Aktualisiert: 29.09.2020 - 17:12

Es geht wieder los… Das sind die neuen Corona-Regeln

Private Zusammenkünfte wie Familienfeiern gelten als einer der Faktoren, die verantwortlich für den Anstieg der Infektionszahlen sind. Die neuen Corona-Regeln sollen dieser Entwicklung entgegenwirken.

Foto: iStock.com/Bogdan Kurylo

Private Zusammenkünfte wie Familienfeiern gelten als einer der Faktoren, die verantwortlich für den Anstieg der Infektionszahlen sind. Die neuen Corona-Regeln sollen dieser Entwicklung entgegenwirken.

Zwischenzeitlich hätten wir sie beinahe vergessen – doch das Gefühl trügt. Die Corona-Pandemie ist immer noch da. Mit diesen Regeln soll den steigenden Infektionszahlen Einhalt geboten werden.

Der Sommer 2020 wird vermutlich den meisten von uns fest im Gedächtnis verankert bleiben. Einzigartig scheint die Zeit, in der wir zwar von der drohenden Gefahr wussten, aber im Alltag nur wenig davon mitbekamen: Paradiesisch niedrige Infektionszahlen und die Aussicht, sich an der frischen Luft deutlich schwerer anstecken zu können, sorgten für entspannte Sommertage im Freien – genau so, wie es im Sommer sein soll, oder?

Doch jetzt neigt sich die angenehme Phase der Verdrängung nicht nur ihrem Ende zu, sie ist knallhart vorbei. Die Infektionszahlen schnellen in die Höhe, Kanzlerin Angela Merkel fürchtet 19.200 Neuinfektionen täglich an Weihnachten, wenn es so weitergeht. Diese neuen Corona-Regeln, die am 29. September von der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten beschlossen wurden, sollen das Schlimmste verhindern:

Neue Corona-Regel: Die Personenanzahl wird beschränkt

Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie sich nur mit einer anderen Person gleichzeitig treffen durften? Ganz so dramatisch wird es wohl vorerst nicht. Eine Teilnehmerbeschränkung für Zusammenkünfte in öffentlichen Räumen tritt dennoch in Kraft: Sollte es in einem Landkreis innerhalb von 7 Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner geben, dürfen bei Familienfeiern etc. ab jetzt nur noch 50 Personen beisammen sein.

In privaten Räumen gibt es keine solche Beschränkung, es wird jedoch angeraten, die Grenze von 25 Personen nicht zu überschreiten. Eine Ausnahme könnten außerdem angemeldete Feierlichkeiten mit vom Gesundheitsamt zugelassenen Hygieneplänen sein.

Weitere Maßnahmen möglich

Weiterhin sollen weitere Sicherheitsmaßnahmen erlassen werden, wenn in einem Landkreis innerhalb von 7 Tagen mehr als 50 Menschen pro 100.000 Einwohner infiziert werden. Unter anderem werde die Teilnehmerzahl bei Zusammenkünften in öffentlichen Räumen dann auf 25 begrenzt. Es wird weiterhin an die Menschen appelliert, in diesem Fall in privaten Räumen die Grenze von 10 Teilnehmern nicht zu überschreiten.

Kontaktformulare: Infektionsketten unterbrechen!

Falls Sie in den letzten Monaten zu den Wagemutigeren gehört und sich mal in eine Bar oder ein Restaurant getraut haben, wurden Sie bestimmt schon einmal darum gebeten, Ihre Kontaktdetails in ein Formular einzutragen. Diese Vorsichtsmaßnahme dient der Nachverfolgung von Risikokontakten: Stellt sich später heraus, dass ein Gast oder ein Mitarbeiter sich mit dem Coronavirus infiziert hat, kann den Gästen, die zur gleichen Zeit anwesend waren, Bescheid gegeben werden. So können diese die nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Natürlich gibt es immer wieder Spaßvögel, die falsche Kontaktdetails angeben und die Unterbrechung der Infektionsketten so unmöglich machen. Ein solches Verhalten soll in Zukunft mit einer Geldstrafe von mindestens (!) 50 Euro geahndet werden, in Schleswig-Holstein sollen es sogar bis zu 1.000 Euro sein.

Mehr Schnelltests, bessere Lüftung

Zusätzlich zu den neuen Maßnahmen wollen der Bund und die Länder die Kapazitäten für Corona-Schnelltests erhöhen. In welchen Bereichen genau der vermehrte Einsatz von Schnelltests sinnvoll ist, werde noch erarbeitet. Da sich das ausgiebige Lüften von Innenräumen als effiziente Maßnahme gegen das Coronavirus erwiesen habe, habe der Bund außerdem ein Förderprogramm aufgelegt, um bestehende Belüftungsanlagen zu verbessern und umzurüsten.

Priorität haben laut Kanzlerin Angela Merkel die Schulen, die Kindertagesstätten und die Wirtschaft. Um einen erneuten Lockdown zu verhindern, müsse man insbesondere lokale Infektionsherde angehen. Weiterhin wird dringend davon abgeraten, in Risikogebiete zu reisen.

Mehr Informationen über das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Informieren Sie sich zum Beispiel, ob ein Plastik-Visier wirklich eine geeignete Alternative zur Maske darstellt. Ebenfalls interessant: Diese Experten entschärften Corona-Mythen!

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