Aktualisiert: 03.09.2020 - 18:28

UNICEF-Studie Hätten Sie es gedacht? Diesen Platz belegt Deutschland beim Kindeswohl!

UNICEF ist das Kinderhilfswerk der UN. Jetzt hat die Organisation eine neue Studie zum Kindeswohl in Industrieländern herausgegeben. Raten Sie mal, welchen Platz Deutschland belegt...

Foto: iStock.com/Joaquin Corbalan

UNICEF ist das Kinderhilfswerk der UN. Jetzt hat die Organisation eine neue Studie zum Kindeswohl in Industrieländern herausgegeben. Raten Sie mal, welchen Platz Deutschland belegt...

Wie gut geht es Kindern in Deutschland? Die neue Studie des Kinderhilfswerks UNICEF gibt eine Antwort…

Wie ist es eigentlich in Deutschland um das Kindeswohl bestellt? Fest steht: Es könnte Kindern in diesem Land zwar schlechter gehen. Es könnte ihnen aber auch deutlich besser gehen! Eine Studie, die vom UN-Kinderhilfswerk UNICEF in 41 Industrieländern durchgeführt wurde, zeigt: Deutschland liegt beim Thema Kindeswohl auf dem 14. Platz.

Neue UNICEF-Studie? Wie steht es in Deutschland und anderen reichen Ländern um das Kindeswohl?

Gunilla Olsson, Direktorin des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti, weist darauf hin, dass "viele der reichsten Länder der Welt, die eigentlich über genügend Ressourcen verfügen, scheitern, wenn es darum geht, allen Kindern eine gute Kindheit zu ermöglichen ". In einer Studie von UNICEF Innocenti, die in 41 Ländern der OECD (das ist die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ein Zusammenschluss von 37 Mitgliedsstaaten, die ein hohes Pro-Kopf-Einkommen haben und als entwickelte Länder gelten) und Ländern der EU durchgeführt wurde, wurde ermittelt, wie es in verschiedenen, als "reich" geltenden Ländern der Welt um das Kindeswohl bestellt ist.

Zu diesem Zweck wurden nationale Daten zur psychischen und physischen Gesundheit von Kindern, ihren schulischen und sozialen Kompetenzen und ihren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ausgewertet. So wurde die Frage untersucht, welchen Problemen Kindern aus reichen Ländern in besonderem Maße ausgesetzt sind.

So schneidet Deutschland ab

Es stellte sich heraus, dass immer mehr Kinder und Jugendliche in Industrieländern unter anderem mit Übergewicht und Adipositas, ungenügend ausgebildeten intellektuellen Fähigkeiten wie beispielsweise Rechnen und Schreiben, schlechten Sozialfähigkeiten und schlechter mentaler Gesundheit zu kämpfen haben. Auch Differenzen zwischen den Ländern in Bezug auf die Familienpolitik sowie niedriges Einkommen beeinflussen Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Ländern stark.

Deutschland liegt unter der Berücksichtigung dieser drei Kriterien auf dem 14. Platz. Dieses Ergebnis schlüsselt sich folgendermaßen auf:

Was die mentale Gesundheit angeht, liegen wir auf dem 16. Platz. In den meisten Ländern geben weniger als 80 Prozent der Kinder an, zufrieden mit ihrem Leben zu sein. In Deutschland liegt diese Quote bei 75 Prozent. Bei der körperlichen Gesundheit haben wir es sogar auf den auf den 10. Platz geschafft – und das obwohl 27 Prozent der deutschen Kinder übergewichtig oder adipös sind. Weiter hinten liegt Deutschland bei der Bewertung der intellektuellen und sozialen Fähigkeiten: Hier hat es nur für Platz 21 gereicht. So finden beispielsweise nur 72 Prozent der deutschen Kinder, dass es ihnen leichtfällt, neue Freundschaften zu schließen.

Das eigene Körperbild spielt gerade bei Mädchen eine signifikante Rolle

Die Studie weist auch darauf hin, dass das Bild vom eigenen Körper die Lebenszufriedenheit von Kindern und Jugendlichen stark beeinflusst. Wer ein positives Bild vom eigenen Körper hat, hat auch mehr Selbstvertrauen, wohingegen ein negatives Bild vom eigenen Körper neben einem geringeren Selbstbewusstsein zu Scham, Depressionen, Angststörungen und Isolation führen kann.

In Bezug auf ein positives Körperbild schneidet Deutschland sehr schlecht ab: Zwar liegen für dieses Kriterium nicht aus allen Länder Daten vor, unter den 35 Ländern, für die Daten vorliegen, liegt Deutschland allerdings auf dem drittschlechtesten Platz, schlechter schneiden nur noch Estland und Polen ab.

Dabei ist es vermutlich nicht überraschend, dass die Wahrnehmung des eigenen Körpers bei Mädchen deutlich stärker mit der Lebenszufriedenheit verknüpft ist als bei Jungen. Durchschnittlich macht das Körperbild etwa eine Differenz von 10 Prozent bei der Lebenszufriedenheit aus, bei Jungen sind es lediglich 5 Prozent. Dieser Wert variiert allerdings je nach Land enorm, so beeinflusst das eigene Körperbild die Lebenszufriedenheit der Kinder in Schottland, Finnland, den Niederlanden und Irland am meisten.

UNICEF warnt vor Covid-19

Unter den drei Ländern, die bei der Studie am besten abschnitten, waren – wen überrascht es? – auch zwei skandinavische Länder, nämlich Dänemark und Norwegen. Den ersten Platz belegte allerdings ein anderes unser Nachbarländer: die Niederlande! Am schlechtesten unter den 38 Ländern, aus denen genug Daten vorlagen, um zu einem zuverlässigen Gesamtergebnis zu kommen, schnitt Chile ab.

Die UNICEF legt allerdings nicht nur Ergebnisse vor, sondern spricht auch eine Warnung aus. Die Organisation sieht das Kindeswohl durch die Corona-Pandemie stark gefährdet. Von den meisten Ländern ergriffene Maßnahmen wie die Schließung von Schulen oder Ausgangsbeschränkungen führen laut UNICEF bei Kindern und Jugendlichen zu Angst, dem Verlust von Freunden und Einkommensverlusten, wodurch sie stark belastet werden.

Gunilla Olsson fordert deshalb von den Regierungen schnelles und entschlossenes Handeln und den Schutz von Kindern zum Teil der Reaktion auf die Pandemie zu machen – eine Forderung, die in Anbetracht der Tatsache, dass die Erarbeitung eines Pandemie-Konzepts für Schulen zumindest in Deutschland bisher keine großen Fortschritte verzeichnen konnte, mehr als gerechtfertigt ist.

Den kompletten UNICEF-Report finden Sie hier: Worlds of Influence. Understanding What Shapes Child Well-being in Rich Countries.

Vor Kurzem erhielt die Kinderhilfsorganisation eine großzügige Spende: Greta Thunberg spendete 100.000 Euro an UNICEF. Auch Katy Perry und Orlando Bloom sind UNICEF-Botschafter. Jetzt sind sie Eltern einer Tochter geworden.

Das Kindeswohl kann auf viele Arten beeinträchtigt werden – Kindesmisshandlung ist eine davon. So erkennen und handeln Sie bei Kindesmisshandlung!

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