Aktualisiert: 08.09.2020 - 20:14

Neue Datenbanken Strom- und Gasanbieterwechsel: Warum er bald nicht mehr so leicht gelingen könnte!

Strom- und Gasanbieter könnten per Datenbank bald mehr über uns wissen, als uns lieb ist. Daraus könnten für Häufigwechsler Probleme entstehen.

Foto: iStock.com/deepblue4you

Strom- und Gasanbieter könnten per Datenbank bald mehr über uns wissen, als uns lieb ist. Daraus könnten für Häufigwechsler Probleme entstehen.

Ihr künftiges Strom- bzw. Gasunternehmen, zum dem Sie wechseln wollen, könnte anhand einer Datenbank erfahren, wie oft Sie schon den Anbieter getauscht haben. Mit diesem Wissen könnte es Ihnen Steine in den Weg legen…

Bei einem Strom- und Gaswechsel könnten sich in Zukunft Schwierigkeiten für Verbraucher auftun, jedenfalls wenn dieser häufiger als normal vollzogen wird. Denn ständige Wechsler könnten nun durch Datenbanken, in denen Kundendaten gespeichert werden, auffliegen und vom neuen Anbieter abgelehnt werden, wie SWR3 berichtete.

Strom- und Gaswechsel: Für häufige Wechsel könnte es Probleme geben

Der NDR und die Süddeutsche Zeitung haben herausgefunden, dass die Schufa und die Münchner Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel Datenbanken erschaffen haben, in denen die Vertragsdaten der Kunden aus der gesamten Branche erfasst sind. Aktuell sind in dieser nur Strom- und Gaskunden, die durch ungezahlte Rechnungen oder – noch schlimmer – durch Betrug auffielen. Doch die Erfassung der Daten soll ausgeweitet werden. Auch Kunden, die sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, sollen darin aufgenommen werden.

Verbraucher- und Datenschützer schlagen Alarm

Dieser Plan wird von Verbraucher- und Datenschützern kritisch beäugt. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale zum Beispiel ist skeptisch, denn für Kunden, bei denen mithilfe der Datenbank nachvollzogen werden kann, dass sie schon mehrmals den Anbieter wechselten, könnten Nacheile entstehen. Ihnen könnten beispielsweise Angebote extra nicht vorgeschlagen oder sie könnten gar ganz abgelehnt werden. Ob es soweit kommt, bleibt vorerst noch offen. Denn in ungefähr zwei Monaten erfolgt hierzu eine Abstimmung der deutschlandweiten Datenschutzbehörden. Während sich die Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel zur Thematik nicht äußert, beteuert die Schufa hingegen, dass die Speicherung der Daten nicht dazu dienen soll, einen Strom- und Gaswechsel zu erschweren.

Mit dem Datenschutz ist das ja immer so eine heikle Sache. Sollten auch Sie hier einmal in Schwierigkeiten geraten, müssen Sie das nicht einfach so als Ihr Schicksal hinnehmen. In vielen Situationen gibt es die Möglichkeit, sich zu wehren. Ein paar gängige Fälle und Lösungsvorschläge haben wir Ihnen auf unserer Themenseite Ratgeber Recht zusammengestellt.

Nicht nur Häufigwechsler könnten bald vor einem Problem stehen, auch Hartz-IV-Empfänger, denn sie bekommen 2021 erneut zu wenig Geld für Strom.

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