Aktualisiert: 02.10.2020 - 20:11

Fehlzeitenanalyse der AOK Gut zwei Tage mehr im Jahr: Ist der Chef ungerecht, sind Angestellte öfter krank

Zu Unrecht am Arbeitsplatz vom Chef fertiggemacht worden? Dann steigen die Krankentage des betroffenen Mitarbeiters.

Foto: iStock.com/fizkes

Zu Unrecht am Arbeitsplatz vom Chef fertiggemacht worden? Dann steigen die Krankentage des betroffenen Mitarbeiters.

Das Gerechtigkeitsempfinden, das Menschen in Bezug auf ihre Arbeit haben, beeinflusst ihre Gesundheit. Fühlt sich jemand im Job vom Chef oder dem Unternehmen unfair behandelt, steigen seine Krankentage. Zu den Details!

Na, wie oft haben Sie schon dieses Jahr krankheitsbedingt bei der Arbeit gefehlt? Waren da vielleicht auch ein paar Tage dabei, an denen Sie mit leichten Kopfschmerzen eigentlich hätten arbeiten kommen können – aber ihr Chef, der alte Stinkstiefel, geht Ihnen so gehörig auf die Nerven, dass Sie dieses Wehwehchen gleich mal zum Anlass genommen haben, um ihm eins reinzuwürgen? Vermutlich wären Sie Ihrem Job nachgegangen, wenn Sie sich von Ihrem Vorgesetzten wertschätzend behandelt gefühlt hätten. Dann wären diese Kopfschmerzen vielleicht auch gar nicht erst aufgetreten. Tatsächlich sind die Angestellten, die Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz erleben, mehr Tage im Jahr krank als jene, denen Fairness im Job begegnet, wie der Fehlzeiten-Report 2020 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) Ende vergangenen Monats belegte.

Ungerecht behandelte Angestellte sind öfter krank als zufriedene Mitarbeiter

12,7 Krankheitstage sind es im Durchschnitt, an denen ArbeitnehmerInnen im Jahr der Arbeit aufgrund von Krankheit fernbleiben. Das ist aber nur die Zahl von den Angestellten, die sich an ihrem Arbeitspaltz von ihrem Vorgesetzten gerecht behandelt fühlen. Diejenigen, die ihre Führungskraft als unfair erleben, fehlen sogar durchschnittlich 15 Tage.

Von den befragten 2.500 Teilnehmern zwischen 18 und 65 Jahren leiden die von Ungerechtigkeit betroffenen Personen häufiger an emotionalen Beschwerden wie Lustlosigkeit, Erschöpfung, Wut- und Ärgergefühlen wie auch Schlafstörungen. Zudem sind sie häufiger von körperlichen Auswirkungen wie Kopfschmerzen sowie Rücken- und Gelenkschmerzen betroffen als ihre Mitmenschen, die ihre Vorgesetzten als gerecht empfinden. "Gefühlte Ungerechtigkeit bringt dabei insbesondere emotionale Irritationen und psychosomatische Beschwerden mit sich", erklärt der stellvertretende Geschäftsführer des WIdO Helmut Schröder, der den Fehlzeiten-Report mitherausgegeben hat.

Mitarbeiterzufriedenheit schafft weniger Krankheitstage und Bindung

Anhand dieser Ergebnisse sollte sich vielleicht das ein oder andere Unternehmen doch eine neue Maßnahme überlegen, wie die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert werden könnte. Vor allem das Gerechtigkeitsempfinden der Angestellten genauer unter die Lupe zu nehmen, scheint lohnenswert. Denn Beschäftigte, die Gerechtigkeit am Arbeitsplatz erleben, sind nicht nur weniger krank im Jahr, sie bleiben auch meist länger im Betrieb, weil sie sich dem Unternehmen enorm verbunden fühlen.

Quelle: AOK-Fehlzeiten-Report 2020

Auch wenn Ihr Vorgesetzter Sie fair behandelt: Es stören Sie anderen Kleinigkeiten im Job? Vielleicht sind diese Probleme einfacher zu beheben, als sie denken. Auf unserer Themenseite Büro-Alltag finden Sie vielleicht ein paar Tipps, die Ihnen helfen könnten, im Job glücklicher zu werden.

Vielleicht fühlen Sie sich ja auch schon stark gewertschätzt und möchten noch mehr leisten, um dem Unternehmen, mit dem Sie so zufrieden sind, etwas zurückzugeben. Dann könnte Sie interessieren, wie Sie Ihre Konzentration im Job verbessern. Mal schauen, ob Sie mit diesen Tipps bald effizienter arbeiten also ohnehin schon.

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