Aktualisiert: 09.09.2020 - 15:32

Am 10. September 2020 Bundesweiter Warntag: Das kommt auf Sie zu!

Am 10. September findet ein bundesweiter Warntag statt. Was das bedeutet:

Foto: iStock.com/Chalabala / Redaktion

Am 10. September findet ein bundesweiter Warntag statt. Was das bedeutet:

Am 10. September wird in Deutschland erstmals bundesweit ein Warntag einberufen: Warum dabei alle Sirenen heulen und sämtliche Warnmöglichkeiten ausprobiert werden – und was es für Sie zu beachten gilt:

Morgen um 11 Uhr schrillen die Sirenen los. Smartphone-Nutzer bekommen Meldungen via Warn-App auf ihr Gerät, im Rundfunk werden Warnungen ausgerufen: Klingt nach Katastrophenalarm – ist aber eine Übung. Und zwar die erste so große seit der Wiedervereinigung: Am 10. September findet der erste bundesweite Warntag statt. Was passiert dabei? Und vor allem: warum das Ganze?

Bundesweiter Warntag: Was passiert?

Pünktlich um 11 Uhr werden morgen deutschlandweit – in allen Landkreisen und Kommunen – alle sogenannten Warnmultiplikatoren probemäßig ausgelöst. Das bedeutet: Sirenen schrillen los, Warn-Apps (etwa die Warn-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes), Katwarn und Biwapp) melden sich auf den Smartphones, Rundfunksender (Radio und Fernsehen) melden Alarm, elektronische Werbe- und Hinweistafeln wie Fahrgastinformationssysteme zeigen Warnungen an. Und auch online wird gewarnt. Genutzt werden dabei alle Warnmöglichkeiten, die am Modularen Warnsystem (MoWaS) des Bundes angeschlossen sind. Auch Lautsprecherwagen können unterwegs sein.

Entwarnung folgt dann um 11:20 Uhr.

Warum findet der Warntag statt?

Im Katastrophenfall soll die Bevölkerung so schnell wie möglich gewarnt werden – über alle verfügbaren Kanäle. So möchte man sichergehen, dass wirklich jeder mitbekommt, dass gerade etwas im Argen ist. Ob das jetzt eine Naturkatastrophe wie ein Erdbeben oder Hochwasser ist, ein Terroranschlag oder eine andere Gefahr, die möglicherweise sogar große Teile, wenn nicht sogar das ganze Land betrifft. Um zu prüfen, ob alles funktioniert, aber auch, um die Bevölkerung für die verschiedenen Warnmöglichkeiten zu sensibilisieren, wird nun alles gleichzeitig getestet.

"Es hat sich gezeigt, dass Menschen in Krisensituationen vor allem auf Bekanntes und bereits Erlerntes zurückgreifen", erklärt Christoph Unger, Präsident des BBK, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Übungen dessen seien daher sinnvoll. Weiter weist er auf die zunehmende Zahl an Naturkatastrophen hin, nennt etwa die Hitzewellen von 2018 und 2019, aber auch Terroranschläge sowie die Coronavirus-Pandemie. Die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit hätten gezeigt, dass ein umfassendes Warnsystem wichtig und sinnvoll sei.

Werden alle Menschen gleich alarmiert?

Welche Warnmittel wo genau ausgelöst werden, darüber entscheiden weiterhin die örtlichen Behörden. Mancherorts werden Sirenen heulen, anderswo kommen möglicherweise Lautsprecherwagen zum Einsatz, an Bahnhöfen etwa werden die Anzeigetafeln genutzt. Und wer eine Warn-App installiert hat, die mit dem Warnsystem gekoppelt ist, bekommt eben eine Meldung aufs Smartphone.

Warum überhaupt noch Sirenen?

