagen: Wir kriegen das mit! Und im Zweifel die Polizei rufen.

"Guido ist der Bruder, den ich nie hatte"

Jetzt müssen wir noch zu einem leichteren Thema kommen, seit wann sind Sie beide eigentlich so enge Freunde?

Natalia Wörner: Ach, das ist eigentlich egal. Ich weiß nur, es darf nie aufhören! Gefühlt ist es jetzt schon drei Leben so. Guido ist der Bruder, den ich nie hatte. Ich liebe ihn einfach. Wenn wir uns sehen, ist die Zeit, in der wir einander nicht hatten, vollkommen egal. Ich komme zu Guido und bin sofort zu Hause. Das ist eigentlich das Schönste, was man über einen Lebensfreund sagen kann.

Guido Maria Kretschmer: Das kann ich nur bestätigen. Und das Tolle ist: Wenn man eine beste Freundin hat, die Schauspielerin ist, dann kann man sie auch sehen, wenn sie nicht da ist. Manchmal schaue ich mir dann Filme mit dir an, wenn ich dich vermisse. Und dann denke ich: Ach, ich bin dir so nah.

"Wenn du da bist, Natalia, dann wird alles friedlicher, ruhiger"

Was ist das Beste an Natalia?

Sie ist ein Raum-Erheller. Wenn du da bist, Natalia, dann wird alles friedlicher, ruhiger. Du bringst so eine besondere Energie mit. Die hast du auch an deinen Sohn weitergegeben, der ist genauso angenehm wie du. Und ich liebe Natalias uneitle Art, ihre Offenheit. Ich denke immer, wie geht das, das man trotz all der Bekanntheit so lässig und so natürlich bleibt.

Frau Wörner, was kann man mit Guido am besten besprechen?

Guido hat auch in schweren Momenten meines Lebens immer einen intuitiven, sehr weisen und herzzerreißend warmen Einblick in meine Seele. Er kann aus dem Stegreif fühlen, wie es mir geht und genau die Sachen sagen, die mir wirklich helfen. Auch kritisch – aber sehr auf den Punkt. Und immer gepaart mit seinem unglaublichen Humor, sodass auch schwierige Situationen zu sehr lustigen werden können. Ich finde, es gibt sehr wenig Menschen, die eine so klare, kluge Sicht auf die Menschen haben.

Kann man sich mit Guido streiten?

Natalia Wörner: Sicherlich aber ich habe es noch nie erlebt, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind.

Guido Maria Kretschmer: Aber Streit gibt's mit mir eigentlich nicht. Weil ich immer früh genug sage, was mich stört oder wo ich anderer Meinung bin. Streit entsteht ja meist erst dann, wenn man sehr lange Dinge für sich behält und diese dann im falschen Moment aus einem rausbrechen. Besser, man sagt direkt, was einem sauer aufstößt.

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Auf unserer Themenseite Interviews lesen Sie noch mehr, was die Stars und Sternchen so bewegt. Guido Maria Kretschmer erzählte vor kurzem, wie der Umzug nach Hamburg sein Leben veränderte. Zum Glück kann er sich trotz aller Lebenswandel immer auf seine beste Freundin Natalia Wörner verlassen. Und apropos Freundschaft: Isabel Varell spricht im Interview über ihren besten Freund Hape Kerkeling.

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