Aktualisiert: 24.08.2020 - 09:02

Zu wenige Nutzer? Corona-Warn-App: Ist die App in Deutschland wirkungslos?

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Durch die niedrige Nutzungsrate ist die Wirkung der Corona-Warn-App umstritten.

Foto: iStock / Xsandra

Durch die niedrige Nutzungsrate ist die Wirkung der Corona-Warn-App umstritten.

Mit der Corona-Warn-App sollte die Rückverfolgung von Infektionen mit dem Coronavirus besser nachzuvollziehen sein. Ersten Einschätzungen des Experten Gert Wagner zur Folge ist die App aber im Moment wenig wirkungsvoll. Das liegt an der niedrigen Nutzungsrate. Um eine wirkungsvolle Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland zu bewirken, müssten sich viel mehr Menschen die App downloaden. Gibt es deshalb vielleicht bald eine Nutzungs- und Meldepflicht?

Die Corona-Pandemie stellt das Leben in Deutschland weiterhin auf den Kopf. Als Eindämmungsmaßnahme wurde die Corona-Warn-App geschaffen. Experten zweifeln aber an der Wirksamkeit dieser App. Grund dafür ist die niedrige Nutzungsrate. Für vertrauensvolle Ergebnisse müsste es mehr als doppelt so viele Nutzer geben. Was bedeutet das für die Zukunft?

Corona-Pandemie in Deutschland: So wirkungsvoll ist die Corona-Warn-App wirklich

Ist die Corona-Warn-App in Deutschland bisher wirkungslos? Das ist zumindest die Einschätzung von Experten. Gert Wagner, Mitglied des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen, sagte der "Welt am Sonntag": "Damit die Corona-Warn-App wirklich etwas bringt, sollte sich die Zahl der Downloads verdoppeln." Bisher haben mehr als 17 Millionen Menschen die Tracing-App heruntergeladen. Wagner sagte weiter: "Rein rechnerisch liegt bei einem Kontakt eines Infizierten mit einem Unbekannten die Wahrscheinlichkeit, dass beide Personen die App haben, bei sechs Prozent."

Die Wirksamkeit sei aber auch bei einer Verdoppelung noch begrenzt. So könnten 25 Prozent der Corona-Infektionen ausgemacht werden. Allerdings nur, wenn diese auch über die App gemeldet werden.

Muss eine neue Lösung her?

Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, erklärte indes, dass die Kontaktverfolgung über die App erst vielversprechend sei, wenn 80 Prozent der Bevölkerung sie nutzten. "Dahin können wir mit einer freiwilligen Lösung nicht kommen", meint Grimm. Sowohl die Verwendung als auch das Melden einer Corona-Infektion sind bisher freiwillig.

Genauere Zahlen der Corona-Warn-App und wieviele Deutsche mittlerweile wirklich dabei sind, lesen Sie hier.

Welche Probleme es bei der Corona-Warn-App außerdem zu beseitigen gibt, können Sie auf unserer Themenseite zum Coronavirus nachlesen.

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