Aktualisiert: 16.07.2021 - 12:56

Flutkatastrophe Wasserschaden in Wohnung und Haus: Welche Versicherung zahlt was?

Schlamm, Geröll und Wasser in den Häusern. Die aktuellen Überschwemmungen im Zuge der Flutkatastrophe werfen die Frage auf: Wer kommt für den Schaden auf?

Foto: IMAGO / Einsatz-Report24

Schlamm, Geröll und Wasser in den Häusern. Die aktuellen Überschwemmungen im Zuge der Flutkatastrophe werfen die Frage auf: Wer kommt für den Schaden auf?

Die Flutkatastrophe der letzten Tage war verheerend, noch immer werden Menschen vermisst, viele haben ihr Leben gelassen. Wenn die Lage sich etwas normalisiert hat, gilt es neben dem persönlichen Schmerz leider auch an die hohen Schäden zu denken, die die Wassermassen angerichtet haben. Wer zahlt was, ist dann die große Frage.

Die aktuelle Flutkatastrophe wird neben den nicht reparablen persönlichen Dramen durch Verluste geliebter Menschen auch großen finanziellen Schaden hinterlassen. Ob vollgelaufene Keller, zerstörte Häuser und Wohnungen. Wasserschäden sind gerade in zur Zeit herrschenden Wetterextremen ein großes Thema für Mieter oder Hausbesitzer. Wer zahlt was?

Wasserschaden in Wohnung und Haus: Wer zahlt, und was muss ich tun?

Wasserschäden gehören zu den folgenreichsten Schäden, die durch Unwetter hervorgerufen werden können. Die Kosten reichen von leichteren Sachschäden bis zum Abriss oder der teuren Trockenlegung von Gebäuden.

Aber wissen Sie wirklich welche Versicherung bei Wasserschäden unterschiedlichster Art bezahlt? Wir zeigen Ihnen die Unterschiede.


Wie genau wird Starkregen definiert?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Starkregen, wenn in kurzer Zeit große Mengen an Wasser niedergehen und bestimmte Schwellenwerte überschritten werden. Diese definieren sich folgendermaßen: Regenmengen von 15 bis 25 l/m² in einer Stunde oder 20 bis 35 l/m² in sechs Stunden.

Vor Unwetter wird ab Regenmengen von mehr als 25 l/m² in einer Stunde oder 35 l/m² in sechs Stunden gewarnt.

Wasserschäden durch Waschmaschine

Für einen Wasserschaden am eigenen Mobiliar, der zum Beispiel durch eine defekte Waschmaschine verursacht wurde, zahlt die Hausratversicherung: Nämlich den durch das austretende Leitungswasser beschädigten oder zerstörten Hausrat.

Wer fremde Schäden durch austretendes Wasser verursacht, benötigt dagegen eine Haftpflichtversicherung.

Wasserschäden durch Rohre

Wenn Wasser aus Rohren oder zusammengehörigen Schläuchen ausgetreten ist und Schäden am Haus verursacht hat, greift die Gebäudeversicherung. D.h. sie zahlt nur Schäden, die durch Leitungswasser verursacht wurden.

Wasserschäden durch Hochwasser/Regenwasser

Wenn Hochwasser, Starkregen, Regenrinnenwasser oder Abwasser-Rückstau schuld an Schäden sind, ist das nicht automatisch in der Gebäudeversicherung mitversichert. Ein sogenannter Rückstau entsteht, wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr weiterleiten kann und das Wasser ungewöhnliche Wege geht, im Zweifel auch aus Toiletten und Waschbecken tritt.

Für die eben genannten Ursachen muss eine Elementarversicherung eingeschlossen sein. Das gilt sowohl für die Hausrat- als auch für die Gebäudeversicherung.

Konkret: Werden Haus, Wohnung oder Keller z.B. durch Starkregen überschwemmt, greift für Schäden am Mobiliar die Hausratversicherung nur, wenn die Elementarversicherung inkludiert ist. Bei Schäden am Gebäude zahlt die Gebäudeversicherung auch nur, wenn diese Zusatzversicherung mit drin ist.

Ist eine Elementarversicherung immer sinnvoll?

Wird eine Elementarversicherung zusammen mit der Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, besteht nach einem Wasserschaden durch Starkregen-Überschwemmungen die Möglichkeit, das Gebäude bzw. die Nebengebäude wie Schuppen oder Garage reparieren oder sanieren lassen. Werden Gebäude trocken gelegt oder müssen sogar abgerissen werden und sind demnach unbewohnbar, zahlt die Elementarversicherung nicht nur den Bau eines gleichwertigen Objekts, sondern auch die Unterbringungskosten. Das gilt auch bei Verlust von Mieteinnahmen.

Grundsätzlich ist eine Elementarversicherung also sinnvoll. Wichtig zu wissen: Wenn das Wohngebiet regelmäßig von Hochwasser und Starkregen betroffen ist, obliegt es der Versicherung zu prüfen, ob sie Elementarschäden mitversichert. Eine Beratung durch einen Versicherungsexperten ist hier empfehlenswert.

Schäden am Auto durch Überschwemmungen und Hagel

Auch Autos können bekanntlich von Starkregen, Überschwemmungen oder Hagel beschädigt werden. In diesem Fall greift die KfZ-Teilkaskoversicherung. Achtung: Suchen Sie im Falle einer Unwetterwarnung einen guten Platz für Ihr KfZ, ein Plätzchen unter Bäumen oder in einer Senke sollte, wenn möglich, vermieden werden.

Manchmal wird der Fahrer auch auf dem Weg vom Unwetter überrascht. Dann sollten Sie überschwemmte Straßen meiden, selbst wenn Sie dafür einen erheblichen Umweg in Kauf nehmen müssten. Der Grund: Wer grob fahrlässig handelt, muss im Zweifel mit einer Kürzung der Ansprüche rechnen und bekommt dann nur einen Teil des Schadens ersetzt.

Nicht nur Wasserschäden sind ein Problem für Wohnungs- und Hausbesitzer. Sturmschäden am Haus? Das müssen Sie für die Versicherung wissen! Können Sie sich noch erinnern? Diese Schadenssumme hinterließ Orkantief "Sabine".

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Wichtig zu wissen:

DAS sollten Sie für Notsituationen wirklich im Haus haben?

Gewappnet für den Stromausfall? Das sollten Sie tun und zuhause haben!

Wer mehr über seine Verbraucherrechte wissen will, findet auf unserer Themenseite Ratgeber Recht Antworten auf viele Fragen.

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