Sirenen wurden vor allem damals genutzt, etwa zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Doch es gibt sie vielerorts noch immer – vor allem aus dem Grund, um auch nachts zuverlässig die Menschen zu warnen. Denn wer nachts schläft, hat Rundfunkgeräte ausgeschaltet und möglicherweise auch das Handy nicht an, würde also den Extremfall möglicherweise gar nicht mitbekommen. Zudem besitzt auch heute nicht jeder ein Smartphone und nicht in allen Haushalten laufen Radio und TV unentwegt. Die Sirenen können daher auch als Weckruf dienen, um sich auf anderen Kanälen über eine Katastrophenlage zu informieren. Da greifen dann also die anderen Warnmittel.

Gab es so etwas schon einmal?

Einen bundesweiten Warntag gibt es nun erstmals wieder seit der Wiedervereinigung. Bis jetzt hatten die Tests teilweise die Kommunen nach eigenen Zeitplänen übernommen. Menschen, die in einem Dorf wohnen, kennen das vielleicht: Mancherorts wird etwa alle paar Wochen zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Sirene ausgelöst.

Die Entscheidung, dies jetzt wieder zu bündeln, rührt vor allem daher, dass sich die Warnmöglichkeiten weiterentwickelt haben: Mittlerweile gibt es nicht mehr nur Sirenen oder den Rundfunk, sondern eben auch Apps oder elektronische Werbetafeln, auf denen Gefahrmeldungen angezeigt werden können. Damit die ständig weiterentwickelten Abläufe auch mit der breiten Bevölkerung getestet werden können, und diese auch auf die vielfältigen Möglichkeiten hinzuweisen sowie deren Wahrnehmung zu schärfen, gibt es nun seitens Bund, Ländern und Kommunen den bundesweiten Warntag.

Warntag ab jetzt jährlich – aber warum gerade im September?

Übrigens wird es nicht bei einer einmaligen Aktion bleiben: Der bundesweite Warntag wird nun jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September stattfinden. Warum gerade dann? Weil dann gerade in allen Bundesländern die Sommerferien zu Ende sind und der Großteil der Bevölkerung seinem normalen Alltag inkl. Arbeit, Schule und Co nachgeht und dort potentiell erreichbar ist.

Mein Haustier ist schreckhaft – was kann ich tun?

Anders als wir Menschen gibt es aber durchaus Mitbewohner, die den Sinn hinter einem solchen Warntag sicher nicht so einfach verstehen: Haustiere leiden unter lautem Alarm, vor allem schreckhafte Tiere müssen beruhigt werden. Die Welttierschutzgesellschaft gibt auf ihrem Twitterkanal Empfehlungen für Haustierhalter:

Die Tipps:

  • Gassirunde möglichst verschieben oder sich von Sirenen nach Möglichkeit fernhalten
  • Geräuschempfindliche Tiere (Katzen, Pferde) zu Hause oder im Stall lassen, Käfig von Kleintieren oder Vögeln abdecken
  • Tiere während des Alarms nicht allein lassen und ihnen möglichst Rückzugsmöglichkeiten mit gewohnter Geräuschkulisse bieten.

Was tun, wenn's wirklich ernst wird – wie reagiere ich dann richtig?

Die Warnmittel greifen alle aufeinander über: Die Sirene weist darauf hin, dass gerade Gefahr besteht. Über den Rundfunk, Werbetafeln sowie über Warn-Apps werden dann weitere Informationen geteilt: Was ist genau los – und wie verhalte ich mich? In aller Kürze werden der Bevölkerung dann nebst Informationen zur Lage auch Handlungsempfehlungen mitgeteilt. Nebst aller Warnung gilt aber vor allem: Ruhe bewahren, Informationen lesen, Hinweise befolgen, Angehörige und Nachbarn gegebenenfalls informieren, selbst in Sicherheit bringen.

Übrigens: Die Corona-Warn-App gehört nicht zum Verbund, wird daher nicht einfach so ausgelöst am morgigen Donnerstag. Dennoch lohnt sich die Installation, um Infektionsketten zurückverfolgen zu können.

Weitere Informationen zum Warntag, aber auch, falls tatsächlich einmal eine Katastrophensituation auftreten sollte, erhalten Sie auch auf der Projektseite "Warnung der Bevölkerung".

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