Aktualisiert: 24.09.2020 - 20:18

Wenn die Wohnung übergeben wird Das versteckt sich beim Umzug hinter dem Wort "besenrein"

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Die Wohnungsübergabe steht bevor – und Sie sollen die Wohnung "besenrein" hinterlassen? Was genau dahintersteckt und was Sie beachten müssen.

Foto: iStock.com/anyaberkut

Die Wohnungsübergabe steht bevor – und Sie sollen die Wohnung "besenrein" hinterlassen? Was genau dahintersteckt und was Sie beachten müssen.

Wer aus einer Wohnung ausziehen will, muss sie "besenrein" verlassen. Doch was steckt eigentlich hinter der Formulierung? Wir klären Sie auf!

Wer bereits einen Umzug hinter sich gebracht oder ein angemietetes Feriendomizil verlassen hat, wurde sicher schon mal mit dem Wort "besenrein" konfrontiert. Denn genau in diesem Zustand soll ein Haus oder eine Wohnung in den meisten Fällen übergeben werden.

Doch was genau bedeutet das eigentlich? Wie Sie eine Wohnung besenrein übergeben und was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie hier.

Wohnung "besenrein" übergeben: Das steckt dahinter

Laut eines Grundsatzurteils des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2006 (VIII ZR 124/05) heißt es bei der Bezeichnung "besenrein": "Die Verpflichtung zur besenreinen Rückgabe der Mietwohnung beschränkt sich auf die Beseitigung grober Verschmutzungen". Dieses Urteil heißt im Großen und Ganzen, dass eine Wohnung vor dem Auszug nicht sorgfältig neu renoviert und gestrichen werden muss, auch aufwendige Reparaturen sind demnach nicht vorgesehen.

Allerdings hängt das auch immer vom jeweiligen Mietvertrag ab. Schauen Sie vorher also unbedingt dort hinein und vergewissern Sie sich, was der Vermieter bei Auszug verlangt. Halten Sie die Forderungen für übertrieben, können Sie sich auch im Zweifelsfall mit dem Mieterschutzbund auseinandersetzen und den Vertrag prüfen lassen.

Fenster nur in bestimmten Fällen putzen

Doch das Urteil des Bundesgerichtshofes bedeutet nicht, dass Sie die Wohnung einfach Hals über Kopf verlassen können. Sie sollten mit dem Besen, wie das Wort "besenrein" ja schon impliziert, auf jeden Fall durchfegen und damit groben Staub entfernen. Die 4 besten Tipps gegen Staub finden Sie übrigens hier.

Das bedeutet, dass der Boden, egal ob Fliesen, Parkett oder Laminat, nicht extra gewienert oder gebohnert werden muss. Teppichboden sollte lediglich abgesaugt werden – vorausgesetzt, es gibt keinen größeren Schmutz. Hier erfahren Sie im Überblick, wie Sie den Boden ohne Chemie und mit Hausmitteln wischen.

Fenster müssen nur geputzt werden, wenn dort Klebereste, zum Beispiel von Aufklebern, zu finden sind. Lesen Sie hier, wie man Fenster einfach und schlierenfrei putzt. Dübellöcher können in einigen Fällen sogar bleiben, und zwar dann, wenn sie in notwendiger Anzahl für Wandbefestigungen nötig sind. Die Einbauküche sollte zumindest abgewischt werden, auch hier empfiehlt sich Fegen. Und wenn Sie Unkraut auf dem Balkon entdecken – keine Sorge! Sie müssen dieses bei Auszug nicht entfernen.

Vorsicht bei Raucherwohnungen

Doch wie sieht es eigentlich aus bei der Wohnungsübergabe, wenn man in der Vergangenheit in den Räumen geraucht hatte? Denn oft setzen sich in Tapeten oder auf dem Teppich Spuren von Nikotin ab. Der Bundesgerichtshof hat dazu grundsätzlich festgelegt, dass Rauchen zum "vertraglichen Gebrauch der Mietsache" gehört. Das bedeutet, dass auch Raucher eine Wohnung lediglich besenrein übergeben müssen.

Allerdings sollten Sie auch hier dringend im Mietvertrag nachlesen, ob es dort eine rechtswirksame Klausel gibt zum Thema Rauchen. Denn dann wäre man als Mieter doch verpflichtet, Spuren zu beseitigen und möglicherweise auch neu zu streichen. In schweren Fällen kann exzessives Rauchen dazu führen, dass die Spuren auch durch Streichen nicht zu entfernen sind. Im schlimmsten Fall kann der Vermieter dann Schadensersatz verlangen.

Alles zum Mietrecht – also was Sie dürfen und was nicht – erfahren Sie übrigens hier.

Weitere spannende Geschichten und hilfreiche Artikel dazu finden Sie auch auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

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