Aktualisiert: 03.09.2020 - 21:41

Teilausgleich So wirkt sich die Pflege von Angehörigen auf die Rente aus!

Meistens übernehmen Frauen die Pflege von Angehörigen. Gut zu wissen: Sie können dadurch auch Ihre Rente erhöhen!

Foto: iStock.com/shironosov

Meistens übernehmen Frauen die Pflege von Angehörigen. Gut zu wissen: Sie können dadurch auch Ihre Rente erhöhen!

Die Pflege von Angehörigen ist keine leichte Aufgabe. Da trifft es sich gut, wenn man zumindest ein wenig mehr Rente erhält. Wie viel mehr Sie bekommen können, erfahren Sie hier!

Wer sich um pflegebedürftige Angehörige kümmert, sieht sich zumeist mit keiner einfachen Aufgabe konfrontiert, schließlich ist Pflegearbeit sowohl psychisch als auch physisch extrem fordernd. Wenigstens kann man den Mehraufwand finanziell geltend machen: Durch die Pflege von Angehörigen kann sich die Rente erhöhen.

Diese Information ist vor allem für Frauen interessant, sind sie es doch, die meistens die Pflege von Angehörigen übernehmen. Wie die ZEIT berichtete, sind 68 Prozent der Pflegenden weiblich und obwohl für die Pflege im Schnitt 21 Wochenstunden draufgehen, sind die Pflegenden vom Staat nur unzureichend abgesichert. Die Folge ist oft Altersarmut.

Nur die nicht erwerbsmäßige Pflege wirkt sich auf die Rente aus

Viele Pflegende geben ihren Beruf zugunsten der Pflege eines geliebten Menschen ganz oder zumindest teilweise auf. Das bedeutet jedoch nicht zwangsweise, dass jetzt gar keine Beiträge mehr in die Rentenversicherung fließen: Die Deutsche Rentenversicherung zahlt für pflegende Angehörige unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge in die Rentenversicherung ein. Doch welche Kriterien müssen dafür erfüllt werden?

Das Hauptkriterium dafür, dass das geschieht, ist, dass Pflegende diese Tätigkeit nicht erwerbsmäßig ausüben. Das bedeutet nicht zwangsweise, dass Sie dafür nicht vergütet werden – es bedeutet lediglich, dass die Pflege nicht Ihr Beruf ist, bzw. dass Sie die Pflege nicht im Rahmen Ihres Berufs ausüben.

Mehr Rente durch Pflege – Darauf kommt es an

Weitere Kriterien sind laut der Deutschen Rentenversicherung:

  • Die zu pflegende Person muss mindestens Pflegegrad 2 haben.
  • Sie müssen die Person mindestens 10 Stunden pro Woche pflegen, verteilt auf zwei Tage oder mehr.
  • Sie dürfen nebenher nicht mehr als 30 Stunden arbeiten.
  • Die Pflege muss in häuslicher Umgebung stattfinden.
  • Die Pflege muss notwendig sein.
  • Die zu pflegende Person muss Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung haben.
  • Ihr Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthaltsort muss in Deutschland, im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz sein.

Vorzeitige Rente, Voll- oder Teilrente?

Sind Sie noch nicht in Rente oder zur Pflege Ihres Angehörigen vorzeitig in Rente gegangen, übernimmt die Pflegekasse Ihre Rentenbeiträge solange, wie Sie die Person pflegen oder bis Sie das reguläre Renteneintrittsalter erreichen. Dadurch erhalten Sie später zwischen 5 und 32 Euro mehr Rente im Monat, die genaue Höhe setzt sich zusammen aus den Pflegegrad, dem zeitlichen Aufwand und dem Ort, an dem die Pflege ausgeübt wird.

Haben Sie das reguläre Renteneintrittsalter erreicht, endet Ihr Anspruch auf die Beitragsübernahme durch die Pflegekasse – es sei denn, Sie werden nicht als Voll- sondern als Teilrentner eingestuft. Dazu reicht es laut dpa bereits, wenn Sie auf ein Prozent Ihrer Rente verzichten. Wenn die Pflege Ihres Angehörigen endet, können Sie sich wieder als Vollrentner registrieren lassen. Ob es sich für Sie lohnt, Teilrentner zu sein und dafür die Pflege eines Angehörigen zu übernehmen, sollten sie allerdings unbedingt in einem persönlichen Beratungsgespräch abklären.

Na, wann würden Sie gern in Rente gehen? Darum fordern Arbeitgeber jetzt die Rente ab 70! Falls Sie hingegen bereits Rentner sind, sollten Sie sich unbedingt erkundigen, ob Sie 2020 erstmals Steuern auf Ihre Rente zahlen. Ebenfalls interessant: Wussten Sie, wie groß die Differenz zwischen Rente und Pension im Durchschnitt ist?

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