Aktualisiert: 25.08.2020 - 19:49

Mehrwegversandverpackungen So will der Online-Handel nachhaltiger werden

So könnte Nachhaltigkeit im Bereich Online-Handel funktionieren: mit dem Einsatz von  Mehrwegversandverpackungen. Allerdings ist auch bei KundInnen ein klein wenig Einsatz gefragt...

Foto: Tchibo

So könnte Nachhaltigkeit im Bereich Online-Handel funktionieren: mit dem Einsatz von Mehrwegversandverpackungen. Allerdings ist auch bei KundInnen ein klein wenig Einsatz gefragt...

In einem groß angelegten Projekt testen die Unternehmen Otto, Tchibo und Avocado-Store jetzt Mehrwegversandverpackungen im Online-Handel. Der Erfolg wird auch vom Einsatz der KundInnen abhängen!

Online-Shopping ist nicht gerade nachhaltig, das weiß ja mittlerweile jeder. Vor allem der dadurch anfallende Verpackungsmüll ist so enorm, dass sich jetzt drei bekannte Online-Händler dazu bereit erklärt haben, in Form eines Pilotvorhabens Mehrwegversand­verpackungen einzusetzen. Wie Tchibo, Otto und Avocado-Store dazu beitragen wollen, den Online-Handel nachhaltiger zu machen – und was Verbraucher darüber wissen sollten.

Online-Handel mit Mehrwegversand­verpackungen nachhaltiger machen

Es sind Zahlen, die man sich unbedingt vor Augen halten muss: Mehr als unglaubliche 750.000 Tonnen Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton und gut 50.000 Tonnen Kunststoffverpackungen fallen bei privaten EndverbraucherInnen in Deutschland jedes Jahr an! So zu lesen auf der Seite von "praxPACK", ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, diese Müllberge drastisch zu reduzieren.

In einer ersten Testphase kommt dabei das Mehrverpackungssystem von RePack zu Einsatz – getestet werden soll dabei in erster Linie, ob das Verfahren praxistauglich ist, sprich: Spielen KundInnen auch mit? Sie müssen schließlich auch einen Beitrag leisten und die Verpackungen zurückschicken, damit sie wiederverwertet werden können. Dieser Einsatz soll natürlich so wenig aufwendig wie möglich ausfallen.

Und das ist er auch, denn die wiederverwendbaren Versandtaschen müssen einfach nur in einen Briefkasten eingeworfen werden – portofrei. Wie das gehen soll bei mitunter riesigen Verpackungen? Sie können auf Briefgröße zusammengefaltet werden. Das funktioniert natürlich nur bis zu einer bestimmten Größe.

Tchibo, Otto und Avocado-Store machen in der Testphase mit

Schon seit Juli 2019 wirken die Handelsunternehmen Otto und Tchibo am Projekt mit. Jetzt starten sie mit der Verwendung der umweltfreundlichen Mehrverpackungen. Etwas früher schon hat der Online-Händler Avocado-Store damit angefangen, nämlich Anfang August dieses Jahres.

Alle drei Unternehmen haben sich dazu verpflichtet, während der ersten Testphase des insgesamt auf drei Jahre ausgelegten Projekts genau zu prüfen, ob das System praxis- und alltagstauglich ist, wo sich Schwierigkeiten auftun, wie es bei KundInnen ankommt – und ob sie womöglich sogar bereit wären, dafür einen Aufpreis zu zahlen.

Tchibo teilt mit, rund 7.500 Einwegversandtüten durch die RePack-Mehrwegtaschen ersetzen zu wollen. Bei Avocado-Store sind 2.000 Mehrwegpakete im Bereich Eco-Fashion geplant. Benjamin Köhler von der Nachhaltigkeitsabteilung bei Otto lässt verlauten, dass die Verpackungen, die aus 100% recyceltem Polypropylen bestehen und bis zu 20 Mal wiederverwendet werden können, nur da zum Einsatz kommen, wo es sinnvoll ist. Außerdem sollen durch verschiedene Größen unnötige Hohl- und Leerräume vermieden werden, um keine Luft zu versenden: "So wird im Vergleich zu herkömmlichen Versandverpackungen bis zu 80 Prozent CO2 und 96 Prozent Müllvolumen eingespart."

Bei allen drei Unternehmen dürfte vor allem aber eine bange Frage an erster Stelle stehen: Werden die KundInnen die Mehrwegtüten auch zurücksenden? Es wäre großartig, wenn sie das auch wirklich machen würden, denn die wenigen Schritte zum Briefkasten sind ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit!

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Viele weitere Beispiele zeigen, dass Nachhaltigkeit im Einzelhandel machbar ist. So tun diese Supermärkte etwas für die Umwelt . Und es gibt jetzt in einigen dm-Filialen Abfüllstationen für Nivea-Duschgel.

Wie Sie zu Hause oder auch im Urlaub nachhaltig(er) unterwegs sein können, lesen Sie hier.

Weitere interessante Neuigkeiten sowie Tipps zum Thema nachhaltig leben , etwa wie Sie Bienenwachstücher selbst herstellen oder nachhaltige Mode- & Styling-Tipps , finden Sie auf unseren umfangreichen Themenseiten.

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