Aktualisiert: 31.08.2020 - 20:11

Boykott-Drohungen Regenbogenflagge bei REWE sorgt für Empörung im Netz

Die Regenbogenflagge steht für Akzeptanz und Toleranz und wird vor allem mit der LGBTQ-Bewegung assoziiert. Jetzt hisste auch die Supermarktkette REWE die bunte Fahne...

Foto: iStock.com/AK2

Die Regenbogenflagge steht für Akzeptanz und Toleranz und wird vor allem mit der LGBTQ-Bewegung assoziiert. Jetzt hisste auch die Supermarktkette REWE die bunte Fahne...

Als eine Twitter-Userin ein Foto postete, das eine Regenbogenflagge vor einer REWE-Filiale zeigt, reagierte das Netz gespalten. Die Supermarktkette antwortete mit einem klaren Statement.

Dass man sich von einer Flagge bedroht fühlt, ist erst einmal nicht vollkommen absurd. Es gibt viele Flaggen, vor denen Menschen sich in der Vergangenheit gefürchtet haben und heute immer noch fürchten – und das mit gutem Grund. Die Piratenflagge wäre ein Beispiel dafür. Oder die Reichskriegsflagge. Aber sich von einer Regenbogenfahne bedroht fühlen? Was vielen unverständlich scheint, kommt immer noch häufig vor. Regelmäßig sorgt die farbenfrohe Fahne, die für Toleranz und Akzeptanz steht und heute zumeist mit der LGBTQ-Community in Verbindung gebracht wird, für Aufruhr und Proteste. Ein aktuelles Beispiel: Letzte Woche teilte eine Twitter-Userin ein Foto, das eine Regenbogenflagge vor einer REWE-Filiale zeigte. Offenbar war sie über diese Aktion alles andere als glücklich – in ihrem Beitrag drohte sie REWE mit dem Boykott.

Deshalb hisste REWE die Regenbogenflagge

REWE reagierte umgehend: Die Supermarktkette teilte den Post der Userin und gab ein eindeutiges Statement dazu ab: "Toleranz und Vielfalt werden bei REWE gelebt, deshalb sind alle Menschen bei uns willkommen – ganz unabhängig von der sexuellen Orientierung."

Offensichtlich handelt es sich dabei nicht nur um ein Lippenbekenntnis – das legt die Aussage des REWE-Pressesprechers Thomas Bonrath nahe, der auf eine Anfrage der Boulevardzeitung Express antwortete. Er verwies darauf, dass das Unternehmen jedes Jahr mit einem eigenen Wagen bei der Kölner Parade anlässlich des Christopher Street Days mitfahre. Da dieser aufgrund der Corona-Pandemie dieses Jahr verschoben worden sei, habe man stattdessen bundesweit an den Verwaltungsstandorten die Regenbogenflagge gehisst. Einige Filialen hätten sich ebenfalls angeschlossen. Bonrath zufolge soll die Flagge "unseren Mitarbeitern wie Kunden signalisieren, dass wir ihnen ein Umfeld bieten möchten, das fern von Vorurteilen und Ausgrenzung ist".

Yay oder nay? So reagierte die Twitter-Community!

Während das Twitter-Statement von REWE ein Musterbeispiel professioneller Neutralität war, hielt der Rest der Twitter-Community von vornehmer Zurückhaltung eher wenig. Ein Großteil der User befürwortete die Flaggen-Aktion:

Einige REWE-Mitarbeiter nutzten die Gelegenheit, um ihren Arbeitgeber zu loben:

Wieder andere machten sich über die Empörung der Flaggen-Gegner lustig:

Gegner der Aktion hingegen kritisierten die Politisierung eigentlich politisch neutraler Bereiche…

… oder monierten, dass sie sich ausgeschlossen fühlten. Selbstredend, dass die Supermarktkette auch diesen Vorwurf mit einer freundlich-sachlichen Erwiderung konterte:

Auch viele Promis positionieren sich regelmäßig gegen Diskriminierung und für Toleranz und Akzeptanz. So feierte beispielsweise Heidi Klum letztes Jahr den Pride-Monat. Auch Taylor Swifts Musikvideo zu "You Need To Calm Down" versammelte viele Stars der LGBTQ-Szene. Ein weiterer großer Schritt für die Community waren die Fotos von Valentina Sampaio, dem ersten Transgender-Model das es in das Magazin "Sports Illustrated" geschafft hat.. Kennen Sie Alexander Hölzl? Sie sagt: "Als nichtbinäre Person wurde ich schon 'genderverwirrter Idiot' genannt"...

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