Aktualisiert: 25.09.2020 - 19:57

Kalte Wohnung im Herbst Ab wann geht die Heizung an? Das muss der Vermieter und das nicht

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Die Tage werden kühler: Wann wird die Heizung wieder angestellt? Das sind die Regelungen.

Foto: iStock.com / gpointstudio

Die Tage werden kühler: Wann wird die Heizung wieder angestellt? Das sind die Regelungen.

Bibberalarm in Deutschland: Wann beginnt die Heizperiode und welche Regelungen gelten für Mieter und Vermieter? Wir sagen es Ihnen.

Die warmen Tage sind vorbei. Wer jetzt sehnsüchtig am Regler seiner Heizung dreht und sich darüber ärgert, dass sie vom Vermieter noch nicht angestellt wurde, sollte jetzt wissen, welche Rechte er hat.

Heizung anstellen: Was muss der Vermieter und was nicht?

Kalte Füße und die Heizung geht noch nicht an? Das sind die Regelungen. Und das dürfen Sie als Mieter vom Vermieter fordern.

Im Herbst beginnt die Heizsaison. Gesetzliche Vorgaben gibt es zwar nicht, allgemein gilt aber eine Heizperiode vom 1. Oktober bis 31. März. Ein Blick auf den Mietvertrag oder in die Gemeinschaftsordnung von Eigentümergemeinschaften gibt Gewissheit.

Die Heizperiode kann auch ausgedehnt werden. In einigen Mietverträgen stehen Zeiten vom 15. September bis zum 30. April oder sogar bis in den Mai hinein, das bestätigt der Deutsche Mieterbund (DMB).

Ab diesen Temperaturen müssen Vermieter heizen

Gelegentlich werden in Mietverträgen auch Mindesttemperaturen festgeschrieben. Diese haben aber nach Ansicht des DMB in der Regel keine rechtliche Wirksamkeit. Gerichte erachten Werte von zum Beispiel weniger als 18 Grad für eindeutig zu kalt.

Am Tage gelten für den DMB vielmehr folgende Temperaturen, die mit einer Heizanlage erreicht werden müssen.

  • Küche: 18 Grad
  • Badezimmer: 22 Grad
  • Wohnzimmer: 21 Grad
  • Schlafzimmer: 18 Grad

In der Nacht (also von 23 bis 6 Uhr morgens) ist der Vermieter berechtigt, die Heizungsanlage so einzustellen, dass bis zu 3 Grad weniger in den Zimmern herrschen. Der Grund: Eine so genannte Nachtabsenkung der Temperatur reduziert den Energieverbrauch.

Das sind die gerichtlichen Grundlagen

Ständige Kälte ist nicht nur ärgerlich und ungesund, sie begünstigt auch Schimmelbildung und bei Frost können Rohre einfrieren.

Die gerichtlichen Verfügungen lauten deshalb zum Schutz des Mieters folgendermaßen: Das Landgericht Kassel hat beschlossen, dass Eigentümer heizen müssen, wenn an mindestens zwei Tagen hintereinander unter 18 Grad herrschen. Wenn das Thermometer unter 16 Grad anzeigt, muss die Heizungsanlage SOFORT angeworfen werden.

Das Amtsgericht Uelzen legt aufgrund des unterschiedlichen Nutzungsverhaltens von Mietern die Außentemperatur zugrunde. Hier gilt: Geheizt werden muss, wenn es draußen drei Tage am Stück unter zwölf Grad kalt ist.

Das können Sie tun, wenn der Vermieter nicht heizt

Sie frieren, es ist bereits Oktober und der Vermieter weigert sich, die Heizung anzustellen? Da es zwar keine gesetzliche Regelung gibt, haben die Gerichte bestimmt, wann die Heizung angestellt werden muss. Somit liegt bei einer kalten Wohnung ein Mietmangel vor, und der berechtigt Sie zur so genannten Mietminderung.

Mietminderung: Das dürfen Sie weniger zahlen

Sie dürfen die Miete also für den Zeitpunkt mindern, in dem die vorgegebenen Raumtemperaturen nicht erreicht wurden. Und wieviel weniger Miete ist drin? Wer nicht über 17 Grad Raumtemperatur kommt, kann die Miete um bis zu 25 Prozent mindern. Wenn die Heizanlage komplett ausfällt und nicht zeitnah repariert wird, ist eine Kürzung der Mietzahlungen bis zu 100 Prozent möglich. Ihnen steht im Extremfall auch das Recht einer fristlosen Kündigung des Mietvertrags zu. Dabei ist es laut Gericht unerheblich, warum die Heizanlage nicht funktionierte.

Das dürfen Mieter außerdem tun, wenn die Heizungsanlage nicht läuft

Dem Vermieter sind für die Reparatur oder das Anstellen der Heizung wenige Tage eingeräumt. Wenn er das innerhalb der Zeitspanne nicht hinbekommt, dürfen Mieter selbst den Notdienst rufen. Die Einsatzkosten muss dann der Vermieter zahlen.

ABER: Mieter müssen den Vermieter vorab über den Ausfall der Heizung informieren und ihm die genannte Zeit für die Problembehebung einräumen. Wer das nicht tut und unangekündigt den Handwerker ruft, muss die Kosten im Zweifel selbst tragen. Informieren Sie besser vorher schriftlich den Vermieter. An der Heizungsanlage sollten Sie auch nicht eigenhändig tätig werden, um sie nicht zu beschädigen.

Bei weiteren Fragen können sich Mieter auch beim Deutschen Mieterbund informieren.

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Mieter können ein Lied von den Unwägbarkeiten bei einem Umzug oder Auszug singen: Das versteckt sich hinter dem Wort "besenrein" und das dürfen Mieter laut Bundesgerichtshof von Vermietern beim Renovieren fordern.

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