Aktualisiert: 06.10.2020 - 21:33

Tolle Twitter-Aktion Gegen rechte Gruppierung: So fluten Schwule den Hashtag #ProudBoys

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Schwule und Unterstützer setzen mit einer tollen Twitter-Aktion ein Zeichen gegen rechte Gruppierungen: Sie fluten den Hashtag #ProudBoys mit Fotos homosexueller Paare.

Foto: iStock.com/MarcBruxelle

Schwule und Unterstützer setzen mit einer tollen Twitter-Aktion ein Zeichen gegen rechte Gruppierungen: Sie fluten den Hashtag #ProudBoys mit Fotos homosexueller Paare.

Seit dem TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden erfahren die Proud Boys gesteigerte Aufmerksamkeit. Jetzt schlagen Homosexuelle der rechtsextremen Gruppierung ein Schnippchen…

Bei dem ersten TV-Duell im US-Wahlkampf zwischen Donald Trump und Joe Biden sorgte vor allem eine Äußerung des amtierenden US-Präsidenten für Aufruhr: Anstatt sich von Rassisten zu distanzieren, richtete Trump das Wort an die sogenannten Proud Boys (auf Deutsch: stolze Jungs). "Haltet euch zurück und haltet euch bereit", riet er der Gruppierung, die der sogenannten Alt-Right-Bewegung zugeordnet wird, einer Bewegung am Rand der politischen Rechten in den USA.

Viele befürchten nun, dass der Präsident so den Weg für gewaltsame Auseinandersetzung ebne, für den Fall, dass er die Wahl am 3. November verlieren wird. Bis es so weit ist, sorgt aber erst einmal eine ganz besondere Aktion für Aufsehen: Homosexuelle und Unterstützer posten auf Twitter unter dem Hashtag #ProudBoys Fotos von schwulen Männern, die sich küssen. So soll die Suche nach Inhalten zu den Proud Boys erschwert und ein Zeichen für Offenheit und Toleranz gesetzt werden.

Nach George Takeis Vorschlag: Schwule interpretieren #ProudBoys neu

Soweit es sich nachvollziehen lässt, wurde die Aktion von George Takei, dem Darsteller von Hikaru Sulu in der Serie Raumschiff Enterprise, initiiert. Takei, der selbst seit 12 Jahren mit einem Mann verheiratet ist, postete einen Aufruf auf Twitter:

"Ich frage mich, ob die BTS- und TikTok-Kids (Anmerkung: Anhänger der koreanischen Pop-Gruppe BTS und der Video-Plattform TikTok, die bereits in der Vergangenheit durch Online-Aktionen aufgefallen sind) der LGBT-Szene dabei helfen können: Was wäre, wenn Schwule Bilder von sich machen würden, auf denen sie mit anderen Typen rumknutschen oder andere ziemlich schwule Dinge tun und diese dann mit dem Hashtag #ProudBoys markierten? Ich wette, es würde sie ziemlich aufwühlen."

Etwas später postete der 83-Jährige selbst ein Foto von sich und seinem Ehemann:

So groß ist die Resonanz der "stolzen Jungs"

Die Reaktionen auf den Vorschlag ließen nicht lang auf sich warten. Wer jetzt auf Twitter nach dem Hashtag #ProudBoys sucht, findet keine rechte Propaganda – sondern homosexuelle Pärchen jeden Alters, die Zärtlichkeiten austauschen und/oder für die Rechte von Homosexuellen demonstrieren.

Auch die breite Masse feiert die Aktion offenbar: Viele loben die Positivität, die die Aktion ausstrahlt. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Institutionen wie die Kanadischen Streitkräfte beteiligen sich an der Hashtag-Flut. Natürlich gibt es auch prominente Unterstützung. So unterstützte unter anderem die Moderatorin Dunja Halali, die selbst lesbisch ist, die Aktion.

Erst neulich ging es auf Twitter heiß her: Eine Regenbogenflagge bei REWE sorgt für Empörung im Netz. Bei der Aktion "Blackout Tuesday" hingegen wurde ein Zeichen gegen Polizeigewalt gesetzt.

Facebook und Twitter hingegen gegen Donald Trump durch: Sie ergriffen Maßnahmen wegen Falschaussagen.

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